Showslot: Saturday Night Fever 2025

Premiere der Tour: 04. September 2025 – besuchte Vorstellung: 07. September 2025, 14 Uhr
Showslot bringt derzeit Saturday Night Fever (von Robert Stigwood und Bill Oakes, in der neuen Version von Ryan McBryde und deutschen Dialogen von Anja Hauptmann) unter der Regie von Christopher Tölle wieder auf die Bühne. Das Stück basiert auf dem bekannten Musikfilm der 70er Jahre, mit der Kultmusik der Bee Gees. Ich durfte beim ersten Tourstop in der Stuttgarter Liederhalle dabei sein.
Das Stück handelt von Tony Manero (Alexander Auler), einem 19-Jährigen, der in New York in einem Farbengeschäft arbeitet und es auch familiär nicht so einfach hat, mit einem arbeitslosen, trinkenden und aggressivem Vater (Tim Olcay), der ihn als schwarzes Schaf der Familie sieht. Deshalb träumt Tony von einem besseren Leben abseits von Brooklyn und seine große Leidenschaft ist eigentlich das Tanzen. Er kann es immer kaum erwarten, dass wieder Samstag ist und er mit seinen Freunden in seinem Lieblingsclub abhängen kann und dort eine Weile der Realität entfliehen kann. Dort lernt er auch die hübsche Stephanie Mangano (Shania Ochsner) kennen und möchte mit ihr einen Tanzwettbewerb gewinnen, mit dessen Preisgeld sie ein neues Leben starten könnten. Und zwischen den Beiden bleibt es auch nicht nur bei Tanzpartnern, auch wenn sich Stephanie erst vehement gegen mehr verschließt…
Cast
Alexander Auler passt prima in die Rolle des Tony Manero. Er hat stets starke Bühnenpräsenz, zeigt klasse Tanzmoves und auch die verschiedenen emotionalen Facetten Tonys, von etwas jugendlich naiv, träumerisch über voll motiviert bis hin zu richtiger Wut und Verzweiflung, aufgrund seiner familiären und auch Lebenssituation, spielt er sehr überzeugend. Auch stimmlich punktet er sowohl durch seine Präsenz, aber auch einer sehr angenehmen Stimmfarbe, die einen vorallem bei den Balladen „Immortality“ und „How deep is your love“ emotional richtig berührt.

Shania Ochsner ist als Stephanie Mangano erst die Unnahbare, etwas Arrogante und Zickige, taut dann aber auf und lässt Tony doch näher an sich heran und all das spielt sie auch sehr authentisch. Ihre Tanzbewegungen sind großartig und mit so viel Eleganz, man sieht ihr wirklich gerne dabei zu. Auch gesanglich beeindruckt sie mit schöner und starker Stimme.
Christian Bock spielt Bobby C, einen von Tonys besten Freunden, der unglücklich ein Mädchen geschwängert hat, dass er aber auf keinen Fall heiraten will. Bock spielt die Hilflosigkeit und Verzweiflung seiner Figur so gut, dass man mit ihm mitfühlt. Seine sehr gefühlvoll gesungene Version von „Tragedy“ ist wunderschön.
Niklas Brunner als Double J und Maximilian Vogel als Joey sind als Tonys weitere beste Kumpels dagegen recht unsympathisch und sehr machohaft in ihren Rollen. Sie spielen dies Beide sehr glaubhaft.
Marie Louise Marliepaard spielt Annette, die gerne Tony für sich gewinnen möchte, selbstbewusst und präsent, auch wenn sie immer wieder einen Korb von diesem bekommt. Mit ihrer Solonummer „If I can’t have you“ hinterlässt sie auch gesanglich Eindruck beim Zuschauer.

Joey Heindle tritt als DJ Monty energiegeladen auf und bringt zusätzlichen Schwung und etwas Glam in das Stück. Auch alle anderen Beteiligten aus der Cast bringen stets viel Energie und Spielfreude auf die Bühne.
Musik und Choreografien
Die Musik des Stückes ist durchgängig 70er Jahre Discosound, mit vielen bekannten Songs der Bee Gees, wie dem Titeltrack „Night Fever“, „Tragedy“, „You should be dancing“ oder „Jive Talkin'“, in Arrangements von Robert Stigwood, Bill Oakes, Ryan McBryde, Hans Rose und Luis Richter. Es sind viele Tanznummern dabei, aber auch Emotionen kommen nicht zu kurz mit ein paar gefühlvollen Balladen, wie „How deep is your love“ oder „Immortality“ Die musikalische Leitung der Tour haben Hans Rose und Luis Richter.
Die Choreografien von Christopher Tölle und Nigel Watson sind den Songs angepasst meist energiegeladen, schwungvoll und ausdrucksstark. Auch so manche bekannte Pose aus dem Film darf natürlich nicht fehlen. Es gibt viele größere Ensembletanznummern, die einen richtig mitreißen und auch die Paartanznummern sind beeindruckend.
Kostüme
Die Kostüme von Heike Seidler wirken authentisch im Stil der 70er Jahre. Schlaghosen, Plateauschuhe, knallige Farben, Muster und metallic Looks, dazu passend auch die Frisuren und Accessoires, so dass man sich richtig in die Zeit der 70er zurückversetzt fühlt als Zuschauer.
Bühnenbild und Beleuchtung
Das Bühnenbild von Andrew Exeter erinnert einen vom Grundsatz an eine New Yorker Straßenszenerie mit Ampeln, Stahlkonstruktionen, die aussehen wie Hochgleise ect. Durch eine Trennwand im Hintergrund werden verschiedene Räume geschaffen wie die Wohnung der Maneros oder auch der Tanzclub. Ergänzt wird das Ganze noch durch schieb- und drehbare große Würfelelemente mit denen noch verschiedene zusätzliche Ebenen oder kleine Räumlichkeiten geschaffen werden können. Die Beleuchtung wechselt von knallig bunt im Club, über gedämpft in der Wohnung der Maneros bis hin zu eher düster, wenn sich die Handlung draußen auf den Straßen abspielt und passt sich so gut der jeweiligen Szenerie an.

Showslot ist mit Saturday Day Night Fever eine mitreißende Inszenierung gelungen, die auch durch die Bank toll besetzt ist. In den nächsten Wochen macht die Tour noch verschiedene Stops quer durch Deutschland und in Graz in Österreich. Tickets gibt es auf der Homepage von Showslot.
Wir bedanken uns herzlich bei Showslot für die Einladung!
Artikel von Claudia
Tagesbesetzung:
- Tony Manero – Alexander Auler
- Stephanie Mangano – Shania Ochsner
- BobbyC- Christian Bock
- Annette – Marije Louise Maliepaard
- Double J – Niklas Brunner
- Joey – Maximilian Vogel
- DJ Monty – Joey Heindle
- Frank Jr/Fosco – Tim Edwards
- Frank Manero Sr – Tim Olcay
- Maria – Emily Bellingham
- Flo Manero/Clubsängerin – Daniela Moser
- Jay – Simon Lausberg
- Chester – Louis Parkins
- Linda – Anna Reeves
- Shirley – Clara Marie Hendel
- Doreen – Sandra Bitterli
- Cesar – Lucas Wells
- Swings – Gaia Cometto und Leo Wennerstrand