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Kevin Tarte & Band – Favourite Songs

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Stuttgart, 08. März 2017, 20:00 Uhr. Im Renitenztheater blickt man auf eine Bühne mit roten Samtvorhängen und gedimmtem Licht. Die Instrumente sind aufgebaut und warten förmlich darauf, gespielt zu werden. Alle Blicke im nahezu ausverkauften Zuschauerraum sind gespannt nach vorn gerichtet, als die vier Musiker ihre Plätze einnehmen und ihr Intro anspielen. Kurz darauf betritt, begleitet von herzlichem Beifall, der Künstler des Abends singend die Bühne: Kevin Tarte. Gut sieht er aus, wie gewohnt stilvoll trägt er einen grauen Anzug mit Weste. Die pinke Krawatte und das dazu passende Einstecktuch hat er, wie er später augenzwinkernd erwähnt, extra zum internationalen Frauentag ausgewählt.

Nach „Feeling Good“ erfolgt eine charmante Begrüßung mit dem Verweis auf die hinter ihm liegende kontrastreiche Woche. Nicht nur, dass Kevin Tarte am 04. März 2017 ein Gala-Konzert in Sankt Petersburg (Russland) gesungen hat, er stand auch am Vorabend seines Solokonzertes nach fast fünfjähriger Pause in dem Musical „Tanz der Vampire“ als Graf von Krolock auf der Bühne des Stage Palladium Theaters Stuttgart und bot den ca. 1500 begeisterten Gästen des Musicals souverän eine beeindruckende Performance.

Entspannt geht es weiter mit Van Morrisons Klassiker „Moondance“ in der Michael Bublé-Swing Version, „The Best Thing to Be Is a Person“ einer Entdeckung von Tony Bennett sowie „The Way You Look Tonight“ aus der Feder von Jerome Kern und Dorothy Fields.

Mit einigen sympathischen Ausführungen zu seinem Ende 2014 erschienenem Solo-Album “Reflection” kündigt Kevin Tarte die nächsten Titel „I Wish You Love“ und „How Do You Keep the Music Playing“ in der „Renitenz-Version“ an. Hier wurde, wie schon in vergangenen Konzerten, das volle Orchester-Klangbild, das Tartes Meisterwerk auszeichnet, für die vierköpfige Band passgenau arrangiert. Es folgen weitere Klassiker wie „They Just Keep Moving the Line“ und „Close to You“, das von Burt Bacharach und Hal David geschrieben wurde und vor allem gesungen von den Carpenters sehr populär ist. Bevor Kevin Tarte die Begeisterung im Publikum mit B.B. Kings „Better Not Look Down“ mit deutschen Textpassagen stimmgewaltig in die Höhe treibt, stellt er seine Bandkollegen vor. Wie schon bei einigen Konzerten zuvor, ist die Band mit hervorragenden Musikern besetzt: Harald Lierhammer am Piano, Alex Uhl am Bass, Eckhard Stromer am Schlagzeug und James Geier an der Gitarre.

Nachhaltig beeindruckt von seiner Reise nach Sankt Petersburg, erzählt Tarte immer wieder von seinen Erlebnissen und Eindrücken in Russland, teilt mit leuchtenden Augen seine Begeisterung und gibt dem Publikum auch Denkanstöße. Nach dem wunderbar vorgetragenen Muppets-Song „Rainbow Connection“ und „Over the Rainbow“ verabschiedet sich der Sänger nach etwa einer Stunde in die Pause.

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Kaum ist diese vorbei, dauert es nur wenige Sekunden, bis der Funke zwischen Band, Sänger und Publikum wieder überspringt. Nach einem lebhaften Intro steigt Kevin Tarte gleich mit einer ordentlichen Portion Funk und dem Peter Cincotti-Titel „Always Watching You“ wieder in das Programm ein. Das jazzige Arrangement des “South Pacific”-Klassikers “Bali Ha’i” von seiner „Reflection“-CD lässt den Zuhörer erneut in eine andere Welt eintauchen und beinahe die Südseeluft riechen. Bei den folgenden bekannten Swingnummern „It Had Better Be Tonight“ und „Mr. Bojangles“ kann Kevin Tarte einmal mehr seine gesangliche Bandbreite und Vielseitigkeit unter Beweis stellen, bevor er mit dem Song „Kissing a Fool“ von dem Ende 2016 verstorbenen George Michael ruhigere Töne anstimmt.

In einer amüsanten Moderation leitet Kevin Tarte den Country- Block des Programms ein: als Amerikaner kann und möchte er es sich nicht nehmen lassen, dem Publikum augenzwinkernd ein paar sogenannte „Shitkicker-Songs“ zu präsentieren. „Long Way Home” und den Garth Brooks- Hit “Take the Keys to My Heart” begleitet er zur großen Freude für die Zuschauer mit der entsprechenden Gestik und Mimik. Danach schwelgt er in Erinnerungen an seine Kindheit und spricht über die Bedeutung von Freundschaft, die er musikalisch mit der Ballade „You´ve Got A Friend“ aus dem Jahr 1971 unterstreicht. Gemeinsam mit James Geier, der auch bei diesem Titel die zweite Stimme singt, schafft Kevin Tarte eine ganz besondere Atmosphäre im Zuschauerraum, für die sich das Publikum mit ausdauerndem, herzlichem Applaus bedankt. Lange im Gedächtnis bleiben wird vermutlich auch der mit viel Feingefühl dargebotene Song “Desperado”, mit dem Tarte seinen Abstecher zum Country beendet.

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Zum Ende des Programmes zünden die Musiker mit dem Laith Al-Deen-Titel „Dein Lied“ noch eine Rakete, die die Fans im Anschluss nicht mehr auf den Sitzen hält. Mit begeistertem Beifall wird die grandiose Leistung aller Künstler auf der Bühne gefeiert und eine Zugabe lautstark eingefordert. Bei „Into the West“ aus „Der Herr der Ringe“ zeigt sich Kevin Tarte noch einmal hoch konzentriert mit herausragender Stimme und viel Emotion am Mikrofon. Im Gegensatz dazu trägt er die von seinen Fans sehnsüchtig erwartete und gewünschte „Unstillbare Gier“ beinahe lässig auf dem Barhocker sitzend, in einer bis dato noch nie gehörten, fast rezitativen Version vor, die dem Zuhörer nicht zum ersten Mal an diesem Abend einen wohligen Schauer über den Rücken laufen lässt.

Mit stehenden Ovationen endet ein grandioser Abend mit einem Programm voller Leichtigkeit, Witz, Charme und großen Gefühlen. Die wunderbare musikalische Stimmung liegt jedoch nicht nur an der eindrucksvollen Stimme und Performance von Kevin Tarte. Alle fünf Männer auf der Bühne sind Vollblutmusiker, die ihre Musik lieben und leben und genau damit das Publikum zutiefst beeindrucken. Kevin Tarte kann in den knapp 3 Stunden seine gesangliche Vielseitigkeit unter Beweis stellen, die erwartungsgemäß weit über das Musicalgenre hinausreicht. Er zeigt einmal mehr, dass er nicht nur ein großartiger Sänger sondern auch ein intelligenter, angenehmer Erzähler und Unterhaltungskünstler ist, dem man immer wieder zuhören möchte.

 


Wir bedanken uns bei Fanny für diesen Gastbeitrag!

Bilder: Nathalie
Bildbearbeitung: Fanny

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