Mark Seibert “Musical Melodies in Concert”-Tour 2018

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Mark Seibert beendet am Pfingstwochenende seine kleine „Musical Melodies in Concert“- Tour (ein letztes “Special Edition” wird es noch am 3. August in Fulda geben), mit gleich zwei sehr gefühlsbetonten und sympathischen Konzerten erstmalig im Norden Deutschlands – in Hamburg. Als Rahmen für sein Programm erdachte er emotionale Balladen in intimer Atmosphäre.

Er blickt zu Beginn dieses letzten Abends, dankbar seinem treuen Publikum gegenüber und immer noch irgendwie ungläubig, auf die Entstehung dieses Formates zurück, welche auf Grund einer Solokonzert-Anfrage aus dem asiatischen Raum herrührte. Er nennt es unfassbar, dass aus eigentlich einem geplanten Auftritt in Shanghai und einer vorgesehenen Veranstaltung in Wien, quasi als Probe für Asien, tatsächlich solch eine kleine Tour durch vier Städte mit letzten Endes sieben Auftritten entstanden sei.

Da unseren aufmerksamen Lesern sicher nicht entgangen ist, dass es bereits seit der Wiener Premiere im Januar dieses Jahres, einen ausführlichen Musical Melodies-Bericht auf unseren Seiten zu entdecken gibt, ist die Frage nach dem „Warum ein Zweiter zu gleichem Thema“ durchaus berechtigt. Mark Seibert schafft es über mehrere gleiche Veranstaltungen immer wieder neue Akzente zu setzen und keine Langeweile aufkommen zu lassen. Genau das ist uns einen weiteren Artikel wert, als Rückblick über die gesamte Tour – Gleiches immer wieder anders, immer wieder neu, zu präsentieren.

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(c) Madeleine Weiss

Dies gelingt ihm zum einen durch seine unterschiedlichen Spezial-Guests – ist dies in Österreich neben Marle Martens, Lukas Perman, wird er in Deutschland auf der männlichen Seite durch Oedo Kuipers unterstützt – die ausgewählten Lieder variieren entsprechend, zum anderen durch ein stetiges Umstellen des Programmablaufs. Liegt in den Wiener Ausgaben sein Schwerpunkt im Zusammenspiel mit Perman eher auf der Tatsache, dass diese beiden nicht nur auf der Bühne, sondern auch im privaten Leben „ziemlich gute Freunde“ sind und wird dort dessen Engagement bei „I am from Austria“ durch eine unbeschreiblich gefühlvolle Interpretation des gleichnamigen Titelsongs seinerseits angesprochen, so dominieren in der deutschen Fassung Lieder von Oedo Kuipers Soloalbum „Cover Art“, aus welchem dieser mit zunächst einem, in Hamburg mit zwei Stücken brillieren kann und beide gemeinsam „Broken Wings“ zum Besten geben. Schmunzelnd erzählt Seibert die witzige Gesichte der dazugehörenden Studioaufnahme – beide nahmen ihren Part im selben Tonstudio auf, allerdings an unterschiedlichen Tagen, was zu einigen Irritationen führte und Kuipers anschließend nochmal antreten musste, um – wie er herzlich lachend bemerkt – „Fehler“ auszumerzen.

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(c) Madeleine Weiss

Überhaupt hört das Publikum an allen Tagen einige lustige Geschichten, die diese balladenlastigen Abende nicht nur ins Emotionale abdriften lassen, sondern ebenso die Lachmuskeln fordern. Die Rede ist zum Beispiel von seinem nicht so richtig erfolgreichen Ausflug in die Londoner Auditionwelt und einem Fettnäpfchentritt bzgl. eines Treffens mit Chris de Burgh. Allen aber am längsten und bewusstesten in Erinnerung bleibend, sind seine Ausführungen zu einem besonderen Tipp seines amerikanischen Gesangslehrers, der ihm bis heute immer wieder in seinen Gedanken nachhängt und ihn in seinen Songinterpretationen deutlich beeinflusst. Das bedeute in etwa „Junge, lass die Technik in der Garderobe zurück und singe einfach mit viel Gefuuuuuhl!“ Mark Seibert sagt selber von sich, dass Technik nicht alles sei und er diese häufig zugunsten des Gefühls hinten anstelle.

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(c) Madeleine Weiss

Bei seinen eigenen Konzerten ist ihm wichtig, zusammen mit Freunden auf der Bühne zu stehen – in einem Engagement sei ein Freund als Spielpartner leider nicht immer gegeben. Für seine „Musical Melodies“-Tour holt er sich daher die liebenswerte Marle Martens an die Seite, mit der er schon viele Engagements, angefangen von „Elisabeth“, über „Artus Excalibur“ bis hin zu „Schikaneder“ und „Tanz der Vampire“, spielen durfte. Damit sind auch bereits einige Lieder erahnbar, die das Genre Musical an diesen Abenden vertreten, und als Soli, Duette oder mehrstimmig arrangiert dargeboten werden.

Unterstützt wird der Protagonist außerdem von lediglich zwei Instrumentalmusikern, Linde Hertel am Cello und Christian Frank am Piano, welchem er einen nicht unbedeutenden Platz einräumt, indem er ihm einige Minuten für eine Solosequenz ermöglicht. Zunächst leicht irritiert, wächst der Enthusiasmus an dem überaus gekonnten Klavierspiel in den Reihen des Publikums von Konzert zu Konzert, gipfelnd in stehenden Ovationen und begeisterten Jubelrufen an diesen beiden letzten Abenden in der norddeutschen Hafenstadt.

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(c) Madeleine Weiss

Den Zwischenraum um seine Gäste nutzt Seibert in bekannt perfekter Manier um die Zuschauer noch einmal in seine bisherigen Rollen zu entführen und ihnen einen Ausblick auf seine zukünftigen Engagements zu bieten. Diese werden ihn noch in diesem Jahr zunächst nach Fulda zu „Die Päpstin“ an die Seite von Sabrina Weckerlin, später nach Baden bei Wien zu „Bonnie & Clyde“ an die Seite Dorina Garuccis, sowie erneut kurz ins Vampirgrafenschloss zu „Tanz der Vampire”, diesmal nach Köln, führen. Im Bereich Titelauswahl Musical erfindet Seibert das Rad zwar nicht neu, versteht es aber seine Zuschauer durchaus elegant über die erfolgreichen Songs mitzureißen. Einer Reihe bekannten Popsongs, die seine prägnante Stimme schmeichelnd unterstreichen, bietet er ebenfalls Raum und kreiert damit ein durchweg unterhaltsames Gesamt-Programm.

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(c) Madeleine Weiss

Abschließend bleibt zu erwähnen, dass es dem sympathischen Sänger und Darsteller immer wieder gekonnt gelingt, seine Zuschauer zu fesseln, im wahrsten Sinne des Wortes in die Sitze zu drücken, wenn er seine sowohl kraftvolle wie auch sanfte Stimme mit dem ihr eigenen Sound in ungeahnte Höhen und gefühlvolle Tiefen treibt und so fast durchgängig Gänsehautmomente provoziert.

Text: Astrid

unser Bericht zur Musical Melodies-Premiere  am 3. Januar in Wien