Kulisse Eimke: Nonn(s)ens 2025

Ein Geheimtipp in der Lüneburger Heide

© Olaf Potent

Schon beim Betreten der Kulisse in Eimke spürten wir: Hier stimmt einfach alles. Die modernen und zugleich gemütlich gestalteten Innenräume schaffen eine Atmosphäre, die von Anfang an zum Verweilen einlädt. Stilvolle Details und eine herzliche Ausstrahlung machen den Veranstaltungsort zu einem echten Geheimtipp für Musikliebhaber. Wir wurden sehr freundlich empfangen und was uns besonders positiv auffiel: Das komplette Personal war dem Musical entsprechend als Nonne verkleidet, sodass man gleich zu Beginn in die richtige Stimmung kam. Der neu gestaltete Theatersaal ist gemütlich und durch ansteigende Sitzreihen ab Reihe 3 kann man von überall aus gut sehen.

Das Musical „Non(n)sens“ ist eine spritzige, humorvolle Komödie voller Musik, Witz und Herz. Fünf Nonnen eines kleinen Klosters müssen dringend Geld auftreiben, nachdem ein Abendessen unerwartete Folgen hatte. Kurzerhand organisieren sie eine Benefiz-Show – und bringen dabei nicht nur ihre Talente, sondern auch ihre ganz persönlichen Eigenheiten auf die Bühne, wie z.B. die nach Anerkennung strebende Schwester Maria Hubert (sehr überzeugend gespielt von Annette Krossa). 

Mit charmanten Charakteren, schwungvollen Songs und jeder Menge Situationskomik sorgt „Non(n)sens“ für beste Unterhaltung. Diese Mischung kam beim Publikum sehr gut an und es wurde viel gelacht. 

© Olaf Potent

Die Geschichte beginnt mit einem skurrilen, schwarzhumorigen Ausgangspunkt: Nach einem fatalen Abendessen sind 52 Nonnen des Klosters „Die kleinen Schwestern von Pinneberg“ verstorben. Da das Geld für die Beerdigungen fehlt, entscheiden sich die verbliebenen fünf Schwestern, eine Show aufzuführen, um Spenden zu sammeln. Eingeführt in die Thematik und das Problem des Klosters werden wir von Patrizia Margagliotta als Schwester Maria Robert Anne, die (wie im Übrigen alle Darstellerinnen des Abends) ihre Rolle so überzeugend spielt, dass man gleich zu Beginn vergisst, dass das gar keine echte Benefiz-Gala, sondern ein Musical ist.

Was folgt, ist ein wilder Ritt durch Gesang, Tanz, Stand-Up-Comedy und augenzwinkernde Religionssatire – stets mit dem nötigen Fingerspitzengefühl und Respekt. Auch das Publikum wird mit eingebunden. So werden immer mal wieder Fragen an die Zuschauerinnen und Zuschauer gestellt und es gibt sogar ein Quiz, bei dem Preise gewonnen werden können (einen davon haben wir abgestaubt 😊).

Herzstück des Musicals sind ohne Frage die fünf sehr unterschiedlichen Nonnen, die allesamt mit großem komödiantischem und musikalischem Talent glänzen. Die gestrenge, aber bemühte Mutter Oberin Schwester Maria Regina (Claudia Reimer), die ehrgeizige Schwester Hubert (Annette Krossa), die naive Schwester Amnesia (Johanna Haas), die bereits erwähnte burschikose Schwester Robert Anne und die kindlich-kreative Schwester Leo (Fiorina Bogatu) sorgen gemeinsam für ein mitreißendes Spektakel. Jede Figur hat ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Lieder und ihren ganz eigenen Zugang zur Bühne – das sorgt für Abwechslung, Tiefe und viele Lacher.

© Olaf Potent

Begleitet werden die fünf Nonnen von Pastor Ashton (Michael Ashton) am Klavier. Musikalisch bietet das Stück „Non(n)sens“ eine bunte Mischung aus verschiedensten Stilen – von Gospel über Musical-Balladen bis hin zu Charleston und Kabarettnummern. Die Songs sind eingängig, pointiert und perfekt auf die Charaktere zugeschnitten. Jede Nonne erhält hierbei ihre besonderen Bühnenmomente.

Johanna Haas als Schwester Maria Amnesia spielt die Rolle, der unter Amnesie leidenden Nonne intensiv und überzeugend. Man fiebert im Publikum regelrecht mit, ob es ihr gelingt, ihren richtigen Namen herauszufinden. Claudia Reimer glänzt als Schwester Maria Regina mit Klarheit in der Stimme und einer prägnanten Bühnenpräsenz. Ihre Darstellung verbindet Autorität mit Mitgefühl und legt eine emotionale Spannweite frei, die das Stück enorm bereichert. Fiorina Bogatu überzeugt als Schwester Maria Leo im Musical Nonnsens mit starker Bühnenpräsenz, einer klaren Stimmführung und einer einfühlsamen Darstellung. Annette Krossa setzt mit ihrer Authentizität und Wärme Akzente, die das Ensemble wunderbar abrunden. Ihre Figur Schwester Maria Hubert hingegen, sorgt mit ihrem herrlich bayrischen Akzent und ihrem trockenen Humor für viel Unterhaltung.

Die Inszenierung setzt auf ein minimales Bühnenbild mit wenigen Requisiten. Dadurch rücken Figuren, Bewegungen und Sprache in den Fokus. Trotz wenigen Utensilien (Klavier, Kiste) auf der Bühne gelingt es, eine dynamische und lebendige Atmosphäre zu schaffen. Die Nähe zum Publikum und der häufige direkte Kontakt durch die Darstellerinnen sorgen für viele spontane Lacher und machen so wohl auch jeden Abend einzigartig.

Choreografisch wird ebenfalls viel geboten: vom Klostertanz bis zum Stepptanz gibt es zahlreiche überraschende Momente. 

© Olaf Potent

„Non(n)sens“ ist ein Musical, das mit viel Herz, Humor und Energie überzeugt. Die liebevoll gezeichneten Figuren, die ungewöhnliche Handlung und eine gelungene Mischung aus Musik, Witz und Emotion machen es zu einem unvergesslichen Theatererlebnis. Es ist ein Stück, das zeigt, wie viel Freude und Leben in einer vermeintlich ruhigen Klosterwelt stecken kann – und dass Glaube und Lachen sich keineswegs ausschließen. Wer einen unterhaltsamen Abend mit originellem Humor und großem musikalischem Können erleben möchte, ist bei „Non(n)sens“ goldrichtig. Das Stück wird noch vom 23. bis 26. Oktober aufgeführt.

Cast & Crew

  • Regie: Valentino Karl
  • Choreografie: Soufjan Ibrahim
  • Patrizia Margagliotta (Schwester Maria Robert Anne)
  • Claudia Reimer (Schwester Maria Regina)
  • Fiorina Bogatu (Schwester Maria Leo)
  • Johanna Haas (Schwester Maria Amnesia)
  • Annette Krossa (Schwester Maria Hubert)
  • Michael Ashton (M.D., Pastor Ashton)

Weitere Impressionen

Wir bedanken uns bei der Kulisse Eimke für die Einladung und den herzlichen Empfang!


Artikel von Mareike & Heidi