Geglückte Premierenproduktion von Off-Musical Frankfurt: „Hedwig and the Angry Inch“

Frankfurt am Main: wir laufen ein paar hundert Meter durch abgelegene, verwinkelte Straßen, bis wir schließlich in einem alten Hinterhof landen. Hier befindet sich die Hausener Brotfabrik, der perfekte Spielort für ein außergewöhnliches Musical wie „Hedwig and the Angry Inch“! Bereits Anfang Juni 2017 haben wir über die Kasseler Inszenierung mit Musicalstar Andreas Bieber und Alice Macura berichtet. Nun traut sich Off-Musical Frankfurt an das Rock-Musical und punktet damit auf ganzer Linie.

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(© Agnes Wiener/Niklas Wagner)

„Hedwig and the Angry Inch“ ist ein US-amerikanisches Off-Broadway-Rock-Musical und feierte 1988 Premiere im Jane Street Theatre in New York City. Das mit diversen Auszeichnungen gekrönte Stück stammt von Stephen Trask (Musik und Gesangstexte) und John Cameron Mitchell (Buch) und wurde 2001 verfilmt. Im Jahre 2014 spielte das Musical mit Neil Patrick Harris (bekannt aus der US-Kultserie „How I Met Your Mother“) am Broadway und erhielt gleich vier Tony Awards.

Erzählt wird die tragische Lebensgeschichte der Rock-Chanteuse Hedwig, die einst als Hansel Schmidt geboren wurde. In Ost-Berlin aufgewachsen, durchlebt Hansel eine unglückliche Kindheit. Als er dann noch den GI Luther kennenlernt, der Hansel überredet mit in die USA zu kommen, trifft er eine folgenschwere Entscheidung: Hansel unterzieht sich einer Geschlechtsanpassung, doch diese geht schief und zurück bleibt ein „Angry Inch“. Nun ist Hansel also weder Frau noch Mann und hat als Hedwig mit den Folgen zu kämpfen.

Hedwig lebt in Kansas und lernt den drogenabhängigen Rockstar Tommy Gnosis kennen, doch auch dieser lässt sie hängen, als seine Musikkarriere steil bergauf geht.

Auf ihrem eigenen Konzert in der Brotfabrik Frankfurt, berichtet Hedwig dem Publikum von ihren Schicksalsschlägen, der Liebesbeziehung zu Tommy Gnosis, der Ehe mit Yitzhak und der verzweifelten Suche nach einer Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“…

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(© Agnes Wiener/Niklas Wagner)

In Frankfurt stehen Michael Kargus als „Hedwig“ und Kathrin Hanak als „Yitzhak“ auf der Bühne. Beide haben bereits einschlägige Bühnenerfahrungen gesammelt, so spielte Kargus u.a. in Stücken wie „Cabaret“ (Berlin), „Wicked“ (Stuttgart) und diversen Produktionen der „Rocky Horror Show“ und Kathrin Hanak in „Anatevka“ (Hof), „Jekyll and Hyde Resurrection“ (Eggenfelden) und „Rent“ (Trier) und war zuletzt die Synchronstimme von Queenie Goldstein im Kinoerfolg „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“.

In der gut zweistündigen Show wird das Publikum mit auf eine sehr emotionale und bewegende Reise genommen. Egal, ob „Hedwig“ oder „Yitzhak“ – beiden Darstellern nimmt man ihre Rollen ab. Mit großem Geschick und Können beweisen sie sowohl ihr schauspielerisches als auch gesangliches Talent. Die mehrfachen Kostümwechsel von „Hedwig“ passieren teilweise fast unbemerkt und ganz nebenbei.

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(© Agnes Wiener/Niklas Wagner)

Unterstützt werden Michael Kargus und Kathrin Hanak von einer vierköpfigen Band, die unter der musikalischen Leitung von Dean Wilmington steht, der die Band an den Keyboards unterstützt.

Off-Musical Frankfurt, geführt von Marina Pundt und Stephan Huber, hat sich auf die Fahne geschrieben, sich an eine andere Art von Musicals ran zu trauen. Nämlich an diese, die entweder selten in Deutschland zu sehen waren oder diese, die eine gewisse Portion Mut voraussetzen, um sie auf die Bühne zu bringen. Mit „Hedwig and the Angry Inch“ fiel gleichzeitig der Startschuss für Off-Musical Frankfurt, handelt es sich hier nämlich um die Premierenproduktion. Im Januar 2018 folgt dann „Green Day’s American Idiot“ in der deutschsprachigen Erstaufführung.

Informationen zu Off-Musical Frankfurt, „Hedwig and the Angry Inch“ und den weiteren Produktionen findet ihr unter www.off-musical-frankfurt.de

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(© Agnes Wiener/Niklas Wagner)

Die nächsten Termine:

  • 15.12.2017, 20:00 Uhr
  • 16.12.2017, 20:00 Uhr
  • 17.12.2017, 19:00 Uhr
  • 19.01.2018, 20:00 Uhr
  • 20.01.2018, 20:00 Uhr
  • 21.01.2018, 19:00 Uhr

  Text: Natascha