First Stage Theater 2026: Showtime!

© Dennis Mundkowski

Premiere & rezensierte Vorstellung: 06. Mai 2026

Die Premiere von „Showtime 2026“ im First Stage Theater war ein rundum gelungener Abend. Von der ersten Minute an war spürbar, mit wie viel Leidenschaft und Freude die Schüler der Stage School Hamburg auf der Bühne stehen. Mit dem Eröffnungssong „9 to 5“ aus dem Musical „9 to 5: The Musical“ wurde das Publikum direkt mitgenommen in eine Welt voller Musik, Tanz, Schauspiel und echter Theatermagie.

Die Stage School Hamburg bringt seit vielen Jahren beeindruckende Talente hervor – und auch diesmal wurde deutlich, wie hoch das Niveau der Ausbildung ist. Die Schüler der ersten beiden Jahrgänge zeigten schon nach vergleichsweise kurzer Ausbildungszeit enorme Bühnenpräsenz, Ausdrucksstärke, Wandlungsfähigkeit und Professionalität. Viele Auftritte wirkten erstaunlich routiniert und ließen kaum glauben, dass sich die Darsteller noch in der Ausbildung befinden. So war es nicht verwunderlich, dass das Publikum von Anfang an begeistert mit wippte und klatschte und viel Applaus spendete.

© Dennis Mundkowski

Großen Anteil daran hatte auch die gelungene Kombination aus Gesangs- und Tanzszenen. Die Übergänge wirkten fließend und sorgten dafür, dass der Abend durchgehend dynamisch und abwechslungsreich blieb. Die Tänzer überzeugten mit kreativen Choreografien, starker Ausdruckskraft und beeindruckender Synchronisation. Gerade die Gruppennummern waren präzise aufeinander abgestimmt und zeigten, wie intensiv gearbeitet wurde. Gleichzeitig konnten auch die Solotänzer (u.a. Patrick Ahlemann, Florentine Rennert, Jasmin Alea Lombriser, Nina Schödlbauer, Sandra Kretz) glänzen: Jede Performance hatte ihren eigenen Charakter und transportierte Emotionen auf eindrucksvolle Weise.

Auch die musikalischen und schauspielerischen Szenen hinterließen Eindruck. Die jungen Künstler überzeugten nicht nur technisch, sondern vor allem durch ihre natürliche Ausstrahlung und sichtbare Begeisterung für die Bühne. Während des gesamten Abends war zu spüren, wie viel Herzblut und Engagement in der Produktion steckt.

Gleich zu Beginn konnte Elena Wich-Kleylein mit ihrer Darbietung von „Taylor, Der Latte-Boy“ von Kristin Chenoweth das Publikum mit ihrer humorvollen Art zum Lachen bringen. Ihre schöne und klangvolle Gesangstimme kam während des Liedes gut zur Geltung. Besonders berührend war das Zusammenspiel von Romeo Sciacovelli, der sich selbst am Klavier begleitete und Nina Schödlbauer, die zum gefühlvollen Gesang von Sciacovelli einen emotionalen Solotanz zeigte.

Einen Gänsehautmoment erschufen Leonie Martel, Debora Ochoa, Judith Kubeile, Paul Haverland, Damiano Weilenmann und Romeo Sciacovelli (alle im ersten Ausbildungsjahr) mit ihrer Darbietung des Liedes „Dir gehört mein Herz“ aus dem Musical „Tarzan“. Mit viel Gefühl, starken Stimmen und großer Bühnenpräsenz gelang ihnen ein Auftritt, der das Publikum sichtlich berührte.

 

Die darauffolgenden Songs entführten das Publikum dann in eine völlig andere Stimmung. Die Szenen spielten in einer Art Gefängniswelt, die durch das Zusammenspiel aus Choreografie, Licht und Kostümen eindrucksvoll dargestellt wurde. Vor allem die Outfits der jungen Darsteller griffen das Thema gelungen auf und verliehen den Szenen eine leicht düstere, zugleich aber auch sehr intensive Atmosphäre. Dadurch entstand ein spannender Kontrast zu den vorherigen emotionalen Momenten der Show. In dieser Gefängnisumgebung wurde von Anna Sofia Bräuer und weiteren Sängerinnen und Sängern aus Jahrgang 2 „Money, Money, Money“ aus dem Musical „Mamma mia“ performt. Die Lieder von ABBA sind Kult und so ist es nicht verwunderlich, dass dieser Song beim Publikum sehr gut ankam. Natürlich war das auch der sehr guten gesanglichen Darbietung und der synchronen Choreografie zu verdanken.

Als Abschluss des ersten Aktes zeigte das Ensemble eine Gefängnisversion von „Was fühl`ich in mir“ aus dem Musical „Wicked“. Die beiden Solistinnen Luna Mohrmann und Franziska Meyer überzeugten mit einer sehr gelungenen Interpretation des Songs. Beide beeindruckten nicht nur durch ihre klaren, kraftvollen und zugleich fein nuancierten Stimmen, sondern auch durch eine starke schauspielerische Leistung. Die emotionale Entwicklung der Szene wurde glaubhaft und intensiv transportiert und durch die komplette Cast gesanglich unterstützt, wodurch der Auftritt nachhaltig im Gedächtnis blieb.

© Dennis Mundkowski

Besonders wandlungsfähig zeigte sich an diesem Abend Max Nikolaos Karafotias. Im ersten Akt überzeugte er mit „Mich öffnen fällt mir schwer“ durch ein sehr gefühlvolles und glaubwürdiges Spiel, bei dem die Verzweiflung der Figur deutlich spürbar wurde. Im zweiten Akt zeigte er dann eine ganz andere Seite von sich: Als D’Artagnan begeisterte er mit starken Fechtszenen und viel Energie in „Heut ist der Tag“ aus „Die drei Musketiere“. Ebenso gelungen war sein Solopart im Eröffnungsstück des zweiten Aktes „Was man redet in St. Petersburg“ aus dem Musical „Anastasia“. Für viele Lacher sorgte außerdem seine komödiantische Interpretation von „Hard to be the Bard“ aus „Something Rotten!“. Gleichzeitig bewies er im Duett mit Debora Ochoa bei „Für alle Zeit“ aus dem Musical „Goethe!“ erneut viel Gefühl und eine große emotionale Präsenz.

Anouk Wiemer stellte sich mit „Ich bin so unmusikalisch“ von Alexander Steinbrecher einer durchaus anspruchsvollen gesanglichen Aufgabe – und löste sie mit viel Können und feinem Gespür. Dabei spielte sie bewusst mit dem Kontrast zwischen scheinbar unsauberem, überzeichnet schiefem Gesang und einem im nächsten Moment wieder absolut präzisen, klar intonierten Vortrag. Gerade dieser schnelle Wechsel verlangt nicht nur stimmliche Kontrolle, sondern auch ein gutes Gefühl für Timing und Darstellung. Genau das machte ihren Auftritt so überzeugend und unterhaltsam zugleich und brachte die Zuschauer immer wieder zum Lachen.

Showtime schaffte es, energiegeladene und emotionale Momente harmonisch miteinander zu verbinden. Mal kraftvoll und mitreißend, dann wieder ruhig und gefühlvoll – genau diese Vielseitigkeit machte den Abend so sehenswert. Dabei wirkte die Inszenierung nie überladen, sondern authentisch und lebendig. Zur gelungenen Atmosphäre trug außerdem die Lichttechnik maßgeblich bei. Immer wieder wurde die Bühne in stimmungsvolles Licht getaucht, das die einzelnen Szenen perfekt unterstützte und ihnen zusätzliche Tiefe verlieh. Sehr effektvoll eingesetzt waren zudem die LED Light Tubes auf der Bühne, die das Bühnenbild modern ergänzten und viele Momente optisch eindrucksvoll verstärkten.

 

„Showtime 2026“ war ein Abend, der vor Energie, Kreativität und spürbarer Leidenschaft nur so sprühte. Vieles davon bleibt noch lange im Kopf – vor allem aber macht genau diese Mischung Lust auf mehr und steigert die Vorfreude auf das, was von diesen Nachwuchskünstlerinnen und -Künstlern noch kommen wird.

Wer an diesem Abend nicht dabei sein konnte, hat in Zukunft noch Gelegenheit: Die Reihe „Showtime“ wird noch bis zum 17.05.2026 fortgesetzt und bietet auch in den kommenden Aufführungen wieder einen besonderen Einblick in die Arbeit der Stage School Hamburg. Es lohnt sich wirklich, diese Termine im Blick zu behalten – denn was hier auf die Bühne gebracht wird, zeigt jedes Mal aufs Neue, wie viel Talent und Entwicklung in diesen jungen Künstlerinnen und Künstlern steckt.

Cast

  • Elena Wich-Kleylein
  • Patrick Ahlemann
  • Florentine Rennert
  • Jasmin Alea Lombriser
  • Sandra Kretz
  • Anna Sofia Bräuer
  • Annalena Doppler
  • Maia Schiwek
  • Mirja Leuenberger
  • Debora Ochoa
  • Romeo Sciacovelli
  • Nina Schödlbauer
  • Leonie Martel
  • Judith Kubeile
  • Paul Haverland
  • Damiano Weilenmann
  • Sandra Kretz
  • Lena Arends
  • Aline Lehner
  • Emma Beckmann
  • Tabea Günther
  • Christin Dorsch
  • Lena Esser
  • Ann-Kathrin Bognar
  • Clara Falke
  • Nina Oeter
  • Leo Riegger
  • Max Nikolaos Karafotias
  • Britta Scheidt
  • Luna Mohrmann
  • Franziska Meyer
  • Fiona Glatki
  • Pharell Okeke
  • Marlene Brianza
  • Sophie Süreyya Gramatzki
  • Tyreese Scott
  • Nina Baumann
  • Sarah Ditlevsen
  • Hanne Günther
  • Anouk Wiemer
  • Famke Marx
  • Antonia Gärtner
  • Jule Alkofer
  • Marti Kammin
  • Clara Falke
  • Caroline Pötzelsberger
  • Nina Oeter
  • Emma Beckmann
  • Britta Scheidt
  • Lea von Graberg
  • Aline Lehner
  • Noemi Brumbach
  • Emma Behrendt
  • Damiano Weilenman

 

Kreativteam

  • Regie: Erik Petersen
  • Regieassistenz: Imke Wynants
  • Musikalische Leitung, Pianist: Christoph Bönecker
  • Choreografie: Giovanni De Domenico
  • Ton-Design: Bennet Jorre
  • Licht-Design: Felix Wienbürger
  • Hair & Make-Up Design: Klara Riefenstahl

Theaterteam

  • Technische Leitung: Felix Wienbürger
  • Stellvertr. Technische Leitung: Tobias Mancinella
  • Stage Management: Thea Busch
  • Technische Crew: Janina Ehrenpfordt, Janis Moßbrugger

Produktionsteam

  • Produzent: Dennis Schulze
  • Produktionsabteilung: Anja Viering, Evelyn Rilling
  • PR/Marketing/Social Media: Annett Bär, Sönke Knabbe, Carla Freude
  • Ticketing: Kristine Schoepflin, Chiara Noculak

Wir bedanken uns beim First Stage/Stage School für die Einladung!


Artikel von Mareike & Heidi