Bücherwelt: Wo der Sturm uns findet

Wenn die Sucht das gesamte Leben kontrolliert

»Wo der Sturm uns findet« von Ali Kassemyar ist weit mehr als bloß irgendeine Geschichte. Sie stammt aus dem Heartlines Programm.

Aber was bedeutet das eigentlich?

{heartlines} = True Story + New Adult: Inspiriert von den echten Geschichten und Persönlichkeiten der Storygeber*innen schreiben die Autor*innen Romane zum Eintauchen und Mitfühlen. Mit Charakteren, die Mut machen, und unvergesslichen Lovestorys, die unsere Herzen erobern.

Inhalt

© Penguin Random House

Nach einem Entzug und einer Haftstrafe wegen Drogenhandels will Finn seine kriminelle Vorgeschichte endgültig hinter sich lassen und sein Leben in neue Bahnen lenken. Und tatsächlich hat er endlich einmal Glück: In Hamburg begegnet er der erfolgreichen Schriftstellerin Lena, die mehr in ihm sieht und ihm einen Job als ihr Assistent anbietet. Die gemeinsame Arbeit schweißt die beiden immer enger zusammen, sodass es nicht lange dauert, bis sich Gefühle zwischen ihnen entwickeln. Doch um seinen Neuanfang mit Lena nicht aufs Spiel zu setzen, hält Finn seine dunkle Vergangenheit unter Verschluss. Er verrät ihr nicht, dass alte Geschäftspartner ihn bedrängen und er gegen die andauernde Versuchung ankämpft, in seine selbstzerstörerischen Muster zurückzufallen. Als ihn dann ein ehemaliger Auftraggeber unter Druck setzt, einen allerletzten Deal abzuwickeln, bringen seine Geheimnisse nicht nur die Beziehung zu Lena, sondern auch Finns Chance auf einen Ausstieg aus dem Milieu in Gefahr …

Zum Buch

Storygeber war hier René Baumecker. In seiner Jugend geriet er selbst in einen gefährlichen Strudel aus Drogen, Kriminalität und Spielsucht – bis ihm irgendwann der Ausstieg gelang. Mittlerweile teilt er seine Geschichte auf seinem Blog (@renebaumecker.official) und möchte andere Menschen dabei unterstützen, die wahren Ursachen ihres Suchtverhaltens oder des nagenden Gefühls innerer Leere zu erkennen. Außerdem hält er Vorträge zur Prävention und kämpft gegen die Stigmatisierung von Personen mit einer kriminellen Vergangenheit und Suchtproblemen.

Eigene Gedanken

Meiner Meinung nach ist genau das entscheidend: Wir können eine Sucht nur in den allerseltensten Fällen nachhaltig bewältigen, wenn die auslösenden oder aufrechterhaltenden Faktoren nicht aufgearbeitet werden. Eine Sucht lässt sich schließlich nicht wie eine rein somatische Krankheit »mal eben so« heilen. Sie hat eine Funktion – oder hatte sie mal. Beispielsweise kann sie aus innerer Leere, zu viel Druck, Misserfolgen oder Einsamkeit resultieren. Häufig dienen Süchte der Emotionsregulation oder erfüllen eine vergleichbare Funktion als Kompensationsmechanismus. Wenn der Fokus jedoch allein auf der Behandlung des Symptoms liegt, besteht die Gefahr einer Suchtverlagerung.

Außerdem ist ein Bewusstsein dafür, welchen Hindernissen Menschen mit einer kriminellen Vergangenheit gegenüberstehen, enorm wichtig. Jedem sollte das Recht auf eine neue Chance, auf ein besseres und lebenswertes Leben, zustehen. Leider gestaltet sich die Umsetzung bis heute oft schwierig, insbesondere wenn der Lebenslauf eine vorherige Verurteilung beinhaltet. Doch wie sollen diese Menschen je ihren Weg zurück ins Leben finden und die Chance auf eine neue, bessere Zukunft haben, wenn ständig Vorurteile ihnen dabei im Weg stehen?

Der Autor

Mit seiner Debüt-Dilogie (»Selbst in dunkelster Nacht« und »Auch am hellsten Tag«) konnte Ali Kassemyar die Leserherzen berühren. Sein Schreibstil besticht durch eine gelungene Mischung gefühlvoller Passagen und prägnant formulierter Sätze. Besonders letzteres zeichnet seine Geschichten aus: Es braucht nicht unbedingt 500 Seiten und mehr, um seine Leserschaft emotional zu erreichen, wenn Worte derart gekonnt geformt und zu einer packenden Geschichte verbunden werden.

»Es ist nie zu spät, sich selbst eine neue Zukunft zu schreiben.«
(Zitat von René Baumecker)

»Wo der Sturm uns findet« erscheint am 18. Februar 2026 im Heartlines-Verlag.

Wir bedanken uns bei der Penguin Random House Gruppe für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Artikel von Sandra