Die Weihnachtsbäckerei – Das Musical 2025 – Gleich an mehreren Standorten

Mit den Songs von Rolf Zuckowski

Hamburger Cast der Uraufführung
Photo: Schmidts Tivoli/Morris Mac Matzen/mmacm.com
Besuchte Vorstellung: Sonntag, 13.12.25, 17 Uhr (Derniere Duisburg, TaM)
Nächste Vorstellungen mit diesem Cast in Bremen 17.-23.12.2025 (13 Shows)

Als das Team vom Schmidt Theater in Hamburg 2018 mit dem Kinderstück DIE WEIHNACHTSBÄCKEREI Premiere feierte, hätte wohl niemand gedacht, dass es dieses Musical einmal in der Weihnachtszeit gleich an mehreren Standorten mit verschiedenen Besetzungen zu bewundern gibt. 2025 ist das Realität geworden. Neben der Spielzeit im Heimathafen Hamburg, gibt es DIE WEIHNACHTSBÄCKEREI auch in Berlin, Stuttgart, Duisburg und Bremen. 

Der offizielle Text beschreibt die Handlung so: „…Als ihre Eltern wegen eines Schneetreibens nicht nach Hause kommen können, sind die drei Kinder auf sich allein gestellt, um die heimische Weihnachtsbäckerei ins Leben zu rufen. Natürlich ist der Kühlschrank leer, das Rezept verschwunden und kein Geld im Haus.“ 

Photo: Schmidts Tivoli/Morris Mac Matzen/mmacm.com

Schon vor der Vorstellung füllt sich das weihnachtlich geschmückte Theater am Marientor schnell mit Kindern, Eltern und Großeltern aller Altersstufen. Die Kleinsten sind teilweise deutlich jünger als die vom Veranstalter empfohlenen 4 Jahre, nur wenige Teenager sind auszumachen. Allesamt aber für einen Besuch in einem „richtigen“ Theater fein gemacht, staunend und wunderbar sympathisch aufgeregt. Natürlich ist es eher laut im Publikum, aber dennoch fesselt die Atmosphäre des Raumes genauso schnell, wie die Einführung in das Stück – erst durch Rolf Zuckowski persönlich auf der großen Leinwand hinter der Kulisse, dann einnehmend charmant und kindgerecht durch den „Vater“: Das Publikum darf die ersten Takte bekannter Lieder probeweise ansingen, eine kleine Choreographie üben und die Kinder die Erwachsenen lautstark auffordern „Macht die Handys aus!“.

Und schon ist man mitten in der reizenden Familiengeschichte, in der die Eltern (super sympathisch, so wie man sich Eltern wünscht: Kathrin Finja Meier und Carl van Wegberg) alles tun, um ihren drei Kindern (mit ansteckender Spielfreude durch Anna Dekker, Timo Stark, Viola Wanke verkörpert) eine wundervolle Weihnachtszeit zu bereiten, die aus liebgewonnenen Ritualen wie der traditionellen Familien-Weihnachtsbäckerei sowie aus Geheimnissen und Überraschungen besteht. Hierzu gehört natürlich auch das Schenken, aber ausgerechnet für die Jüngste haben die Eltern das ersehnte Geschenk noch nicht besorgen können – es war bis eben Emilys bestgehütetes Geheimnis, das nur der echte Weihnachtsmann kannte! Was tun? Die Eltern schieben einen fast vergessenen Termin vor, sodass sie für ein paar Stunden in die Stadt müssen und die Kinder mit dem Familienhund Muffin (witzig und so richtig zum lieb haben: Alexander Plein) allein zuhause „sturmfrei“ haben. Kaum sind die Eltern unterwegs, wünschen sich die Kinder den ersten Schnee herbei, was mithilfe des Publikums auf magische Weise gelingt. Somit können die Eltern vorerst nicht nach Hause kommen, denn in der Stadt ist es so gar nicht sturmfrei, sondern der Schneesturm tobt heftig.

Also erleben Emily, Jonas, Paula und Muffin eine turbulente Schneeballschlacht im Garten, bauen einen Schneemann (Boris Bohringer), werden von der Nachbarin Fr. Schnitzenbacher (herrlich keifend zuerst, später von Weihnachtsfreude ergriffen: Annette Lubosch) gehörig zurecht gewiesen. Wie es dazu kommt, dass das angerichtete „Tohuwabohu“ sich auflöst, die geliebte Weihnachtsbäckerei mit der ganzen Familie, zwar ohne Rezept, dafür aber mit gelungenen Plätzchen, einer seligen Nachbarin und glücklichen Kindern auf der Bühne und im Publikum doch noch stattfindet und was die lustigen Wichtel (in mehreren Rollen, teilweise artistisch tanzend: Anncathrin Nowicki, Franziska Schulte) dazu beitragen, schaut man sich am besten selbst an.

Photo: Schmidts Tivoli/Morris Mac Matzen/mmacm.com

Es ist wunderschön zu erleben, dass Kindertheater so hochwertig ausgestattet, klug inszeniert und die Kinder im Publikum immer wieder mit einbeziehend, altersgemäß eindeutig nachvollziehbar, gleichzeitig detail- und facettenreich für die Erwachsenen und dabei so lustig, energetisch, herzerwärmend und rührend zugleich umgesetzt wird!

Das Bühnenbild ergibt sich durch fünf dreh- und verschiebbare Elemente, die mal die Gartenansicht, das Innere des gemütlichen Zuhauses oder die bunt-glitzernde Weihnachtsmarktwelt abbilden. Nette Details, wie die aufklappbaren Töpfe und Pfannen, die kurzerhand für eine Percussion-Einlage dienen oder die kuschelige Katze auf der Fensterbank, die doch plötzlich zur Hauptfigur der Geschichte wird, machen das Zuschauen zu einer wahren Freude. Die zusätzlich genutzte Projektionswand im Hintergrund drängt sich nie in den Fokus, unterstützt aber magische Momente. Im Publikum sind sich alle sicher, dass dort hinten am Himmel gerade noch der echte Weihnachtsmann mit seinem Schlitten vorbeigeflogen ist!

Und die Musik? Sie erklingt letztlich als verbindendes Element im Theatersaal, wenn auf und vor der Bühne gemeinsam gesungen wird. Eine sehr gut gelungene Mischung aus allseits bekannten, energetischen Rolf Zuckowski-Liedern, die längst Volkslieder im besten Sinn geworden sind und klassischen Winter- und Weihnachtsliedern, die auch und vielleicht gerade bei den Älteren im Publikum eine ganz wunderbar wohlige Stimmung erzeugen – auch ohne eigene Kinder oder Enkel dabei zu haben. Ein Familien und Generationenstück, das über die perfekt passende Spieldauer von ca. 75 min pausenlos ein Genuss ist. Und danach? Ab nach Hause, schmeißt den Ofen an und – ran!

Cast der Vorstellung

  • Vater: Carl van Wegberg
  • Mutter: Kathrin Finja Meyer
  • Emily: Anna Dekker
  • Jonas: Timo Stark
  • Paula: Viola Wanke
  • Drehorgelmann/Schneemann: Boris Bohringer
  • Frau Schnitzenbacher: Annette Lubosch
  • Wichtel/Nachbarskind/Rabe u.a.: Anncathrin Nowicki & Franziska Schulte
  • Hund Muffin: Robin Scheel

Kreative

  • Musik: Rolf Zuckowski
  • Autor/ künstlerischer & musikalischer Produzent: Martin Lingnau
  • Autorin: Hannah Kohl
  • Regie: Carolin Spieß
  • Choreografie: Benjamin Zobrys
Wir bedanken uns beim Schmidt Theater für die Akkreditierung zur Show!
Vielen lieben Dank an Bühnenlichter.de für diesen wunderbaren Nachmittag!

Artikel von Corinna, die mit diesem Ausflug in die Bühnenlichter-Welt geschnuppert hat und nun zum Team gehört!