Theater Dortmund: A Musical Christmas 2025 & Ausblick auf 2026/27

© Sandra Großhausmann

16. Dezember 2025

Zum Jahresende möchten wir die Gelegenheit nutzen, auf A Musical Christmas zurückzublicken und gleichzeitig das Musical für die kommende Spielzeit 26/27 am Dortmunder Opernhaus vorzustellen.

Wenn das Opernhaus Dortmund zu seinem alljährlichen vorweihnachtlichen Galaabend einlädt, dürfen die Fans sich auf die größten Stimmen aus der Opern- und Musicalwelt freuen. Angekündigt waren neben Ks. Morgan Moody auch das aus dem Musical „Rent“ bekannte Damen-Trio, bestehend aus Patricia Meeden, Bettina Mönch und Amani Robinson. Umso größer war die Überraschung, als Antonia Kalinowski, die derzeit im Musical „Grease“ auf der Bühne des Opernhauses zu sehen ist (Oper Dortmund 2025/26 – Grease – Bühnenlichter.de), gemeinsam mit Bettina Mönch den Song „Rebecca“ aus dem gleichnamigen Erfolgsmusical zum Besten gab.

A Musical Christmas überzeugte mit einer gelungenen Auswahl klassischer Weihnachtslieder und bekannter Musical-Hits. Es ist kaum möglich, die Highlights des Abends zusammenzufassen, da ausnahmslos jeder Song überzeugen konnte. Eine kleine Auswahl unserer persönlichen Highlights möchten wir natürlich trotzdem erwähnen.

Kammersänger Morgan Moody konnte vom ersten bis zum letzten Song des Abends überzeugen, aber nicht nur das. Mit seiner charismatischen und natürlichen Art zeigte er zudem sein Moderationstalent. Seine tiefe, gefühlvolle Gesangsstimme berührte unsere Herzen während des gesamten Abends. Besonders hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang „Stars” aus Les Misérables. Hier konnte er sein hervorragendes klassisches Gesangsvermögen sowie seine Gabe, große Gefühle zu transportieren, zeigen. Zudem berührte uns sein Duett „We Three Kings“, das er gemeinsam mit Patricia Meeden sang. Es gibt Weihnachtslieder, die in der Vorweihnachtszeit ununterbrochen im Radio gespielt werden und dadurch irgendwann nur noch nervig sind. Ein Beispiel ist „All I Want for Christmas Is You” von Mariah Carey. Morgan Moodys Version dieses Weihnachtssongs würden wir hingegen liebend gern wieder und wieder hören. Er hat sich einen bekannten Song genommen, den Stil verändert und etwas ganz Neues, Großartiges erschaffen. Chapeau für diese brillante Version!

Patricia Meeden – eine Powerfrau durch und durch. Mit ihrer außergewöhnlichen Bühnenpräsenz und sympathischen Art gehört sie zurecht zu einer der Lieblingsdarstellerinnen des Publikums. Mit ihrer Eleganz (sie absolvierte eine Ausbildung zur Bühnentänzerin) zieht sie die Zuschauenden regelrecht in ihren Bann. Neben besagtem Duett mit Morgan Moody blieb insbesondere ihre Darbietung von „A Million Dreams” in Erinnerung. Mit Bravour meisterte sie die Herausforderung, den ursprünglich für eine Männerstimme komponierten Song, zu singen. Für weihnachtliche Stimmung sorgte Patricia Meeden, als sie „Maria durch ein’ Dornwald ging“ mit so viel Gefühl sang, dass wir eine Gänsehaut bekamen. Im starken Kontrast dazu, sorgte sie zum Ende des Abends mit „Simply the Best“ aus dem Musical Tina! noch einmal für ordentlich Stimmung im Theatersaal. Mein persönliches Highlight blieb jedoch der gemeinsame Auftritt mit Bettina Mönch und Morgan Moody und dem Lied „Requiem“ aus dem Musical Dear Evan Hansen. Manchmal sind es die leisen Töne, die eine ganz besondere Wirkung entfalten.

Amani Robinson stellte eine beeindruckende Bandbreite ihres Könnens unter Beweis: Power, Gefühl, einen guten Sinn für Humor und nicht zuletzt eine herausragende Stimme. „Breath of Heaven”, in dem zwischen leisen, fragilen und kräftigen Parts gewechselt wird, raubte uns den Atem. „Take Me or Leave Me”, gemeinsam mit Bettina Mönch, erweckte Erinnerungen an die großartige RENT-Spielzeit und begeisterte uns einmal mehr. Doch es war ein Song, der hierzulande gar nicht mal so bekannt ist, der zu unserem Highlight des gesamten Abends wurde: „I Am Here” aus The Color Purple. Von den bewegenden Worten ihrer Anmoderation über die leisen Töne bis hin zum lauten Finale war jede Sekunde dieser Performance ein purer Genuss – und stand der Version von Cynthia Erivo in nichts nach.

Bettina Mönch – ebenfalls eine beeindruckende Frau mit einer kraftvollen Stimme – verkörperte in der Tourproduktion von Elisabeth die gleichnamige Hauptrolle. Im Duett mit Morgan Moody präsentierte sie den Song „Dangerous Game” aus Jekyll & Hyde. Dabei harmonierten die Stimmen der beiden hervorragend und brachten eine mystische, verführerische und gefährliche Atmosphäre in den Theatersaal. Ein Lied aus dem Popbereich: „Nothing Compares 2 U” von Sinéad O’Connor. Bettina Mönch konnte die Gefühle des Songs auf beeindruckende Weise rüberbringen: Sehnsucht, Schmerz und Trauer. Möglicherweise hat sich bei ihrer Interpretation sogar eine Träne aus meinem Augenwinkel gelöst.

 

Wir durften es bereits bekannt geben: Das neue Musical für die kommende Spielzeit heißt REBECCA. Zu sagen, die Ankündigung hätte für Begeisterungsstürme gesorgt, wäre noch untertrieben. Lauter Jubel, Freude und auch kurze Momente der Fassungslosigkeit, die von überschwänglicher Freude abgelöst wurden, waren im Publikum zu beobachten. Schon im ersten Akt bewies Bettina Mönch mit „Sie ergibt sich nicht“, dass sie die passende Stimme hat, um eine Mrs. Danvers zu verkörpern. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sie die Rolle nun auch in der neuen Spielzeit in Dortmund übernehmen wird. Gemeinsam mit Antonia Kalinowski präsentierte sie DEN Song des Musicals: „Rebecca”. Dabei konnten die beiden Frauen eindrucksvoll ihre stimmliche Harmonie präsentieren. Amani Robinson wird die Rolle der Mrs. Van Hopper übernehmen. Als wäre das noch nicht genug, dürfen wir außerdem bekannt geben, dass Mark Seibert in Dortmund die Rolle des Maxim de Winter übernehmen wird. Regie führt niemand geringeres als Gil Mehmert.

Abgerundet wurde der Abend durch ein ansprechendes, weihnachtliches Bühnenbild und die herausragende Band, bestehend aus: Jan-Felix Rohe (Gitarre), Bastian Ruppert (Keyboard/Gitarre), Stephan Schott (Schlagzeug) und Malte Winter (Bass) unter der musikalischen Leitung von Stephan Kanyar.

Wir bedanken uns beim Theater Dortmund für die Einladung und freuen uns schon jetzt darauf, dem Musical „Rebecca” im Jahr 2026 mindestens einmal, besser noch mehrmals, einen Besuch abzustatten.


Artikel von Sandra