Contrast – Ein Musicalkonzert
11. April 2026 – Norderstedt

Das Konzertformat „Contrast“ wurde von Romeo Sciacovelli, einem Schüler der renommierten Stage School Hamburg, aktuell noch im ersten Ausbildungsjahr, eigeninitiativ und höchst selbst organisiert. Der junge Mann aus dem Frankfurter Raum hat seinen Wohnort zurzeit in Norderstedt bei Hamburg. Dort hat er den noch frischen, aber bereits sehr herzlichen Kontakt zur Gemeinde der Falkenbergkirche genutzt und sie als Veranstaltungsraum gewinnen können. Ideal für das Projekt, denn sie ist mit großzügigem Kirchenraum mit guter Akustik, einem Foyer, das sich optimal für Begegnungen der Gäste und Künstler vor und nach dem Ereignis eignet und ausreichend Parkraum vor der Tür ausgestattet. So stellt sich sofort eine energetische Wohlfühl-Stimmung ein, denn die ca. 75 Gäste sitzen nah zusammen, nur wenige Plätze bleiben an diesem Abend frei. Durchaus bemerkenswert für einen jungen Künstler, der zwar in seiner Heimat bereits auf eine längere Karriere als Kindertalent in Chören und bei Konzerten, als jugendlicher Darsteller beim MainMusical e.V. sowie als Eventsänger mit eigener Klavierbegleitung und bereits als Veranstalter und Akteur mehrerer Konzertformate zurückblicken kann, dessen Werdegang in Hamburg aber doch erst im August 2025 begonnen hat. Dabei hat er an alles gedacht und mit viel Liebe zum Detail die Werbung, das kulinarische Angebot für Beginn und Pause sowie das Konzert selbst konzipiert und gestaltet.
Ein professioneller Techniker stellt das Lichtdesign bereit und taucht den Bühnenbereich des Altarraumes in freundliche Gelb-Orange-Rot-Töne oder in atmosphärische Blau-Lila-Farben. Zuweilen bemüht er sein Stroboskop-Licht ein bisschen „too much“, der Dunstnebel (Hazer) gibt der Szenerie immer wieder fast mystische Bilder und die Schatten, die von den Akteuren an die Wand geworfen werden, tun hierzu ihr Übriges – überaus passend zum Titel und der Set List des Konzertes mit vielen „Drama-Songs”.
Hierfür hat sich Romeo Sciacovelli einen ebenso kompetenten Partner an die Seite geholt: Timon Strick, ebenfalls Schüler der Hamburger Stage School aus dem zweiten Jahrgang, steht Romeo in Punkto Erfahrung in Nichts nach. Auch er ist seit seinem 9. Lebensjahr auf professionellen Bühnen zu sehen und zu hören – der Startschuss fiel als kleiner Rudolf im Musical „Elisabeth, die wahre Geschichte der Sissi“ (Colosseum Essen, Alte Oper Frankfurt a.M.), als kleiner Tarzan hat er im gleichnamigen Disney Musical den Dschungel im Metronom Theater Oberhausen erobert, nach einem Ausflug in Patrick Stankes „Abenteuerland“ (Dortmund Hansa Theater, Schauburg Quasi So-Theater Ibbenbüren) bestritt er einige Konzerte im Ruhrgebiet und Ostwestfalen, ehe er als 16–18jähriger Schüler mehrere erfolgreiche Produktionen am TiC Theater in Wuppertal spielte – u.a. als TJ in „Sister Act“, Lucas Beineke in „The Addams Family“ (Regie Dustin Smailes) oder Igor in „Frankenstein Junior“ (Regie Patrick Stanke) – bevor es ihn 2024 nach Hamburg zog.

So treten hier zwei junge Männer auf, die jeweils auf mehr als 10 Jahre Bühnenerfahrung zurückblicken können und selbst doch noch nicht älter als 20Jahre alt sind! Beeindruckend und angesichts der ambitionierten Set List wirklich mutig. Nur wenige „Blockbuster“ der Musicalszene werden im Konzert ausgelassen – irgendwo muss ja eine Grenze gezogen werden.
Beim recht entspannten Start mit dem wunderschön gesungenen Duett „You raise me up“ zeigt sich bereits, dass beide Stimmen hervorragend zusammenpassen: Timon mit einer großen Range voller Tiefe und sicheren Höhen und Romeo mit weichem Timbre, gefühl- und kraftvoll im Ausdruck. Er zeigt nach kurzer Begrüßung dann gleich mal sein Können mit einem großartig interpretierten Solo „Ich bin Musik“ aus dem Musical „Mozart“, dem Timon mit einem starken und herzergreifenden „Warum kannst du mich nicht lieben?“ folgt. Die Messlatte wird also wirklich hoch gehängt – völlig zu Recht! Signature Stücke aus Les Miserables, Jesus Christ Superstar (u.a. Gethsemane von Timon Strick beeindruckend stark gesungen!), Aladdin (charismatisch durch Romeo Sciacovelli repräsentiert!), Herkules, König der Löwen oder das eher klassische Phantom der Oper sorgen für Begeisterung im Publikum! Duette und Soli wechseln sich gleichberechtigt ab und beide Sänger können sich ausdrucksstark, tonal absolut sicher, mitreißend und anrührend präsentieren. Dass die Akteure auch heiter und beschwingt das Publikum animieren können, wird mit Udo Jürgens‘ „Ich war noch niemals in New York“ eindrucksvoll bewiesen. Hier sollte spontan auch der hervorragend aufspielende Pianist des Abends, Maximilian Käding, zum Singen gebracht werden – er blieb aber doch lieber bei seinen schwarz-weißen Tasten am Flügel. Die beste Entscheidung, denn der Absolvent des Salzburger Mozarteums und derzeitiger Dozent und Korrepetitor der Stage School spielte nicht nur sicher und rhythmisch führend, energetisch und virtuos das anspruchsvolle Set, er fing die beiden Sänger auch an ein bis zwei Stellen unerwarteter Cuts oder enthusiastischer Übergänge souverän und fast unmerklich wieder ein. Dies und kleine Textvariationen sowie die lockere abwechselnde Moderation, entsprachen der Jugendlichkeit der Akteure und lösten die inhaltliche Schwere mancher Songs wunderbar wieder auf.
Besonders beeindruckend wirkten das eher unbekannte Duett „Lilys Eyes“ aus „The Scarlet Pimpernel“ zu Beginn des zweiten Aktes, „Woran kann ich noch glauben“ aus dem erfolgreichen Fuldaer „Robin Hood“ und ganz besonders „Die Schatten werden länger“ (Elisabeth) als Finale des ersten Aktes und als zweite Zugabe! Hier brillierte Timon als „der Tod“ mit sicherer und kraftvoller Höhe sowie beängstigend lockender Stimme, als er Romeo, in der Rolle verzweifelten Kronprinzen Rudolf sehr überzeugend agierend, quasi in den Selbstmord trieb.
Zu Recht erhielten die Künstler stehende Ovationen und mehrere Verbeugungen, sehr positiven Zuspruch, Autogramm- und Fotoanfragen sowie den mehrfach geäußerten Wunsch nach einer Wiederholung.
Fazit

Um den männlichen Nachwuchs im Musicalbereich muss man sich derzeit absolut keine Sorgen machen! Das schon jetzt bewiesene Know How in Bezug auf Veranstaltungsorganisation und –konzeption, der hohe technische Anspruch, die spürbare Liebe zur Gestaltung des Abends und natürlich das gesangliche Können lässt auf eine erfolgreiche Zukunft der beiden angehenden Musicaldarsteller hoffen: Romeo Sciacovelli und Timon Strick – zwei Namen, die man sich unbedingt merken sollte!
Romeo Sciacovellis weitere Veranstaltungen lassen sich auf seiner Website finden. Schon am 30.Mai 2026 präsentiert er „Licht und Schatten“, eine musikalische Erzählung über einen kleinen Jungen, der den großen Traum hegt, die Bühne zu seinem Wohnzimmer zu machen, in der Stadtbücherei Quickborn als Soloprogramm. Vom 5. – 17. Mai 2026 steht er zudem in der „Showtime“ im Hamburger First Stage Theater auf der Bühne.
Timon Strick, der als Einspringer tatsächlich erst 1 Woche vor Konzertbeginn ins Team kam, inszeniert derzeit das Jahrgangsprojekt der Stage School „Into the Woods“, welches ab 29. Juli bis zum 9. August im First Stage Theater Hamburg zu sehen sein wird. Er zeichnet hierbei für die Regie und das Lichtdesign verantwortlich.
Wann beide noch einmal gemeinsam eine Bühne teilen werden, steht noch in den sprichwörtlichen Sternen, aber aus Sicht des Publikums ist die Wiederholung oder eine Neuauflage von „Contrast“ in dieser Besetzung absolut wünschenswert.
- Instagram: romeo.sciacovelli, www.romeo-sciacovelli.de,
- Instagram: timonstrick, www.timonstrick.weebly.com
- Instagram: maximilianpiano (Maximilian Käding, Pianist), www.maximilianpiano.com
Vielen Dank für den gelungenen Konzertabend!
Artikel von Corinna