Hersfelder Festspiele 2026: Something Rotten!

© BHF, Johannes Schembs

Premiere 27.06.2026 – rezensierte Vorstellung 05.07.2026

Bei den 75. Bad Hersfelder Festspielen werden bei dem kultigen Broadway- Musical „Something Rotten!“ die Lachmuskeln auf eine große Probe gestellt. In der unvergleichlichen Kulisse der Stiftsruine wird mit sehr viel Humor, Gesang, Tanz und Schauspiel die deutsche Erstaufführung dieses Stückes gefeiert.

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Schon auf dem Weg zur Stiftsruine kommt man an den Festspielen nicht vorbei und die Vorfreude steigt. Die Schaufenster der Geschäfte sind passend dekoriert und auch die Bepflanzungen wurden toll und passend arrangiert.

Die Handlung

Im Jahre 1595 versuchen sich die beiden Bottom Brüder Nick und Nigel in London Erfolg durch Theaterstücke zu erarbeiten. Wäre da nur nicht zur selben Zeit der große Hype um den erfolgreichen sowie selbstverliebten William Shakespeare.

Mit ihrer Theatergruppe geben die Bottom Brüder alles, doch bleibt der erhoffte Ruhm aus. Als Nick auf die etwas schusselige Wahrsagerin Nancy Nostradamus trifft, welche die Nichte des bekannten französischen Astrologen ist, sieht er seine Chance gekommen. Nancy prophezeit ihm, dass die Zukunft des Theatergenre Musical sein wird. Gesang und Tanz vereint in einem Stück.

Bei der Frage, welches Shakespeares größter Erfolg sein wird ,versteht sie auf Grund von atmosphärischen Störungen „Omelett“ an Stelle von „Hamlet“. Ein kleiner aber feiner Unterschied, welcher der Beginn von großen Träumen, Hoffnungen, Theater und vor allem Chaos bedeutet.

Die Bottom Brüder kreieren das erste Musical „Omelett“. Doch lässt sich erahnen, dass es für Nick und Nigel nicht nur positive Reaktionen auf ihr neues Stück geben wird. So nimmt das Chaos seinen Lauf und auch Shakespeare mischt noch einmal kräftig mit und macht es den Brüdern nicht leicht.

„Something Rotten!“ brilliert in der Stiftsruine mit viel Humor, Slapstick, Wortwitz, fantastischem Gesang, viel Tanz, genialen Kostümen und einer grandiosen Cast. Dieses Stück in deutscher Erstaufführung ist ein großer Angriff auf die Lachmuskeln, denn kaum eine Szene vergeht, in der man nicht schmunzeln oder lachen muss.

Vor allem Musicalliebhaber werden in vielen Momenten auf humorvolle Art, Seitenhiebe, Zitate und Szenen aus vielen anderen Musicals erkennen. Auch die Frage ob Shakespeare wirklich so sensationell war oder eher ein „Fakespeare“ in ihm steckte wird witzig umgesetzt.

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Andeutungen an vergangene Produktionen manches Darstellenden, wie z.B. Johanna Zett unter Beweis stellte, dass sie den Umgang mit Pfeil und Bogen weiterhin beherrscht, unterstützen den Humor dieses Stückes. Die eingängigen poppigen Lieder verleiten zum mit klatschen, auch wenn kein klarer Ohrwurm ausgemacht werden kann.

Tolle Choreografien, sowie Stepptanz zeigen die Schnelligkeit die in „Something Rotten!“ steckt. Komplettiert wird diese unterhaltsame Inszenierung durch ein wundervolles Orchester. Der gesamten Cast ist die Freude und der Spaß an diesem Stück anzumerken.

Etwas bedauerlich war, dass nur der vordere Teil der Bühne genutzt wurde und der hintere Teil, welcher der Stiftsruine noch mehr Atmosphäre und Tiefe verleiht, leider nicht integriert wurde.

Cast

Eine ganz andere Seite darf man bei diesem Stück von Riccardo Greco erleben. Auch wenn ihm die Rolle William Shakespeare durch ein vorheriges Engagement nicht unbekannt ist, so darf er hier einen komplett anderen Shakespeare auf die Bühne bringen. Selbstverliebt und als Superstar gefeiert , brilliert Greco in Bad Hersfeld. Er überspitzt so manche Szene mit so viel Feingefühl und absolutem Humor. Eine schauspielerisch wie gesangliche Höchstleistung, welche mit viel lachen und Applaus belohnt wurde.

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Christopher Bolam und Benjamin Sommerfeld begeisterten als Brüderpaar Nick und Nigel Bottom. Mit sehr viel Text und Bühnenzeit haben diese beiden Figuren wirklich viel in diesen über 2 Stunden zu leisten. Ihr Zusammenspiel harmonierte perfekt und machte Freude beim zusehen.

Beide vermittelten den Slapstick und Sprachwitz, den dieses Stück ausmacht in Perfektion. Gesanglich und darstellerisch zeigten beide ihr Können und überzeugten auf ganzer Linie.

Die etwas schusselige und dennoch liebenswerte Wahrsagerin Nancy Nostradamus wird von Gayle Tufts verkörpert. Eine sehr lustige und sympathische Person erschuf Tuffs an diesem Mittag. Auch wenn ihr dieses kleine Missgeschick mit der atmosphärischen Störung passiert und somit das große Chaos ausgelöst wurde, kann man diese Rolle durch ihre Darbietung nur mögen.

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Johanna Zett spielte Bea, die Ehefrau von Nick. Sie zeigte, was eine starke , selbstbewusste Frau alles schaffen kann und das die Männerwelt ohne Frauen definitiv aufgeschmissen wäre. Auch ihre humorvolle Seite konnte sie in diesem Stück ausleben. Auch wenn man sich mehr Szenen und Bühnenzeit von ihr gewünscht hätte, so war jeder Szene mit ihr wieder eine Freude fürs Publikum.

Vervollständigt wurde die Cast mit einem sehr starken, fantastischen und großem Ensemble.

Das Musical dauert insgesamt 2,10 Stunden und wird ohne Pause gespielt. Tickets gibt es direkt über die Festspiele: www.bad-hersfelder-festspiele.de. ACHTUNG! Es gibt nur noch Restkarten. Die Vorstellung am 08. August ist bereits ausverkauft. 

Fazit

Es ist eine sehr kurzweilige, bunte, musikalische, temporeiche, großartige und vor allem humorvolle Produktion, welche mit viel Applaus belohnt wurde und nicht ohne Grund als das wohl lustigste Musical betitelt wird.

  • William Shakespeare : Riccardo Greco
  • Nick Bottom : Christopher Bolam
  • Nigel Bottom : Benjamin Sommerfeld
  • Bea : Johanna Zett
  • Nancy Nostraddamus : Gayle Tufts
  • Portia : Valerie Luksch
  • Bruder Jeremiah : Nicolas Tenerani
  • Lord Clapham, Richter : Ulrich Talle
  • Shylock : Klaus Brantzen
  • Hellseherin, VirusEnsemble : Veronika Hörmann
  • Helena, Ensemble: Janina Steinbach
  • Miranda, Ensemble : Natascha Cecilia Hill
  • Rosalind, Dance Captain, Ensemble: Claudia Artner
  • Sad little Egg, Ensemble : Hanna Kastner
  • Minstrel, Spion, Ensemble : Davide Venier
  • Tom Snout, Ensemble : Luuk Hartog
  • Francis Flute, Bote, Ensemble : Sjoerd Knol
  • Diener, Dance Captain, Ensemble : Matthew Levick
  • Peter Quince, Bard Boy, Ensemble : Fabian Grimmeisen
  • Bard Boy, Ensemble : Calum Melville, Luuk Hartog
  • Robin, Ansgar, Bard Boy, Ensemble : Jelle Wijgergangs
  • Snug, Virus, Ensemble : Nicolo Soller
  • Buch : Karey Kirkpatrick , John O`Farell
  • Musik und Gesangstexte : Wayne Kirkpatrick, Karey Kirkpatrick
  • Deutsche Fassung : Roman Hinze, Niklas Wagner
  • Arrangements : Glen Kelly
  • Orchestration : Larry Hochman
  • Regie : Matthias Davids
  • Musikalische Leitung : Christoph Wohlleben
  • Choreografie : Kim Duddy
  • Bühne : Andrew D. Edwards
  • Kostüme : Adam Nee

Wir bedanken uns bei den Bad Hersfelder Festspielen für die Einladung.


Artikel von Rebecca