Cityringkonzerte Dortmund 2025 – Musicalgala

Die Dortmunder Cityring Konzerte haben sich mittlerweile zu einer wunderbaren Tradition entwickelt. In jedem Jahr verwandelt sich der Friedensplatz in eine Bühne unter freiem Himmel. Musikalisch dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Wir durften die Musicalgala am 6. September 2025 besuchen. Zahlreiche Musikbegeisterte fanden an diesem Abend zusammen und verbrachten gemeinsam einen friedlichen Abend, der ganz im Zeichen des Musicals stand.
Das Konzept des Abends lag in den Händen des Musicalprofis Andreas Luketa von Sound Of Music Concerts. Das Programm gliederte sich in verschiedene, themenspezifische Blöcke, sodass ausnahmslos jeder auf seine Kosten kam. Begleitet wurde der Abend zudem von einer grandiosen Band unter der Leitung von Florian Albers. Ein Musiker, den wir in der Branche glücklicherweise immer häufiger nicht nur hören, sondern auch sehen können. Wer einmal bei einem Konzert dabei sein sollte, bei dem Florian Ambers am Klavier oder Keyboard sitzt, sollte ihn beim Spielen unbedingt einmal beobachten. Dieser Mann lebt die Musik. Seine Freude und Leidenschaft sind in jeder seiner Bewegungen deutlich auszumachen, sodass auch unsere Blicke an diesem Abend immer wieder zu dem Vollblutmusiker schweiften.
Eröffnet wurde der Abend mit einem Medley aus dem Erfolgsmusical &Juliet, das auch seit Oktober letzten Jahres das Publikum in Hamburg begeistert. Einen besseren Einstieg hätte der Veranstalter wohl kaum wählen können. Bekannte Songs wie Everybody (im Original von den Backstreet Boys veröffentlich) oder It’s my Life des schwedischen Musikgenies Max Martin, sorgten sofort für eine ausgelassene Stimmung.
Als nächstes folgte ein Moulin Rouge-Medley, eine Mischung aus berührenden und starken Songs. In diesem Block ist es kaum möglich, einen Song besonders herauszupicken, weil ausnahmslos alle etwas Magisches innehatten.
Verena Mackenberg ist eine Sängerin, deren zarte Töne unmittelbar unter die Haut gehen und die in den lauten Passagen Stärke und Power zu vermitteln versteht. Sie eröffnete das Medley mit dem Song Fireworks. Hierbei konnte sie eindrucksvoll beide Facetten zeigen. Zu Beginn hauchte sie die einzelnen Worte geradezu, wodurch die Zeilen etwas Fragiles bekamen. Nach hinten hinaus wurde sie immer lauter und stärker und zeigte, dass in den Zeilen und in ihr wirklich ein Feuerwerk steckt.

Im Refrain sang niemand Geringeres als Michaela Schober die zweite Stimme und löste ein Gefühl der Zusammengehörigkeit in mir aus. Die beiden Frauen zeigen, dass in jedem von uns eine gewisse Stärke steckt, selbst wenn wir uns manchmal klein und bedeutungslos fühlen.
Nach dem emotionalen Einstieg brillierte Lina Kropf durch Power und eine Prise Verruchtheit auf der Bühne mit ihrer Interpretation des Erfolgshits Bad Romance. Die junge Frau beeindruckte durch ihre Stimmgewalt und verlieh dem Song eine verruchte Note – genau so, wie es sein sollte.
Große Gefühle zeigte hingegen Jan Großfeld als er den Welthit Your Song performte. Seine Stimme hat dieses gewisse Etwas, das ich nicht beschreiben kann. Es ist eine Mischung aus Moderne, einem souligen Unterton und Weichheit, die unter die Haut geht.
Anschließend wurden große deutsche Musicalerfolge gefeiert. Das berühmte Frauenterzett Wer kann schon ohne Liebe sein – bekannt aus den „3 Musketieren” – wurde von den drei Solistinnen gesungen. Ihre Stimmen bildeten eine perfekte Harmonie.
Patrick Stanke, ein wahrer Entertainer der Musicalbranche, bewies mit seiner Interpretation des anspruchsvollen Songs So sehr fehlt mir dein Gesang aus dem Musical „Liebe stirbt nie”, dass er mit seiner unvergleichlichen Stimme auch die Herzen des Publikums erreichen kann. Seine Stimme ging unter die Haut und es war ein Genuss, auch diese Seite des erfolgreichen Sängers hören zu dürfen.
Eines der Lieder, das bei kaum einer Musicalgala fehlen darf, ist der wohl bekannteste Song aus dem Erfolgsmusical „Die Päpstin”: Das bin ich. Verena Mackenberg, die die Titelrolle im letzten Musicalwinter in Hameln sowie alternierend in Fulda spielte, bewies erneut, dass sie sowohl Stärke als auch Herzlichkeit in diese emotionale Rolle legen kann. Wer das Stück noch nicht gesehen hat: Vom 12. bis 31. Dezember gastiert die Produktion erneut in Hameln, mit Verena Mackenberg in der Titelrolle der Johanna.
Mit seiner stimmgewaltigen Darbietung des Songs Stars aus „Les Misérables” löste der Dortmunder Kammersänger Morgan Moody wahre Begeisterungsstürme aus. Dabei wurde er am Klavier von Jordan de Souza, dem neuern Dortmunder Generalmusikdirektor, begleitet. Besonders die tiefen Töne des Baritonsängers trafen das Publikum unmittelbar ins Herz.

Wer sich das Programm des Dortmunder Theaters ansieht, hat vermutlich den darauffolgenden Block bereits erwartet. Das Publikum wurde in die 50er Jahre zurückversetzt und bekam ein sensationelles Grease-Medley geboten. Die gute Stimmung schwappte bis in die letzte Reihe über und ließ uns voller Vorfreude auf die kommende Spielzeit blicken. Besonders Lina Kropf und Jan Großfeld stachen sowohl in ihren Solonummern als auch im gemeinsamen Miteinander heraus.
Kurz vor der Pause ging es dann nach Transsilvanien zu den Vampiren. Bei Konzertformaten ist es für die Interpreten eine große Herausforderung, die Emotionen der einzelnen Songs ohne ein stimmungsvolles Bühnenbild oder aufwändige Kostüme zu vermitteln. Jan Großfeld übernahm die Passagen des jungen Alfred, der ein Auge auf die schöne Sarah geworfen hat. Gemeinsam mit Michaela Schober wusste er sowohl gesanglich als auch schauspielerisch zu überzeugen.
Filippo Strocchi entließ das Publikum nach seiner fulminanten Darbietung der Unstillbaren Gier in die Pause. Der charismatische Sänger, der bereits in dem Erfolgsmusical „Tanz der Vampire” die Rolle des Grafen von Krolock verkörperte, lieferte eine eindrucksvolle Version des herausfordernden Songs.
Nach der Pause erwartete das Publikum fünf weitere Blöcke. Beinahe jede Darbietung hätte es verdient, einzeln erwähnt zu werden. Um den Rahmen nicht zu sprengen, haben wir uns einige Highlights herausgesucht.
Lina Kropf sorgte mit ihrer emotionalen Version des berühmten Whitney-Houston-Songs I Will Always Love You für einen der absoluten Höhepunkte des Abends. Leicht gehauchte Töne, kraftvolle Phrasen sowie ihre tonale Perfektion ließen uns sprachlos zurück.
Verena Mackenberg zog uns mit Ein neues Leben aus „Jekyll & Hyde” regelrecht in ihren Bann und bewies erneut, dass sie nicht nur eine der größten Musicalstimmen, sondern auch eine äußerst wandelbare Künstlerin ist. Gemeinsam mit Lina Kropf entführte sie uns nach Manderley und lieferte eine mitreißende Interpretation von „Rebecca”, einer der größten Musicalhymnen aus dem gleichnamigen Erfolgsmusical.
Michael Kunze und Silvester Levay – zwei Namen, die unsere Musicalwelt geprägt haben – dürfen natürlich nicht fehlen. Neben „Rebecca” und „Mozart!” stammt auch das erfolgreichste Musical im deutschsprachigen Raum aus der Feder des Erfolgsduos. Die Rede ist natürlich von Elisabeth. Jan Großfeld und Patrick Stanke sangen gemeinsam „Die Schatten werden länger”. Beide überzeugten stimmlich auf ganzer Linie. Der wohl bekannteste Song des Stücks ist „Ich gehör nur mir”, gesungen von Elisabeth. An diesem Abend durften wir jedoch einer ganz anderen Version des berühmten Klassikers lauschen. Erneut bewiesen die drei Solistinnen, dass ihre Stimmen perfekt miteinander harmonieren und sie transportierten vor allem eines: Gefühle und den Glauben daran, sich aus seinen Fängen befreien zu können.
Es ist der Musikfilm schlechthin: The Greatest Showman!
Lina Kropf und Jan Großfeld glänzten mit ihrem Zusammenspiel des Songs Rewrite the Stars. Die beiden jungen Talente zeigten, wie modern und vielseitig Musicalstimmen klingen können und bescherten uns wunderbare Momente.
Wenn man regelmäßig Musical-Konzerte besucht, gibt es hin und wieder Titel, die man sich satthört. Die einst schön waren, mittlerweile aber ihren Zauber verloren haben. Und dann gibt es diesen einen Song – diese besonderen Zeilen, die Michaela Schober bei jedem Auftritt derart authentisch und ungefiltert zu transportieren versteht, dass es immer wieder ein Highlight ist. Die Rede ist natürlich von This Is Me (The Greatest Showman). An diesem Abend gab es keinen Chor, der das stimmgewaltige Stück mittrug. Stattdessen stand die Sängerin allein auf der Bühne und es gab nicht eine Sekunde, in der mir etwas gefehlt hätte. Ihre Leidenschaft und die Bedeutung der Lyrics sind für das Publikum bei jedem ihrer Auftritte deutlich zu spüren. Wir sagen erneut: Danke, Michaela Schober.
Danke, dass du uns Folgendes immer vermittelst:
Es ist okay, so zu sein, wie man ist. Wir sind alle gut und genug, ohne etwas leisten zu müssen. Sondern allein dadurch, dass wir da sind.
Besetzung:
- Jan Großfeld
- Lina Kropf
- Verena Mackenberg
- Michaela Schober
- Patrick Stanke
- Filippo Strocchi
- Ks. Morgan Moody
- Jordan de Souza – Klavier
- Band: Florian Albers, Christian Niehues, Lukas Middelberg, Valentin Koch, Matthias Plewka, Julian Castanie
- Melissa Laurenzia Peters – Regie und Choreografie
Wir bedanken uns bei den Cityring Konzerten für die Einladung.
Artikel von Sandra