CATS – Europatournee 2025

Tourpremiere: 10.04.2025 – Besuchte Vorstellung: 10.09.25 Zürich, Theater 11 (in englischer Sprache).
Heute darf ich eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten ansehen. Es handelt sich um den Klassiker CATS, das von Sir Andrew Lloyd Webber komponiert wurde. Das Musical basiert auf dem Gedichtband «Old Possum’s Book of Practical Cats» von T. S. Eliot. Die Uraufführung von CATS fand 1981 im New London Theatre im Londoner West End statt. Nur ein Jahr später, am 7. Oktober 1982, feierte es am Broadway Premiere. CATS lief dort bis zum Jahr 2000 und war damals das am längsten aufgeführte Broadway-Musical.
Das Stück wurde in über 30 Länder gebracht, in 15 Sprachen übersetzt und von mehr als 80 Millionen Menschen gesehen. Ich selbst schaue mir CATS zum vierten Mal an.

Das Musical CATS spielt in einer Nacht auf einer Müllhalde, wo sich die Jellicle Cats zu ihrem jährlichen Ball treffen. Sie wählen dort eine Katze aus, die ins Heaviside Layer aufsteigen und ein neues Leben beginnen darf.
Der erste große Song des Stückes heißt «The naming of cats». Hier wird erzählt, dass die Katzen drei Namen haben: Den alltäglichen Namen, den die Menschen ihnen geben; einen einzigartigen würdevollen Namen und einen geheimen unaussprechlichen Namen, den nur sie selbst kennen. Mit diesem Song wird der Zuschauer direkt in die mystische einzigartige Welt der Katzen mit ihren individuellen Persönlichkeiten geholt.
Während des Abends auf der Müllhalde stellen sich die einzelnen Katzen mit ihren individuellen Geschichten und Eigenheiten vor: der freche Mungojerrie und Rumpleteazer, der majestätische Rum Tum Tugger, der pflichtbewusste Skimbleshanks und viele andere.
Besonders bewegend ist die Geschichte von Grizabella, einer ehemals glamourösen Katze, die von den anderen ausgestoßen wurde. Erst am Ende wird sie wieder in die Gemeinschaft aufgenommen – und schließlich ausgewählt, das neue Leben zu beginnen. Spätestens an dieser Stelle als Grizabella auf einen alten Autoreifen Richtung Himmel fliegt und das berühmte Lied «Memorys» singt, herrschte eine atemberaubende Stille im Theater und man konnte spüren, wie diese Szene die Zuschauenden bewegte.

Das Musical hat ein beeindruckendes Bühnenbild. Der Mond scheint auf die Müllhalde. Die Utensilien der Müllhalde sind in Relation zu den Katzen entsprechend groß dargestellt. Die Darsteller stellten Gestik und Mimik der Vierbeiner ausgezeichnet dar. Dies fällt mir tatsächlich erst bei meinem 4.ten Cats Besuch auf. Womöglich liegt es auch daran, dass ich mittlerweile selbst eine dieser Wesen beherberge.
Mir gefiel es, dass in der Pause die dicke Katze Old Deuteronomy auf der Bühne sitzen blieb und man sich für Fotos zu ihr gesellen durfte. Das war ganz klar mein persönliches Highlight.
Das Schlusslied «The Ad-dressing of Cats» macht einen schönen Bogen, da es noch einmal die persönliche Beziehung in Form eine Gebrauchsanweisung für Katzen aufgreift. Es schließt sich der Kreis zum Anfangslied «Naming of Cats».
Das Musical lebt von Tanz, Musik und Atmosphäre – es hat keine klassische Dialoghandlung, sondern erzählt seine Geschichte durch Lieder, Choreografien und Bühnenbilder.
CAST
- Alonzo – Liam Dean
- Bill Bailey – Theo Reece
- Bombalurina – Olivia Barnett-Legh
- Bustopher Jones/Asparagus – Nathan Taylor
- Carbucketty – Fin Adams
- Cassandra – Emily Layden-Fritz
- Coricopat – Bailey Johnson
- Demeter – Alice Oberg
- Grizabella – Lucy May Barker
- Jellylorum – Daisy Boyles
- Jemima – Gabrielle Parker
- Jennyanydots/Gumbie Cat – Hazel Baldwin
- Macavity/Admetus – Marco Venturini
- Mungojerrie – Marcus May
- Munkustrap – Russell Dickson
- Old Deuteronomy – Michael Robert-Lowe
- Quaxo/Mistoffelees – Samuel Bateson
- Rum Tum Tugger – Daniel Timoney
- Rumpleteazer – Lauren Bronwyn Wood
- Skimbleshanks – Gavin Eden
- Tantomile – Jessie-Jae Davis
- Victoria/White Cat – Isabel Moore
- Swing – Carrie Willis, Grace Chan, Nikki Biddington, Jamie Armour, Ben Walsh, Jessica Sutton
- Walking Understudy – Quinlan Kelly
Weniger bekannte Fakten:
- Die Figur „Grizabella“ taucht in T. S. Eliots Originalgedichten nur in Fragmenten auf; Andrew Lloyd Webber und Regisseurin Trevor Nunn entwickelten sie extra weiter.
- Die berühmte Ballade „Memory“ war ursprünglich nicht Teil der Partitur und wurde erst kurz vor den Proben hinzugefügt.
- Das Bühnenbild wurde so entworfen, dass das Publikum sich wie Teil des Katzenreviers fühlt – sogar der Zuschauerraum war dekoriert.
- „Cats“ war eines der ersten Musicals, das so stark auf Tanz und Körpersprache setzte; die Darsteller:innen trainierten monatelang katzenartige Bewegungen. Heute ist „Cats“ ein Klassiker, der regelmäßig auf Tourneen neu inszeniert wird – oft mit modernen Choreografien, aber stets mit der berühmten mystischen Atmosphäre der „Jellicle Cats“.
Wir bedanken uns bei FBM Entertainment für die Einladung!
Artikel von Susanne