Show-Gespräche zur großen Weihnachtsshow 2017

Interview mit Beate & Peter Benkhofer, sowie einigen Mitwirkenden der großen Weihnachttshow 2017 im First Stage Theater

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Vor einiger Zeit rief die Stage School Hamburg zu einem eher ungewöhnlichen Casting auf. Es wurde für die von den Schülern im First Stage Theater organisierte große Weihnachtsshow, eine „Oma“ und ein „Opa“ gesucht, die Lust und Mut hätten, sich bei der bis Weihnachten fast täglich stattfindenden Veranstaltung auf die Bühne zu stellen und die mehr als 40 jungen Darsteller zu unterstützen.

Bei der Premiere am 22. November, über die wir hier berichten, war es dann endlich soweit und die gefundenen Großeltern, Beate und Peter Benkhofer, stehen gemeinsam mit den Schülern auf den Brettern die die Welt bedeuten.

Im Anschluss an die Vorstellung durften wir uns ein wenig mit dem älteren Paar, sowie mit einigen der jungen Mitwirkenden unterhalten und konnten so interessante Stimmen einfangen. „Wir haben den Castingaufruf selber gelesen und fühlten uns als sechsfache Großeltern direkt angesprochen. Es bedurfte nur einer kurzen Überlegung bis feststand, dass wir uns bewerben wollten. Vor Ort ging dann alles recht einfach und wir waren schnell angemeldet“, berichtet uns die „Oma“, und der „Opa“ fügt schmunzelnd hinzu, dass er – schon seitdem er in Rente sei – immer mal wieder geschaut habe, wo man im Bereich Bühne und Schauspiel etwas machen könne. Gemeinsam haben sie dann die Entscheidung getroffen, es zu versuchen.

Bereits das Casting habe eine Menge Spaß bereitet, da die Regisseure und Verantwortlichen sehr entzückend gewesen seien und einfühlsam die Aufregung gering halten konnten. Bei einem Casting seien sie zuvor noch nie gewesen und dementsprechend waren sie schon sehr nervös. Nachdem dann alles überstanden war, sei aber die Überzeugung von und an der Sache sehr groß und wunderschön gewesen.

Natürlich hätten sie nicht wirklich damit gerechnet das Rennen zu machen, schließlich waren etwa 50 bis 60 Personen anwesend, umso größer war dann aber zwei Tage später die Freude, als sie die Erstbesetzungszusage erhielten. „Das war so toll und wir haben uns riesig gefreut“ strahlt uns Frau Benkhofer an und führt aus, dass die Proben für sie das reine Glück gewesen seien. „Da waren 42 so wunderbare junge Menschen, wir haben das ja auch backstage erlebt. Es gab Höhen und Tiefen und die Schüler sind uns sehr ans Herz gewachsen.“ Früher hätten sie immer gelächelt, wenn gesagt wurde, dass es am Theater‚ wie eine große Familie wäre, eine solche Vorstellung sei nicht so einfach, aber jetzt könnte sie das nur bestätigen. Sie hätten tatsächlich das Gefühl gehabt „Opa und Oma“ zu sein, loben und trösten zu können und in einer solchen Show stecke schon sehr viel Herzblut. Herr Benkhofer fügt zustimmend hinzu, dass er das Verhältnis zwischen Regisseuren und Darstellern auch immer als sehr harmonisch empfunden habe. Es wurden an den richtigen Stellen Strenge, Humor aber auch aufbauende Worte eingesetzt, was sie als pensioniertes Lehrerehepaar durchaus zu beurteilen wüssten. „Es war einfach nur wunderbar dazugehören zu dürfen!“

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Auf unsere Frage, wie denn die Premiere für sie gewesen sei, bekamen wir strahlende Augen zu sehen. So bestätigt uns die Oma, dass sie – obwohl ihr Part recht klein war – sehr aufgeregt gewesen seien. „Das Ganze war ein wenig wie Sekt, prickelnd, aufputschend und einfach nur schön mit diesen ganzen jungen Leuten interagieren zu dürfen.“ Nach der Preview des Vortages habe es noch einmal einen Sprung, eine Steigerung gegeben, und nun herrsche einfach Erleichterung, dass alles so wunderbar geklappt habe. Im selben Moment, in dem der letzte Vorhang fiel, fiel auch der berühmte Stein vom Herzen und es habe sich reine Freude breit gemacht.

Der Opa bemerkt, ebenfalls sehr erleichtert, dass ihnen schon ein wenig bange wurde, als sie die Probenpläne gesehen haben. Sie seien freitags das erste Mal dabei gewesen und bereits am darauf folgenden Mittwoch stand die Premiere an. Alles sei zudem noch einmal um gestoßen worden, Sachen die geplant und geübt waren, fielen plötzlich weg und ihnen sei schleierhaft, womit sie sich das blinde Vertrauen der Verantwortlichen verdient hätten. Die gesamte Zeit sei unglaublich gewesen. Die ganzen Tipps und die Führung durch das Regisseur-Ehepaar wäre eine wunderbare Erfahrung sowie die Zusammenarbeit prima und vom gesamten Prozess her eine große Bereicherung gewesen.

„Jetzt haben wir erst einmal Pause und die Zweit- bzw. Drittbesetzung kommt zum Zuge, wir sind erst wieder am 1. Dezember dran. Es ist schön jetzt los zu lassen, aber wir freuen uns schon darauf, wenn es für uns weiter geht. Jetzt ist es an der Zeit, sich die Show auch einmal von außen an zusehen. Die anderen Besetzungen hatten diese Möglichkeit ja schon, schließlich ist ja nichts wirklich so geblieben, wie es ursprünglich geplant war.“

Große Pannen habe es nicht gegeben, alles sei glatt gelaufen. Kleinere Irritationen für sie gab es nur am Vortag bei der Preview, nichts dramatisches, Opa sei einmal über eine Stufe auf die Bühne gestolpert, aber lachend bemerkt Herr Benkhofer: „Sowas darf einem alten Opa aber durchaus mal passieren.“

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Neben den Großeltern, die wir als äußerst liebenswert und sympathisch kennen lernen durften, konnten wir auch von einigen auf der Bühne aktiven Schülern kurze Feedbacks einfangen.

So erzählte uns Sophie Alter, dass es für sie eine aufregende Premiere gewesen sei, die Show habe direkt Fahrt aufgenommen und sie habe sich sehr gefreut, dabei sein zu dürfen. Melanie Hügner beschreibt, dass es sehr emotional für sie alle gewesen sei, da alles in nur sehr kurzer Zeit auf die Beine gestellt werden musste. Sie freue sich aber sagen zu können, dass alles gut verlaufen sei und alle zusammen eine große Energie aufgebracht hätten.

Auch Lars Wandres gesteht uns, dass alles tatsächlich sehr aufregend gewesen sei, obwohl sie ja schon zwei Previews gespielt hätten. „Eine Premiere ist einfach noch einmal etwas ganz anderes.“ Bis zum Schluss wurde noch an der Choreographie gefeilt und man habe sich am Ende dann schon gefragt, ob denn wirklich alles richtig laufen wird. Aber letzten Endes sei eine Menge Spaß dabei gewesen und er hoffe, dass das auch genau so beim Publikum angekommen sei. Für die gemeinsamen Proben hätten nur zwei Wochenenden zur Verfügung gestanden. Natürlich standen die Nummern schon vorher, aber diese mussten noch in die Show eingepasst werden und es gab noch einen Haufen Änderungen, sowohl Opening als auch Finale hätten neu erarbeitet werden müssen. Wegen der Quickchanges, die teilweise auch auf der Bühne stattfinden, musste ebenfalls einiges geschoben werden, aber schlussendlich sei alles super gelaufen.

Max Herlitzius klingt begeistert, wenn er beschreibt wieviel Spaß es macht auf der Bühne zu stehen und performen zu dürfen. Die vielen Kostüme, die teilweise gestellt aber auch selber gefertigt wurden, waren einfach toll und alle zusammen hätten es geschafft eine „wirklich gute Show“ abzuliefern.

Olivia Grassner fasst den Abend mit den für uns richtig klingenden Worten ganz eindeutig zusammen: „Es war sehr emotional, schweißtreibend, eine Achterbahn der Gefühle und zum Ende hin ein Regen voller Gold!“

Wer nun Interesse bekommen hat, sich die Show, die durchaus auch für Familien geeignet ist, anzusehen, kann dies noch bis zum 22. Dezember 2017. Restkarten gibt es für noch fast alle Vorstellungen an der Abendkasse oder online unter www.firststagehamburg.de


Interview von Astrid & Andrea