Sister Act – Tecklenburg 2022

Freundschaft ist das, was zählt!

© Freilichtspiele Tecklenburg

Sister Act, ein Musical, welches die letzten Jahre und vor allem auch in diesem Jahr gefühlt an jeder zweiten Bühne zu erleben ist. Vorteil: jeder Interessierte muss nicht unbedingt durch die halbe Republik fahren. Nachteil: es handelt sich bei jeder Bühne um eine andere Inszenierung und somit kann die Regie verschieden ausfallen.

In Tecklenburg hat man mit Werner Bauer als Regisseur jemanden engagiert, der nicht nur bereits zahlreiche Musicals inszeniert hat, sondern der selbst auf den Brettern, die die Welt bedeuten, gestanden hat (u. a. als Professor im TANZ DER VAMPIRE). In Tecklenburg hat er in der Vergangenheit bereits Regie geführt für JOSEPH, sowie für Monty Pyhtons SPAMALOT.

Die Freilichtbühne Tecklenburg bietet so einige Möglichkeiten für eine Inszenierung. Bauer hat sich für ein zeitlich passendes Setting entschieden. Sister Act spielt in den 1970er Jahren und dies zeigt sich hier nicht nur in den Kostümen (Karin Alberti). Im Bühnenbild (Jens Janke) finden sich alte Schreibmaschinen, Radios, Lampen oder ein Auto aus den 70er-Jahren. Die Choreografien (Till Nau) passen ebenfalls in den zeitlichen Handlungsrahmen. Der John Travolta Move darf nicht fehlen.

© Freilichtspiele Tecklenburg

In Tecklenburg scheute man sich nicht, allen Ordensschwestern einen Namen zu geben. So gab es neben Schwester Mary Robert (Katia Bischoff), Mary Lazarus (Mona Graw) und Mary Patrick (Jennifer Kohl) auch Mary Lichter (Birgit Widmann), Mary Lafer (Gülfidan Soylemez), Mary Nirvana (Regina Venus), Mary Curata (Esther-Larissa Lach), Mary Honorata (Lara Schitto) und Mary Passionata (Dominique Aref). Bei der Vorstellung der Ordensschwestern heimsten Lichter und Lafer die meisten Lacher ein, waren sie doch auch für das Festessen verantwortlich.

Peti van der Velde war bereits 2010 in Hamburg als Cover von Deloris zu erleben. Sie überzeugt auf ganzer Linie. Der Übergang zwischen der gefeierten Deloris mit dem Song „Sister Act“ und der Erkenntnis, was sie wirklich braucht, gehört zu den Überraschungsmomenten des Abends. Die Reprise von „Die Welt, die ich nicht sah“ in der Interpretation van der Veldes rührt zu Tränen.

Die Mutter Oberin wird von Masha Karell verkörpert. Mit „Hier an diesem Ort“ lädt Karell zum Nachdenken ein. Ihre warme Stimme verzaubert. Das komödiantische Talent kommt in SISTER ACT ebenfalls nicht zu kurz.

© Freilichtspiele Tecklenburg

Fabio Diso spielte „Schwitze Fritze“ aka Eddie zauberhaft verpeilt. Bei Eddies einzigem Solo „Tief in mir“ bekommt der Zuschauer nicht nur tiefe Einblicke in seine Gefühlslage. Diso überzeugt in allen drei Sparten des Musicalfachs.

Martin Pasching verkörpert den skrupellosen Curtis. Unterstützt wird er von TJ (Florian Albers), Joey (Benjamin Eberling) und Pablo (Mathias Meffert). Dieses Quartett ist herrlich komisch und kriminell zugleich. Mit „Ich mach sie kalt“ präsentiert sich Pasching von einer schönen schleimigen und bösen Seite. Sein unterstützendes Trio zeigt sich von einer komödiantischen Seite bei „Hey, Schwester“.

© Freilichtspiele Tecklenburg

Schwester Mary Robert wird gespielt von Katia Bischoff. Als Nonnenschülerin lernt sie durch Deloris ein neues Leben kennen. „Die Welt, die ich nie sah“ rührt durch Bischoffs Interpretation. Ihre Stimmfarbe wird in all ihren Facetten dem Publikum präsentiert. Gänsehaut ist vorprogrammiert.

SISTER ACT in Tecklenburg überzeugt auf ganzer Linie. Eine Open Air Inszenierung, wie man sie sich besser nicht hätte vorstellen können. Die Band unter der Leitung von Giorgio Radoja tut ihr Übriges. Wie gewohnt, kommt in Tecklenburg keine Musik vom Band, sondern es wird stets live gespielt.

SISTER ACT ist noch bis zum 25. August bei den Freilichtspielen zu erleben. Tickets gibt es an allen bekannten VVK-Stellen (ACHTUNG! Zusätzliche Gebühren) oder direkt an der Tageskasse.

Komplette Cast & Crew in Tecklenburg

  • Inszenierung: Werner Bauer
  • Musikalische Leitung: Giogio Radoja
  • Bühnenbild: Jens Janke
  • Kostüme: Karin Alberti
  • Choreographie: Till Nau
  • Deloris van Cartier: Peti van der Velde
  • Mutter Oberin: Masha Karell
  • Schwester Mary Robert: Katia Bischoff
  • Schwester Mary Patrick: Jennifer Kohl
  • Schwester Mary Lazarus: Mona Graw
  • Monsignore O Hara: Andreas Goebel
  • Curtis: Martin Pasching
  • Eddie: Fabio Diso
  • TJ: Florian Albers
  • Joey: Benjamin Eberling
  • Pablo: Mathias Meffert
  • Schwester Mary Curata: Esther-Larissa Lach
  • Schwester Mary Nirvana: Regina Venus
  • Schwester Mary Theresa: Janina Niehus
  • Schwester Mary Lichter: Birgit Widmann
  • Schwester Mary Lafer: Gülfidan Soylemez
  • Schwester Mary Honorata: Lara Schitto
  • Schwester Mary Passionata: Dominique Aref
  • Ernie: Julian Schier
  • Ensemble: Jan Altenbockum, Jürgen Brehm, Zoltan Fekete, Lukas Haiser, Mathias Meffert, Julian Schier

 

Impressionen vom Schlussapplaus

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Artikel von Anna-Virginia