Stage Palladium Theater: WE WILL ROCK YOU ist zurück!

Premiere der Neuinszenierung: 17.10.2025 – rezensierte Vorstellung 08.03.2026, 19 Uhr
Es war wohl das überraschendste Musical-Comeback des letzten Jahres. Am 17.10.2025 feierte „We will rock you“ nach 15 Jahren seine Premiere im Stage Palladium Theater in Stuttgart. Nachdem das Musical weltweit tourte, zog es nun in einer Neuinszenierung für eine Spielzeit, wieder mit feinstem Rock ´n´ Roll, ins Stage Palladium Theater ein.
Handlung
„We will rock you“ spielt in ferner Zukunft auf dem i- planet, der früher Erde genannt wurde. Auf diesem Planeten herrscht der Großkonzern Globelsoft unter der Leitung der rigorosen und mächtigen Killerqueen. Individualität, Kreativität und vor allem selbstgemachte Musik sind verboten. Alles bei Globesoft findet digital statt. Die Jugendlichen sollen sich nicht entfalten können und alles wird gesteuert sowie überwacht.
Der junge Träumer Galileo sowie die rebellische Scaramouche wollen sich diesem System nicht unterwerfen und brechen aus. Die Beiden treffen auf die Bohemians, Aussteiger, Rebellen und Verfechter des Rock & Roll. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem letzten existierenden Instrument auf dem Planeten.
Gemeinsam nehmen sie den Kampf für Freiheit, Liebe, Kreativität und Eigenbestimmung auf. Denn nur, wenn sie das Instrument finden, können sie den Rock & Roll retten und das digitale Machtsystem der Killerqueen zerstören.
Inszenierung
Der Rock & Roll ist wieder zurück in Stuttgart. Die Neuinszenierung von „We will rock you“ hält was es verspricht. Schon in der alten Version spielte es in der Zukunft und wurde immer der aktuellen Musikwelt etwas angepasst. Die Neuinszenierung wurde an die heutige Zeit angepasst, jedoch ohne dem Stück seine Charakter von der ersten Version zu nehmen.
Das Bühnenbild wurde etwas geändert, in manchen Szenen ist es in der aktuellen Version etwas sparsamer als früher. Dafür sind die Projektionen und digitalen Einblendungen moderner und stärker. Die Choreographien sind energiegeladen und sehr gut auf die einzelnen Szenen angepasst. Die Kostüme wurden überarbeitet, angepasst und verleihen dem Stück einen moderneren Touch.
Auch wenn es in der alten Inszenierung sehr umstritten war, dass die Songs teils auf deutsch gesungen wurden, so fehlte mir persönlich genau das in der neuen Version. Die deutschen Passagen trugen damals zum besseren Verständnis bei und wirkten z.B. bei „No one but you“ mit dem deutschen Text emotionaler. Auch das Erscheinen des gesuchten Instrumentes war in der früheren Version spektakulärer.
Den Humor, welcher sich komplett durch das gesamte Musical zieht, wurde perfekt in die heutige Zeit geholt und sorgte im Publikum durchgehend für gute Laune.
Als Galileo begeisterte an diesem Abend Sjoerd van der Meer. Im ersten Akt wirke er noch etwas zurückhaltend, jedoch im zweiten Akt zeigte er was stimmlich sowie darstellerisch alles in ihm steckt. Bei „ Hammer to fall“ brillierte er mit Isabel Waltsgott ( Scaramouche). Darstellerisch verlieh er Galileo alles, was diesen verträumten Charakter ausmacht. Gesanglich eroberte er den Olymp of Rock mühelos. Es machte große Freude ihm zusehen und zuhören zu dürfen.

Isabel Waltsgott spielte die rebellische, selbstbewusste Scaramouche. Mit ihrer kraftvollen Stimme unterstrich sie die Charakterzüge ihrer Rolle. Dynamisch, frech und wild fegte sie über die Bühne. Sie zeigte was alles in ihr steckt und sang in Perfektion. Auch die Duette mit Sjoerd van der Meer (Galileo) harmonierten gesanglich wie darstellerisch sehr gut.
Die Überraschung des Abends waren Nicolas Christahl (Tazer) und Helena Lenn (Meat). Mit unglaublicher Power und Leidenschaft rockten sie das Theater. Stimmlich absolut brillant zogen sie das Publikum in den Bann und bekamen lauten Applaus. Sie spielten nicht nur ihre Figuren, sie lebten sie. Helena Lenn sorgte mit „ No one but you “ für Gänsehaut. Es war ein Genuss, solch großartige Darstellende auf der Bühne erleben zu dürfen.
Christian Schöne erschuf an diesem Abend einen grandiosen Zuckermusk. Schönes Fingerspitzengefühl, seine Rolle so detailreich und perfekt zu erarbeiten und darzubieten sucht seines gleichen. Diesen Charakter mit all den dazugehörenden Facetten von machtgierig bis unterwerfend, so großartig auf die Bühne zu bringen, erfordert absolutes Können. Auch gesanglich lieferte Christian Schöne in Perfektion ab. Das Zusammenspiel mit Marle Martens (Killerqueen) war hochkarätig.

Eine grandiose Killerqueen lieferte Marle Martens ab. Unglaublich taff, stark, machtgierig und herrisch verkörperte sie diese Rolle. Es war faszinierend zu sehen, wie wandelbar sie als Darstellerin ist, habe ich sie doch schon in verschiedensten Rollen erleben dürfen. Als Killerqueen zeigte sie wie stark und kraftvoll ihre Stimme ist und lies keinen Zweifel daran, wer bei Globalsoft das Sagen hat. Eine absolute Powerfrau.
Den sympathischen und liebenswürdigen Pop verkörperte Reinwald Kranner. Ein wenig Hippie und immer gelassen, zeigte er auf, was der Rock ´n´ Roll wirklich bedeutet und warum er für alle Generationen wichtig ist. Mit seiner sanften Stimme und dennoch energiegeladenen Darstellung verlieh er dem Stück Charme.
Dieses Musical lässt sich nicht in eine Schublade stecken und genau das, macht dieses Stück aus. Darstellende, welche man schon in anderen Rollen erleben konnte, können sich in diesem Musical von einer ganz anderen Seite präsentieren und genau das schätze ich sehr.
„We will rock you“ lebt auch in dieser Inszenierung von den weltbekannten, großartigen Queen – Songs, welche die Band des Stage Palladium Theaters fantastisch gespielt und gerockt haben und vor allem von der gigantischen Cast, welche den Saal zum beben brachte und den Olymp of Rock mit viel Leidenschaft und Energie eroberte.
Ob Fans von damals oder neue interessierte Zuschauer, „We will rock you“ vereint jung und alt im Rock ´n´ Roll. „We will rock you“ ist noch bis September 2026 in Stuttgart zu erleben, danach wird die Killerqueen von &JULIA abgelöst.
In weiteren Rollen/Ensemble:
- Kim Unger
- Miriam Neumaier
- Linda Seefried
- Samara Clarke
- Michelle Bergé
- Tatyana Gilbertson
- Fillie Corbalan
- Priscilla Osegie
- Enrico Treuse
- Nayim Temine
- Andrea Gorassini
- Joan Santacana Ceron
- Ezequiel Corbalán
- Olivier Scheers
- Es spielte die Band des Stage Palladium Theaters unter der Leitung von Boris Ritter
Wir bedanken uns bei Stage Entertainment für die Einladung.
Artikel von Rebecca G.