Erstes inklusives Theaterfestival PeriFair in Lüdenscheid 2026

© Fynn Grotehans

Vom 14. bis 16. Mai fand im Kulturhaus sowie dem Rosengarten Lüdenscheid mit „PeriFair“ das erste inklusive Theaterfestival statt.

Die beiden Hauptorganisatoren des Festivals waren Lea Schnalke und Thomas Wewers. Doch das Hauptaugenmerk lag während der gesamten drei Veranstaltungstage selbstverständlich auf den Hauptakteuren: Inklusive-Theatergruppen aus den verschiedensten Regionen waren angereist, um sich und ihre Projekte vorzustellen. Von packenden Tanzperformances über Theaterstücke bis hin zu inspirierenden interkulturellen Austausch war alles dabei. Darüber hinaus wurden unterschiedliche Workshops angeboten, an denen jeder teilnehmen konnte.

Wir von Bühnenlichter sehen es als wichtigen Teil des Zusammenlebens, dass alle Menschen, unabhängig von Alter, Geschlecht, sozialem Background oder individuellen Einschränkungen, am kulturellen Leben teilhaben können. Daher freut es uns ganz besonders, zu beobachten, dass immer mehr Veranstalter darauf achten, ihre Stücke möglichst barrierefrei zugänglich zu machen. Darüber hinaus bieten zahlreiche Theater inzwischen Audiodeskriptionen an, sodass wir einen positiven Trend erkennen können. Doch das Recht auf kulturelle Teilhabe beschränkt sich nicht allein darauf, im Publikum zu sitzen. Ebenso wichtig ist, dass jedem die Möglichkeit eingeräumt wird, sich selbst zu verwirklichen und auszudrücken: Selbst auf der Bühne zu stehen und etwas in die Welt hinauszutragen ist eine Möglichkeit.

Die Theatergruppen des Festivals haben sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten auseinandergesetzt. Wir haben uns das Stück Etwas Besseres als den Tod finden wir überall vom Inklusiven Theater Götterspeise angesehen.

Zum Stück

Choreographisches Theater in Anlehnung an das Märchen: Die Bremer Stadtmusikanten.

Wie geht es mir damit, nicht mehr gebraucht zu werden oder nicht gewollt zu sein. Wie fühlt es sich an als altes „Huhn“, sogar für die Hühnersuppe aussortiert zu werden?
Das aktuelle Stück des Theaters Götterspeise spielt mit den Fragen, wie unserer Gesellschaft mit den Alten, dem nicht Funktionieren und dem Fremden umgeht. Es handelt von Menschen, die aus ihrem alten Leben ausbrechen, denn „Etwas Besseres als den Tod finden wir überall …“

Der mutige Aufbruch zu einer Reise ins Ungewisse wird tänzerisch dargestellt, erschafft Bilder und kommt ohne viele Worte aus. Die Sehnsucht nach einem Stück Erde, wo man frei von Ärger ist, Ruhe und Frieden finden kann, treibt sie an.

  • Regie: Diemut Döninghaus, Martin Neumann, Stephanie Schmidt
  • Technik: Chris Köhler
  • Ensemble: Ingrid Blankenhagen, Bernd Bretthauer-Aue, Nele Bruns, Detlef Eckstein, Gabriele Jeep, Sebastian Kirsten, Christoph Krüger, Claudia Künzel, Annika Künzel, Denise Ramsay, Martin Schönfeld, Simone Schulz

Das Inklusive Theater Götterspeise

Das Bielefelder inklusive Theater Götterspeise des FORUM für Kreativität und Kommunikation e.V. ist seit 30 Jahren als Tourneetheater unterwegs. Kunst zu schaffen, Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam auf die Bühne zu bringen und herkömmliche Denkweisen auf den Kopf zu stellen, das ist das Ziel von Götterspeise.

Welche Eindrücke konnten wir mitnehmen?

© Fynn Grotehans

Wir erlebten die Dernière dieses Stücks, also die allerletzte Aufführung, vor der Premiere des nachfolgenden Projekts. Die authentische Spielfreude aller Mitwirkenden ist in jeder Sekunde deutlich zu spüren gewesen. Mit den dargestellten Inhalten, wie etwa dem Gefühl der Überforderung, des „Nie-genug-Seins“, der Rücksichtslosigkeit vieler Menschen und dem Wunsch, aus eben diesem Kreislauf auszubrechen, können wir uns vermutlich alle identifizieren.

Den Großteil haben die Darstellenden nonverbal, dafür aber mit umso ausdrucksstärkerer Gestik und Mimik transportiert. Jeder, der selbst schon mal auf der Bühne gestanden hat, weiß, welch enorme schauspielerische Herausforderung damit verbunden ist, ohne viele Worte viel Inhalt und Emotionalität zu verkörpern.

Natürlich kamen auch lustige Szenen nicht zu kurz, sodass wir herzlich miteinander gelacht haben. Solche Momente der Leichtigkeit sind eine willkommene Abwechslung zum häufig stressigen Alltag.


Die Zelt Tage 2026 vom 29.–31. Mai in Lüdenscheid

Am letzten Maiwochenende steht erneut das Zirkuszelt auf dem Sportplatz des Johannes-Busch-Hauses. Es erwartet Sie ein vielfältiges Programm und zum großen Finale findet am Sonntag das Sommerfest statt!

Das Programm

Freitag, 29.05. um 19:30UhrEmscherblut

Man nehme eine Bühne, etwas Licht, ein gewogenes Publikum, dessen Vorschläge und das Ergebnis ist fulminantes Improvisationstheater.

Samstag, 30.05. um 19:30Uhr – Maskenspiel & Tanzexperimente

Eine gemeinsame Performance aus Maskenspiel und Tanz zum Thema „Meine Träume“! Entwickelt in 2 intensiven Workshops und gemeinsam auf die Bühne gebracht. In Kooperation mit dem Studjo.

Sonntag, 31.05. um 15:30Uhr – theaterspiel (Eintritt frei)

„Ein bärenstarkes Fest“: ein Stück für Menschen ab 4 Jahren über Vorurteile, Fantasie und Zusammenhalt.

Informationen und Tickets dazu gibt es außerdem unter https://www.kulturarbeit.com/zelttage26.

© Sandra Großhausmann

Besucht vielfältige Theaterstücke. Engagiert euch! Lasst uns durch Kultur näher zusammenrücken!


Artikel von Sandra