Hinter den Kulissen: Pressekonferenz zur WEISSEN ROSE Tournee 2026

Erinnerungskultur einmal anders

© Jonas Melcher

Vor 6,5 Jahren haben Vera Bolten und Alex Melcher mit ihrer Arbeit an dem Musical DIE WEISSE ROSE begonnen. Seitdem ist viel passiert. Eine Workshop-Präsentation im Capitol Theater Düsseldorf mit Studierenden der Folkwang Universität Essen, sowie die Vorstellung des Musicals auf der Oberfringe-Messe der Deutschen Musical Theaterakademie. Auf jener Messe wurde Benjamin Sahler, Theaterleiter des Festspielhauses Füssen auf das Musical aufmerksam. Ihm war schnell klar, dass dieses Stück auf die Bühne gehört.

2025 folgte schließlich in Füssen die Uraufführung des Musicals mit einem ersten Gastspiel im Deutschen Theater München. Gekrönt wurde diese Uraufführung mit positiven Resonanzen, einer Kulturförderung in Höhe von 100.000 € für das Jahr 2026, sowie insgesamt sieben Deutschen Musicaltheaterpreisen. Man könnte meinen, dass es das nun war, aber die Reise geht jetzt erst richtig los!

Am 18. März lud das Festspielhaus Füssen aus diesem Grund zu einer digitalen Pressekonferenz ein. Zahlreiche überregionale Pressevertreter, sowie digitale Medien wie unsere Seite nahmen daran teil. In der Gesprächsrunde, unter der tollen Moderation der Pressereferentin Anne Roth, versammelten sich Vera Bolten (Buch & Regie), Alex Melcher (Komponist), Bernd Ruffer (Study Guide für Schulen), Hildegard Kronawitta (Vorsitzende der Weisse Rose Stiftung), sowie Benjamin Sahler (Theaterleiter) und Birgit Karle (Geschäftsführung) vom Festspielhaus und Mitglieder des Fördervereins.

 

DIE WEISSE ROSE ist kein trockenes Lehrstück und erhebt auch nicht den mahnenden Zeigefinger, vielmehr erzählt es über den Mut normaler, junger Menschen sich gegen ein System zu widersetzen. So war es Vera Bolten wichtig, dass die Fakten rund um Hans und Sophie Scholl, sowie die Einbettung in die historischen Ereignisse im Fokus stehen. Es werden keine Handlungsstränge fiktiv ausgestaltet, im Gegenteil. Die Gefühlswelt der Charaktere wird in Liedern mit eigenen Zitaten aus Tagebucheinträgen, Briefen oder Flugblättern dargestellt. Dem Kreativteam war es wichtig, die poetische Sprache aufrecht zu erhalten und nicht zu verfremden.

Musikalisch hat sich Alex Melcher verschiedener Musikstile bedient. Im Rahmen der Pressekonferenz verriet er, dass er bei den romantischen Briefwechseln zwischen Sophie und Fritz an einen Walzer denken musste und das Alexander Schmorell aufgrund seiner Wut gut im Rock, fast schon Punkrock Bereich aufgehoben ist. Diese Entscheidungen wurden auch im Nachgang der Premiere von Verwandten der Gruppe positiv herausgestellt. So kommentierte der Neffe von Alexander Schmorell, dass der Rocksong super zu seinem Onkel gepasst hätte. Feedback, mit welchem Vera Bolten und Alex Melcher nicht gerechnet haben. 

Tournee 2026 – Non-Profit Projekt

Der Hauptgrund dieser Pressekonferenz war natürlich die bevorstehende Tournee ab Juni 2026. Neben Füssen und München geht es nun auch nach Köln, Düsseldorf, Stuttgart und Berlin. An allen Standorten (außer Köln) gibt es zu den Abendvorstellungen auch Schulvorstellungen am Vormittag. Insgesamt sind für die Schulvorstellungen im Schnitt bereits 65 % der Tickets an Schülerinnen und Schüler verkauft. Ein starkes Signal, dass Lehrkräfte bereits auf das Musical aufmerksam geworden sind und dieses für den Unterricht nutzen. Für die Schülerinnen und Schüler kosten die Tickets, dank der Kulturförderung, 12 €. Das es den Verantwortlichen aber auch wichtig ist, dass möglichst viele Menschen das Musical sehen können, sieht man auch an der Ticketpreisgestaltung für die Abendvorstellungen. Je nach Standort gibt es Tickets bereits ab 25 €.

  • Berlin: 10. Juni – 13. Juni
  • Düsseldorf: 17. Juni – 21. Juni
  • München: 02. Juli – 05. Juli
  • Füssen: 09. Juli – 18. Juli
  • Stuttgart: 22. Juli – 26. Juli
  • Köln: 28. Juli – 02. August

Laut Vera Bolten sind auch schon erste Stadttheater wie Remscheid, Solingen oder Vechta an das Team herangetreten für Vorstellungen. Um diesen Schritt als nächstes realisieren zu können, müssen produktionsseits noch ein paar Anpassungen stattfinden. 

Nachbesprechungen und begleitende Wanderausstellung

Das Publikum erwartet aber nicht nur ein energiegeladenes, historisches Musical. Nach den Vorstellungen wird es die Möglichkeit geben mit den Kreativen in den Austausch zu gehen, bei sogenannten Nachbesprechungen. Hier können direkte Eindrücke mit anderen geteilt werden und auch Nachfragen gestellt werden. 

Zusätzlich unterstützt der Förderverein des Festspielhauses die Tournee mit einer begleitenden Wanderausstellung. Konzipiert wurde diese von der „Weißen Rosen Stiftung“ für die Uraufführung. Der Förderverein hat diese nun transportabel umgerüstet, sodass an jedem Standort 30 Text- und Bildtafeln zu finden sind. Diese bieten dem Publikum die Möglichkeit sich vertiefend mit der Geschichte der Geschwister Scholl und ihrer Widerstandsbewegung auseinander zusetzen. 

Lizenz für weitere Inszenierungen & Schulaufführungen

Über den Theaterverlag Musik+Bühne ist das Musical bereits für Schulaufführungen und weitere Inszenierungen im deutschsprachigen und internationalen Raum zu erwerben. Die erste Schulaufführung hat sich bereits in München angekündigt. Das Wittelsbacher Gymnasium München präsentiert mit ihren Schul-AGs vom 17.-19. Juli ihre Version des Musicals, sogar mit Orchesterbesetzung. 

DIE WEISSE ROSE ist ein zeithistorisches Dokument über mutige, junge Menschen denen mit diesem Musical gedacht wird. Es bietet aber genauso die Chance die Charaktere lebendig zu erhalten, da die Botschaft der Bewegung für Frieden und Demokratie steht. Zudem beweist dieses Stück, dass Musical auch ohne buntes Entertainment funktionieren kann und das Publikum aufrüttelt und fasziniert. 

Weitere Informationen und Tickets unter www.dieweisserose-tour.de!

Wir bedanken uns beim Festspielhaus Füssen für die Einladung zur Pressekonferenz!


Artikel von Anna-Virginia