Moulin Rouge – Das Musical erstmals in der Schweiz

UK Tour begeistert in Zürich!

©Matt Crockett

Standortpremiere & rezensierte Vorstellung: 21. Januar 2026

Premiere des Musicals „Moulin Rouge!“ in der Schweiz, basierend auf dem gleichnamigen Film von Baz Luhrmann (2001). Die Bühnenadaption verbindet die opulente Bildsprache und die leidenschaftliche Liebesgeschichte des Films mit einem modernen Musical-Soundtrack (über 70 der grössten Pop Hits aller Zeiten) und massiven Showelementen.

Das mit zehn Tony Awards ausgezeichnete Musical ist dieses Jahr zum ersten Mal in der Schweiz! Es wurde als «Bestes Musical 2020» betitelt und begeistert weltweit Millionen von Besucher:innen mit pompösen Inszenierungen und atemberaubenden Bühnenbildern.

Die Handlung

Paris, 1900. Im Herzen von Montmartre will Christian, ein junger Schriftsteller aus London, als Künstler ein Teil der «Revolution der Bohème» werden. Die Werte der Revolution sind Wahrheit, Schönheit, Freiheit und Liebe. Christian glaubt vor allem an die Liebe. Er trifft auf ein buntes Ensemble aus verschiedenen Künstlern, darunter Toulouse-Lautrec, die gerade an der Inszenierung eines neuen Stücks arbeiten und sie dem Betreiber des Moulin Rouge, Harold Zidler, vorstellen wollen. Christian wird durch sein Talent zum neuen Autor des Stücks.
Um das Stück im Moulin Rouge aufführen zu können, versucht das Ensemble, Satine, den «funkelnden Diamanten» und Kurtisane des Moulin Rouges dafür zu gewinnen. Dabei verliebt sich Christian vom ersten Moment an unsterblich in den Star des Moulin Rouge. Mit seiner feinfühligen, künstlerischen Art und seinem idealistischen Glauben an die Liebe gewinnt Christian Satines Herz.

Sie müssen ihre Liebe allerdings verstecken, da «der Duke», ein Finanzier und Unterstützer des Moulin Rouge, den begehrten Star, Satine, für sich haben will. Satine, die schon lange von einer Karriere als Schauspielerin träumt, muss dem Duke vorspielen ganz ihm zu gehören, damit der Duke das Stück des Ensembles finanziell unterstützt.
Intrigen, Eifersucht, der Kampf um künstlerische Freiheit und Liebe treiben die Figuren an. Bis am Schluss die Liebe siegt, jedoch aufgrund von Satines Tod nicht lange währt. Christian bleibt nach dem Tod von Satine in Montmartre und schreibt ihre (seine und Satines) Geschichte nieder. «The greatest thing you’ll ever learn, is how to love an be loved in return» lautet sein Fazit.

©Matt Crockett

Mein Erlebnis

Moulin Rouge war als Jugendliche einer meiner Lieblingsfilme, weshalb ich einerseits hohe Erwartungen aber auch die Angst hatte durch das Musical enttäuscht zu werden. Ich wurde nicht enttäuscht und war von Anfang an gefesselt von dieser bildgewaltigen, spektakulären Show.

Das Bühnenbild war für mich eines der beeindruckendsten Elemente der Aufführung: man fühlte sich tatsächlich nach Montmartre versetzt. Das Stadtviertel wurde durch detailreiche dreidimensionale Häuserfronten zum Leben erweckt. Glitzer, opulente Dekorationen und zahlreiche wechselnde Bühnenbilder erzeugten eine dicht bespielte, visuell überwältigende Welt. Die Lichtdramaturgie war genial eingesetzt und unterstützte die jeweiligen Stimmungen. Beispielsweise die grüne Belichtung in der Absinth-Szene oder der funkelnde Sternenhimmel in der Liebeszene. Es gab so viele Sinneseindrücke, dass man oft nicht wusste, wohin man zuerst schauen sollte – im besten Sinne überwältigend.

Christian (Nate Landskroner) überzeugte schauspielerisch in jeder Szene. Er trug die emotionale Linie des Abends glaubwürdig und verkörperte den talentierten, armen, idealistischen Künstler, der an die Liebe glaubt, perfekt. Toulouse-Lautrec (Kurt Kansley) brachte viel Humor und Energie auf die Bühne — oft ein Stimmungshöhepunkt. Satine beeindruckte stimmlich durch enorme Präsenz und Gesangskraft. Ihre Nummern sorgten bei mir für Gänsehaut. Ihre Krankheit konnte sie schauspielerisch glaubwürdig darstellen, sodass man mit ihr mitlitt. Auch das Ensemble lieferte kraftvoll ab und trug, unter anderem mit ihren farbigen, fulminanten Kostümen und den beeindruckenden Tanzeinlagen, entscheidend zum Gesamterlebnis bei.

© Johan Persson

Die Musik mischte bekannte Pop- und Rocksongs mit Stücken aus dem Film zu einem musikalischen Feuerwerk. Viele Lieder verschmolzen miteinander, wurden übereinandergelegt und fügten sich ins Gesamtkunstwerk. Aus dem Augenwinkel nahm ich wahr, wie sich eine Nachbarin fast nicht auf ihrem Sitz halten konnte, sosehr schien es sie zum Mitsingen/Mittanzen zu verführen. Tanzszenen, Choreografien und Kostüme waren spektakulär und perfekt auf das Bühnenbild abgestimmt — visuell und rhythmisch eine Sensation.

Mehrere Szenen stachen hervor: große Ensembletänze mit aufwendigen Kostümen (zum Beispiel «Lady Marmalade»), intime Duette zwischen Christian und Satine sowie Momente, in denen Bühne, Licht und Musik zu einem einzigen, kraftvollen Bild verschmolzen. Besonders hervorheben möchte ich hier die Absinth-Szene, die für mich sogar beeindruckender als im Film dargestellt wurde. Jede Sekunde dieses Musicals war ein Erlebnis.

„Moulin Rouge!“ ist ein echtes Gesamtkunstwerk — eine perfekte Mischung aus Film-Nostalgie und neuen Interpretationen. Die Produktion bietet Spektakel, grosse Gefühle und musikalische Höhepunkte, ohne sich in Effekthascherei zu verlieren. Für Fans des Films wie für Neuentdecker ist das Musical ein mitreissender Abend voller Glanz, Energie und Emotionalität. Ich kann die Aufführung von ganzem Herzen empfehlen.

Hauptrollen

  • Satine Verity Thompson
  • Christian Nate Landskroner
  • Harold Zidler Cameron Blakely
  • Toulouse-Lautrec Kurt Kansley
  • The Duke James Bryers
  • Santiago Rodrigo Negrini
  • Nini Kahlia Davis
  • Arabia Sayaka Kato
  • Baby Doll Scott Sutcliffe
  • La Chocolat Ellie Jane Grant
  • Ensemble: Dominic Booth ,Avigalle Mendoza, Sol Childs, Carly Miles, Kamau Davis, Luchia Moss, Tosca Fischer, Matt Powell, Tessa Fox, Samuel Routley, Johnny Galeandro, Sorcha Stephenson, Leyton Holmes, Frazer Woolcott, Jacob Kohli
  • Dirigent Ben Ferguson
© Johan Persson

Moulin Rouge ist noch bis am 01.03.2026 im Theater 11 in Zürich zu sehen.

Vielen Dank an FBM Management für die Einladung!


Bericht von Gastautorin Michèle