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Schrill und bunt: HAIRSPRAY auf Tournee

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Premiere am 22.11.2017 / rezensierte Vorstellung: 13. Februar 2018 (Frankfurt/Main)

Im Jahre 2002 feierte „Hairspray“ am New Yorker Broadway Uraufführung und spielte in sieben Jahren über 2.500 Shows. Die erste deutschsprachige Uraufführung gab es am 15. April 2008 in St. Gallen (Schweiz). Vom 06. Dezember 2009 bis zum 26. September 2010 konnte man das Musical dann erstmals in Deutschland im Musical Dome Köln sehen. Das Stück basiert auf dem Film von John Waters aus dem Jahre 1988. Zurzeit tourt das Broadway-Musical durch Deutschland und wir waren für euch am 13. Februar 2018 in der Alten Oper Frankfurt vor Ort.

„Hairspray“ erzählt die Geschichte der pummeligen Tracy (Beatrice Reece). Das dunkelhaarige Mädchen geht noch zur High-School und träumt von einer großen Karriere als Fernsehstar. Tagtäglich trifft sie sich nach der Schule mit ihrer besten Freundin Penny (Devi-Ananda Dahm) und sie schauen sich zusammen ihre Lieblingsshow „Die Corny Collins Show“ im Fernsehen an. Corny Collins (Janko Danailow) ist ein erfolgreicher Moderator und lädt eines Tages kurzerhand zu einem Vortanzen in seine Show ein. Es geht um den Titel der „Miss Teenage Hairspray“. Für Tracy steht fest, dass sie bei dem Casting teilnehmen möchte. Doch ihre besorgte Mutter Edna (Uwe Kröger) macht sich große Sorgen um ihre Tochter und befürchtet, dass Tracy dann fiesen Mobbingattacken ausgesetzt werden könnte. Ihr Vater Willbur (Claudius Freyer) hingegen unterstützt seine Tochter auf ganzer Linie. Und so nimmt Tracy dann doch an dem gefragten Vorsingen teil. Vor Ort trifft sie auf ihre Konkurrentin Amber (Maja Sikora), deren Mutter Velma (Isabel Varell) die strenge Produzentin der Show ist. Es kommt wie es kommen muss: Tracy wird von Amber fertiggemacht. Doch Seaweed (Riccardo Haerri), ein cooler, dunkelhäutiger Typ, den Tracy während des Nachsitzens in der Schule kennenlernte, hält zu ihr. Gemeinsam versuchen sie das Recht durchzusetzen, dass weiße und schwarze Teenies jederzeit gemeinsam tanzen dürfen, denn das ist in Baltimore strengstens verboten. Durch ihr Engagement wird Tracy von Corny für dessen Show unter Vertrag genommen und zuhause bei Edna und Willbur steht das Telefon wegen der Fernsehauftritte nicht mehr still. Im Rahmen des Mutter-Tochter-Tages in der „Corny Collins Show“ plant Tracy schließlich eine Demonstration gegen die Massendiskriminierung in ihrer Heimat. Die dunkelhäutige Motormouth Maybelle (Monica Lewis-Schmidt) nimmt sich der Demo an und unterstützt die Teenager bei ihrem Vorhaben. Doch am Ende landen alle zusammen vorerst im Gefängnis, bevor sie dank Willbur durch Zahlung einer Kaution wieder freikommen. Zwischenzeitlich hat der gutaussehende Link (Krisha Dalke) endlich begriffen, dass Amber ihn nur ausnutzt und Tracy ihn wirklich von Herzen liebt. Und auch Seaweed und Penny sind mittlerweile ein Paar. Die vier flüchten zu Motormouth Maybelle und schmieden den Plan, die nächste Livesendung zu stürmen und um die Aufhebung der Rassentrennung zu kämpfen.
Ende gut, alles gut: nicht nur Link bekennt sich öffentlich zu Tracy, sondern auch Penny emanzipiert sich von ihrer Mutter und tanzt in der landesweit live übertragenen Sendung mit Seaweed. Begeistert stimmen die Zuschauer für Tracy als neue „Miss Teenage Hairspay“ und stören sich gar nicht mehr daran, dass in der Show ab sofort nicht mehr nach Hautfarbe getrennt wird…

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Wer die aktuelle Inszenierung von Katja Wolff besucht und ein tolles Bühnenbild erwartet, wird in diesem Punkt enttäuscht werden. Eine große Showtreppe mit verschiebbaren Podesten ist das einzige Bühnenbild. Hin und wieder tauchen szenenabhängige Requisiten wie ein Sprungbrett und ein Bock für den Sportunterricht, das Bügelbrett von Edna oder Gymnastikbänder für eine Choreographie auf. Die Kostüme sind passend zum Musical sehr bunt und schrill gehalten und passen sehr gut in das Gesamtbild hinein. Musikalisch wird das harmonische Ensemble durch die Big Band des bulgarischen nationalen Rundfunks unterstützt. Für die musikalische Gesamtleitung zeichnet sich Heiko Lippmann verantwortlich, der selbst auch in der Band spielt. Die Choreographien wurden von Christoph Tölle erarbeitet und unterstreichen die meist fetzigen Klänge perfekt.

Durch Mikrofonaussetzer und Texthänger wurde es manchmal schwierig dem Geschehen auf der Bühne zu folgen und auch die angekündigte Starbesetzung durch Uwe Kröger und Isabel Varell ging in Frankfurt leider unter, was auch Zuschauerstimmen in der Pause und nach der Show deutlich machten. Während Uwe Kröger kaum gesangliche Parts hat und sein Können diesbezüglich nur wenig unter Beweis stellen konnte, lieferte Isabel Varell gesanglich eine eher mittelmäßige Leistung ab. Beide Künstler wurden durch die jungen Talente oftmals weit übertroffen. So überzeugten Beatrice Reece, Janko Danailow, Devi-Ananda Dahm, Maja Sikora und Riccardo Haerri in ihren Rollen auf ganzer Linie und bewiesen wieder einmal mehr, dass sie mit den „alten Showhasen“ locker mithalten können.

Alles in allem haben wir, passend zum Faschingsdienstag, einen bunten, schrillen und lustigen Abend bei einer interessanten Inszenierung erlebt.

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Weitere Infos zum Musical findet ihr unter www.hairspray-musical.co.

Die Besetzung:

  • Tracy Turnblad: Beatrice Reece
  • Edna Turnblad: Uwe Kröger
  • Willbur Turnblad: Claudius Freyer
  • Penny Pingleton: Devi-Ananda Dahm
  • Corny Collins: Janko Danailow
  • Link Larkin: Krisha Dalke
  • Amber von Tussle: Maja Sikora
  • Velma von Tussle: Isabel Varell
  • Motormouth Maybelle: Monica Lewis-Schmidt
  • Seaweed J. Stubbs: Riccardo Haerri
  • Little Inez: Chiara Fuhrmann
  • Harriman F. Spitzer, Mr. Pinky, TV-Ansager und Direktor: Frank Brunet
  • Prudy Pingleton, Sportlehrerin und Aufseherin: Angela Hunkeler
  • Dynamite Girls: Chiara Fuhrmann, Rebecca Stahlhut und Jahlisa Nikitser
  • Ensemble: Kai Braithwaite, Chiara Fuhrmann, Sarah Kornfeld, David Mendez, Jahlisa Nikitser, Silvana Schollmeyer, Lukas Schwedeck, Rebecca Stahlhut, Lysanne van der Sijs, Nigel Watson und Thomas Zigon

Hairspray-Band:

Big Band des bulgarischen nationalen Rundfunks (Heiko Lippmann, Michael Siskov, Peter Momtchev, Vasil Enchev, Todor Gadzhalov, Stefan Kozhucharov, Ognyan Veskov, Zvetan Troyanski, Radosvet Kukudov und Lyuben Dimitrov

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Artikel: Natascha, Fotos entnommen aus dem Programmheft (© Rechte frei)

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