Karl-May-Spiele Bad Segeberg 2026: Erste Einblicke in „Im Tal des Todes“

Mexiko ist in diesem Jahr das Ziel von Winnetou und Old Shatterhand. Ein Land, in dem die Sonne zur Mittagszeit erbarmungslos vom Himmel brennt und die Hitze den Alltag bestimmt. Eine Situation, die man in Norddeutschland eher selten erlebt. Doch passend zum Schauplatz der neuen Inszenierung „Im Tal des Todes“ kletterte das Thermometer am Tag der Pressekonferenz auf über 30 Grad. Im Kessel der Kalkberg-Arena war von Siesta allerdings keine Spur. Stattdessen ging es hoch her, als die Karl-May-Spiele den geladenen Medienvertretern erste Szenen der neuen Produktion präsentierten.
Schon beim Betreten der Arena fiel eine ungewöhnliche Kulisse ins Auge. Dort, wo in den vergangenen Jahren der sogenannte „Pudding“ das Zentrum der Bühne bildete, stand diesmal eine große Hütte. Doch ihr Auftritt war nur von kurzer Dauer. Bereits nach dem ersten gezeigten Bild wurde sie spektakulär gesprengt. Wie ein Kartenhaus fiel die Konstruktion in sich zusammen und verwandelte sich in die benannte Spielfläche der Blick auf die Arena war nun frei. Besonders für Kinder dürfte dieser Effekt später während der Vorstellungen für staunende Gesichter sorgen. Wir freuen uns schon auf weitere, überraschende Effekte.
Verantwortlich für das Bühnenbild und die technische Umsetzung zeichnet erneut Erik Rüffler mit seinem Team. Die Konstruktionen sind dabei bis ins Detail durchdacht. Beim Einsturz der Hazienda werden die Führungsschienen sichtbar, die den kontrollierten Fall der Kulisse ermöglichen. Ein Effekt, bei dem alles exakt ineinandergreifen muss.
Das Bühnenbild präsentiert sich gewohnt opulent. Die Arena wird von allen Seiten bespielt. Eine mexikanische Cantina, die gewaltige
Quecksilbermine mit ihrer markanten Hängebrücke sowie das hoch oben am Kalkberg gelegene Dorf der Chiricahua-Apachen prägen das Bild. Auch wenn sich auf den oberen Ebenen nur wenige Szenen abspielen werden, verleihen sie der Bühne zusätzliche Tiefe und Authentizität.
Regisseur Nicolas König beweist einmal mehr sein Gespür für große Bilder. Überall geschieht gleichzeitig etwas. Während an einer Stelle geritten, gekämpft oder gesprochen wird, laufen an anderer Stelle bereits die Vorbereitungen für die nächste Aktion. Das Publikum wird permanent beschäftigt sein und oftmals nicht wissen, wohin es zuerst schauen soll. Bereits während der Pressevorführung deutete sich an, dass dieses Konzept die gesamte Inszenierung prägen wird.
Wie schon in den vergangenen Jahren nahm sich König vor jeder Szene Zeit, den anwesenden Journalisten und Fotografen die kommenden Bilder zu erläutern. Dabei wies er gezielt auf besondere Fotomotive hin und stellte die beteiligten Darsteller vor.
Bei der Pressekonferenz wird jedem der Schauspieler Raum gegeben, sich zu zeigen.
Neben den gezeigten Szenen wurden während der Pressekonferenz weitere Höhepunkte angekündigt. Die Besucher dürfen sich auf zahlreiche Reiterangriffe, aufwendige Kampfszenen sowie eine Mischung aus Humor, Spannung und Emotionen freuen. Alexander Klaws kehrt als Winnetou zurück, während Bastian Semm erneut Old Shatterhand verkörpert. Zurück am Kalkberg sind Fabian Monasterios und Dirc Simpson. Ergänzt wird das Ensemble von den Gaststars Isabel Varell als temperamentvolle Cantina-Wirtin Señorita Miranda, Florian Fitz als Schurke „Roulin“ und Heinrich Schafmeister als „Sir John Raffley“.
Die Eindrücke der Pressevorstellung lassen bereits erkennen, dass die Karl-May-Spiele auch 2026 ihrem Erfolgsrezept treu bleiben. Spektakuläre Action, große Emotionen und aufwendige Effekte verbinden sich mit einem detailreichen Bühnenbild und einer Geschichte, die das Publikum in die glühende Hitze Mexikos entführt. Wenn die ersten gezeigten Szenen ein Maßstab sind, dürfen sich die Besucher auf einen Sommer voller Abenteuer im „Tal des Todes“ freuen.
Text und Bilder: Nathalie
