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Interview mit Sascha Krebs

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BL: Sascha, vielen Dank, dass du dir kurz vor der Show für uns Zeit genommen hast. Heute findet das vorletzte Sascha im Quadrat Konzert in diesem Jahr statt, wie kam die Idee dazu und seit wann gibt es die Konzerte?

Sascha Kleinophorst: Wir stehen kurz vorm Jubiläum und ich frage mich, das wievielte es ist. (Sascha Kleinophorst ist der zweite Sascha von Sascha im Quadrat. Er wird auch unter den Capitolern gerne Mr. Capitol genannt, da er in fast allen Eigenproduktionen des Capitol Mannheims mitspielt, Anm. d. Redaktion)

Sascha Krebs: Ich glaube, es ist das vierte. Der vierte Geburtstag, denn ich habe irgendwo ein Bild vom ersten Konzert gesehen und das war 2013. Es kam eigentlich dazu, dass Thorsten Riehle uns, die hier regelmäßig im Capitol spielen, gesagt hat, dass das Capitol das Casino (damals hieß die Bar noch Rampenlicht) übernimmt. Und dass sie sich freuen würden, wenn der Ein oder Andere vielleicht Lust oder Interesse hätte ein musikalisches Programm auf die Beine zu stellen.

Und so haben wir ihm eigentlich beide unabhängig voneinander geschrieben, dass wir es uns vorstellen können, auch zusammen mit dem jeweils anderen Sascha und Frank (Frank Schäffer, Pianist im Capitol und der 3. Mann bei Sascha2, Anm. der Redaktion) ein Programm zu spielen. So war die Idee zu Sascha2 geboren. Wir dachten immer, wenn da so 30-40 Leute kommen, sind wir happy, aber dass es dann so eingeschlagen hat, können wir uns selber auch gar nicht erklären. (alle lachen)

Sascha Kleinophorst: Doch, durch gewissenhafte Vorbereitungen! (lacht)

BL: Du singst in mehreren Bands bzw. wirst von verschiedenen Bands als Sänger gebucht. Wie sind deine Auswahlkriterien?

Sascha Krebs: Die Auswahlkriterien sind in der Regel immer die, dass es mir Spaß machen muss! Ich habe zum Glück das Privileg, dass ich viele Baustellen habe und, mal ganz provokant gesagt, nicht jeden Kram machen muss, nur um die Miete bezahlen zu können. So kann man auch mal einen Abend in einer Band spielen, wo die Gage vielleicht nicht so hoch ist, solange die Jungs und die Musik gut sind. Es muss eben menschlich passen und es muss mich musikalisch ansprechen. In irgendeiner Volksmusikband würde ich jetzt nicht singen, es sei denn Frank zieht Lederhosen an, dann vielleicht doch.

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BL: Es sind ja einige Bands, in denen du singst, Moby Dick, We Rock, Rock meets Classic, um nur ein paar zu nennen.

Sascha: Genau. Das wird ab nächstes Jahr alles etwas weniger, wenn es mit den Queen Kings losgeht, da werden durch die Anzahl der Shows, welche wir spielen werden, einige Bands auf der Strecke bleiben. Mit We Rock wird es dann nur gehen, wenn es nicht mit den Queen Kings kollidiert und bei Moby Dick genauso.

BL: Was wir in den letzten Jahren auch immer mehr beobachten, ist, dass man dich immer weniger in Musicalproduktionen sieht. Ist das Interesse an Musicals nicht mehr da oder fehlen die passenden Rollen?

Sascha: Es ist eine Mischung aus allem. Zum einem fehlen mir die passenden Rollen, zum anderen ist mit den anderen Projekten, welche ich nebenher mache, ein Long Run unmöglich, weil ich so viele Freitermine bräuchte, die man mir mit Sicherheit nicht geben würde. Und man muss auch ganz klar sagen, dass der Reiz, eine Großproduktion zu machen, immer mehr gegen Null geht, weil einfach die Bezahlung deutlich schlechter geworden ist. Orchester werden gekürzt, Ensembles werden gekürzt. Es ist mittlerweile ein reines Profitunternehmen geworden, vor allem bei Großunternehmen. Ich habe ja die meisten Jahre Long Run über BB Promotion bei We Will Rock You gearbeitet. Aber bei Stage Entertainment sehe ich im Moment weder die passenden Rollen, noch die interessanten Stücke, die mich reizen würden. Hinzu kommen die Umstände, wenn man sieht, was mittlerweile bei acht Shows die Woche gezahlt wird. Bei diesem Stundenlohn könnte man bald auch in einem Callcenter arbeiten. Es ist vielleicht noch nicht ganz so schlimm, aber die Tendenz geht in die Richtung und wenn man merkt, dass die Eintrittspreise immer höher und die Orchester immer kleiner werden, ist es nicht der Anspruch, den ich an eine Long Run Produktion stelle.

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BL: Bleiben wir noch beim Thema Musical. Was ist dein persönliches Lieblingsmusical bzw. was wäre deine Traumrolle?

Sascha: Es gibt zwei Rollen, die mich reizen. Zum einen der Lucheni aus Elisabeth und zum anderen Jekyll & Hyde. Beim Lucheni habe ich nicht mehr so viele Jahre Zeit, um das zu machen, aber Jekyll ist eine Rolle, die ich auch noch in 5 – 8 Jahren machen kann. Mal sehen, was in 5 – 10 Jahren noch passiert, aber das sind zwei Rollen, die mich wahnsinnig interessieren würden.

BL: Du hast zu Beginn deiner Karriere in Tecklenburg angefangen, 1996 im Zigeunerbaron während der Ausbildung. Wie kommt man nach Tecklenburg?

Sascha: Ich war gerade ein Jahr in Hamburg an der Stage School und hatte das Angebot, dort zu spielen angenommen und von da ging es dann durchweg weiter. Das Angebot kam durch meinen Lehrer, der der musikalische Leiter in Tecklenburg war. Er suchte für die Rolle der Margred Mead in Hair einen Darsteller und fragte, ob ich mich bewerben wolle. In Tecklenburg hat man dann gefragt, ob ich als Tenor den Chor vom Zigeunerbaron verstärken könne.

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BL: Seit 15 Jahren organisierst du dort regelmäßig die Pfingstgala Musical meets Pop. Wie ist deine Vorgehensweise bei so großen Planungen. Neben Pfingsten organisierst du auch noch in Wiesloch die Gala Musicals meets Rock zum Ende des Jahres.

Sascha: Das sind zwei unterschiedliche Sachen. Musicals meets Rock mache ich mit dem Rainer (Rainer Kraft ist ein langjähriger Freund von Sascha, mit dem er oft im Raum Mannheim/Heidelberg und natürlich in seiner Heimatstadt Sandhausen auftritt, Anm. d. Redaktion) zusammen und da geht es im Prinzip während der letzten Vorbereitungen zur Gala mit der Ideensammlung für das Folgejahr bereits los. In Wiesloch startet am Abend der Gala bereits der VVK für das nächste Jahr, das heißt, wir brauchen den Namen der Edition, im Idealfall haben wir schon einen Gast oder sind an ihm dran, sodass die grobe Planung da bereits abgeschlossen ist. In Tecklenburg ist es ähnlich, sodass ich am Tag der Gala mit dem Intendanten Gespräche über die kommende Gala führe. Hier ist abhängig, wer die Solisten in den Sommerproduktionen sind und was gespielt wird. Wir versuchen natürlich, von jeder Produktion 1-2 Solisten in der Gala zu haben, um diese zu promoten, aber die Planungen sind im Prinzip dauerhaft. Wenn ich einen Song im Radio höre und denke, der könnte gut da passen, dann wird er sofort in die Wiedergabeliste gesteckt. Und dann wird es konkret. Für Tecklenburg würde ich sagen, dass ich drei Monate vor Pfingsten mit den Solisten spreche und abgeschlossen ist es in der Regel fünf Wochen vorher. In Wiesloch versuchen wir auch, dass fünf Wochen vorher alles fertig ist, damit der Frank anfangen kann, die Songs zu arrangieren.

BL: Im nächsten Jahr feiert das Capitol mit zwei neuen Shows Premiere. Wirst du in diesen ebenfalls mitspielen?

Sascha: Leider nein. Beim Rößl (Zum Weißen Rößl, Premiere am 28. Juli 2017, Anm. d. Redaktion) nicht und beim Drais (Karl Drais, Premiere am 4. Feburar 2017) gab es eine Anfrage, die aber Aufgrund der Queen Kings, welche das ganze Wochenende über Shows spielen, nicht machbar ist.

BL: Thema Queen Kings, ab 2017 bist du dort neuer Frontmann. Wie kamst du zu der Band?

Sascha: Ich habe mit Rolf We Will Rock You zusammen gemacht und hatten dann immer mal Bandnights, wo wir zusammen gespielt haben. Ich hatte das schon über ein paar Ecken gehört, dass der Mirko zu den Bläck Fööss wechselt und dann kam der Anruf vom Rolf. Wir haben uns alle getroffen und schnell beidseitig bemerkt, dass es gut harmoniert, musikalisch wie menschlich. Was bei der hohen Anzahl von Shows nicht zu unterschätzen ist, nicht dass man sich nach zwei Tagen gleich auf die Nerven geht.

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BL: Du kanntest die Band aber schon vorher?

Sascha: Ich wusste zwar, wer die Band ist, und habe sie vor langer Zeit mal live gesehen, aber es war für mich nie ein Thema, da meine Fühler auszustrecken. Es war einfach unvorstellbar, dass Mirko irgendwann mal aufhört. Die Band war immer so behaftet mit ihm bzw. er mit der Band. Umso besser natürlich für mich, dass es geklappt hat, denn sie spielen auf einem verdammt hohen Level. Und darauf freue ich mich.

BL: Gibt es weitere Zukunftspläne bei dir? Eine CD vielleicht? Die letzte ist 11 Jahre her.

Sascha: Im Moment gibt es da leider nichts Neues. Mit Christof Brill (Gitarrist im Capitol, Anm. d. Redaktion) habe ich ein paar Sachen aufgenommen, aber es liegt alles in Schubläden rum. Vor ein paar Tagen war ich mit Sinner im Studio, um Vocals aufzunehmen. Mal sehen. Die letzten 2 – 3 Jahre war sehr viel los, da ich eben auch so viele Projekte habe. Wenn das mit den Queen Kings angelaufen ist, und man von Montag bis Donnerstag auch mal Zeit hat und nichts Neues vorbereiten muss, komme ich vielleicht wieder auf Ideen. Die Queen Kings bringen auch alle paar Jahre ein Album raus, da wird es irgendwann sicherlich auch was geben, aber im Moment habe ich keine Ambitionen, dass ich sage, ich bringe eine neue Platte raus.

BL: Dann bedanke ich im Namen von Bühnenlichter.de für das sehr offene Interview und dass du dir die Zeit genommen hast.

Sascha: Gerne, gerne.

Interview: Julia

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