Magic Musical Moments – Highlights aus aller Welt – Serenadenhof Nürnberg 2025

Der Wettergott muss eindeutig ein Jonas Hein- und Roberta Valentini-Fan sein, denn entgegen sämtlicher Wetterprognosen, die im Vorfeld eher schlechtes Wetter vorhergesagt hatten und sogar zeitweise befürchten ließen, dass das Konzert nicht draußen im Serenadenhof, sondern drinnen im Musiksaal stattfinden würde, blieb der angekündigte Regen aus – jedenfalls pünktlich bis zu dem Moment nach dem Konzert, in dem auch der letzte Fan gerade seine Autogramme und Fotos bekommen hatte!
So durften wir dann doch da draußen, zwar nicht im Sonnenschein, aber bei recht gutem Wetter, im wunderschönen Serenadenhof mit seinen grünen Bäumen einen unvergesslichen Musicalkonzertabend genießen. Bereits seit einigen Jahren sind die Musicalkonzerte im Serenadenhof, bei denen bekannte MusicaldarstellerInnen begleitet von den Nürnberger Symphonikern einen Mix aus Musicalsongs präsentieren, eine beliebte Tradition.
In diesem Jahr übernahmen die Gesangsparts Roberta Valentini (für die gebürtige Nürnbergerin ein erneutes Heimspiel) und Jonas Hein. Gemeinsam mit den Nürnberger Symphonikern unter der Leitung von Bernd Steixner nahmen sie das Publikum mit auf eine spannende, berührende und unterhaltsame Reise durch die Musicalwelt, bei der die gelungene Auswahl der Songs nicht nur eine bunte Mischung aus Klassikern, eher selten gespielten Stücken und aktuellen Produktionen bot, sondern zugleich auch zu großen Teilen einen Querschnitt durch die bisherigen Engagements von Roberta und Jonas darstellte, was dem Abend zusätzlich eine persönliche Note verlieh.
Eröffnet wurde der Abend von den Nürnberger Symphonikern mit der Overtüre von „My fair Lady“, bevor dann Roberta – passend zu ihrer eigenen Rückkehr nach Nürnberg – im ersten Song des Abends aus 3 MUSKETIERE „Mylady ist zurück“ verkündete. Es folgten drei Songs aus ELISABETH, ein Stück, in dem Roberta selbst als Titelfigur auf der Bühne gestanden hat, zuletzt bei der konzertanten Fassung, die von Dezember 2024 bis August 2025 durch Deutschland, Österreich und die Schweiz tourte. Jonas eröffnete diesen Block mit „Der letzte Tanz“, womit er sofort das Publikum in seinen Bann zog, die Anziehungskraft, aber auch die Gefahr, die von dieser Figur ausgehen, waren in seinem Gesang förmlich spürbar. Er wäre mit Sicherheit ein großartiger „Tod“, zu dem sich nicht nur Kaiserin Elisabeth hingezogen fühlen würde! Der nächste Song war dann das Duett „Wenn ich tanzen will“, hier sorgten Roberta und Jonas gemeinsam für ein erstes Highlight. Bei einem ELISABETH- Block darf natürlich der große Song der Kaiserin „Ich gehör‘ nur mir“ nicht fehlen, den Roberta wieder einmal wahrhaft kaiserlich präsentierte.
Nach dem instrumentalen „Carousel Waltz“ folgte mit „Draußen“ aus DISNEYS DER GLÖCKNER VON NOTRE-DAME der Gänsehautmoment des Abends: Jonas stand in der Rolle des buckligen Glöckners „Quasimodo“ von 2017-2019 in Berlin, München und Stuttgart ungefähr 500 Mal auf der Bühne, und auch jetzt, sechs Jahre später, traf er mit seiner berührenden Interpretation dieses Songs wieder mitten ins Herz. Doch er weckte damit nicht nur Erinnerungen an unvergessliche „Glöckner“-Zeiten, er betonte in der Anmoderation ebenso, die Rolle des Quasimodo habe ihn gelehrt, dass man Menschen aufgrund ihres Äußeren nicht verurteilen oder anders behandeln sollte, und machte damit noch einmal deutlich, wie zeitlos und wichtig die Aussage dieses Stückes bis heute ist.

Im Anschluss an diesen eher nachdenklich stimmenden Magic Moment wurde es mit dem Duett „A Million Dreams“ aus THE GREATEST SHOWMAN etwas romantischer, bevor Roberta mit ihrer zauberhaften Version von „Defying Gravity“aus WICKED das Publikum genauso verhexte wie einst in Oberhausen als grüne Hexe„Elphaba“ auf ihrem Besen und es in die Pause entließ.
Zu Beginn des zweiten Teils unternahmen die Nürnberger Symphoniker zunächst mit „Anthem“ aus dem Film TOP GUN einen kleinen Ausflug in die Filmwelt, bevor es passend zur einsetzenden Dämmerung mit zwei Stücken aus TANZ DER VAMPIRE musicalisch-gruselig wurde: Erst besangen Roberta und Jonas gemeinsam die „Totale Finsternis“, dann Jonas „Die unstillbare Gier“, ein Song, der nicht nur eng mit dem Anfang seiner Karriere verbunden ist, sondern ebenso mit seiner Zeit als „Graf von Krolock“ im Oberhausener Metronom-Theater. Während die tanzenden und singenden Vampire samt Obervampir „Graf von Krolock“ längst Kultstatus besitzen, ist das Musical „Kristina från Duvemåla“ hierzulande vergleichsweise eher unbekannt. Daher war der Song „You have to be there“ aus diesem Stück, wunderschön interpretiert von Roberta, für viele ZuhörerInnen wohl eine echte Neuentdeckung. Altbekannt dürften dagegen wieder die darauf von den Nürnberger Symphonikern präsentierten Melodien aus „Phantom of the Opera“ gewesen sein.
Von den Katakomben der Pariser Oper ging es dann hinauf in den Olymp zu HERCULES, dessen Song „Go the distance“ Jonas mit seiner wunderschönen Stimme und jeder Menge Gefühl absolut packend interpretierte, so dass man sich mühelos vorstellen konnte, Hercules hautnah auf seiner Heldenreise zu begleiten. Zum Abschluss nahm uns Roberta noch als „Elsa“ mit ihrer in Deutsch, Englisch und Italienisch gesungenen Version von „Let it go“ aus FROZEN mit in den hohen Norden nach Arendelle. Damit war der offizielle Programmteil beendet, aber da das Publikum natürlich noch nicht bereit war, sie und Jonas los- oder besser ziehen zu lassen, gab es selbstverständlich noch eine Zugabe, genauer gesagt, sogar zwei, und zwar „Waterloo“ und „Thank you for the music“ aus MAMMA MIA. Spätestens da hielt es niemanden mehr auf seinem Platz und das Publikum sang und tanzte begeistert mit. Ein absolut gelungener Konzertabend, der noch lange nachklingen und in Erinnerung bleiben wird!
Artikel von Andrea