Bücherwelt: Spannung und Nervenkitzel bis zur letzten Seite

Trotz unserer Begeisterung für berührende Liebesgeschichten darf es zwischendurch durchaus der ein oder andere Thriller bzw. New-Adult-Roman mit reichlich Nervenkitzel sein. Heute möchten wir drei Bücher vorstellen, die genau das versprechen und – ohne zu spoilern – auch halten.

Remember, Remember – Denn keine Tat ist je vergessen

In ihrem neuen Roman verbindet Stefanie Hasse heiße New-Adult-Vibes mit explosiven Thriller-Elementen. Fans unserer Buchwelt fragen sich jetzt möglicherweise: Stefanie Hasse? Den Namen habe ich doch schon mal gehört! Tatsächlich eröffneten sie und Stella Tack mit ihrer Lesung zu „Single all the way” 2024 offiziell unsere Buchwelt. Umso mehr freuen wir uns, heute eine neue Geschichte der Autorin vorstellen zu dürfen. Bereits damals sorgte ihre Widmung an Jennifer Benkau für schmunzelnde Gesichter. Doch auch der aktuelle Roman bestätigt wieder einmal die tiefe Freundschaft der drei sympathischen Autorinnen.

Für Stella Tack und Jennifer Benkau, die ich hiermit zwinge, auch die finale Version zu lesen. Ich bin froh, euch als Freundinnen zu haben. Tausend Küsse!
(Widmung aus Remember, Remember)

© Penguin Random House

Was erwartet euch – kurz und knapp zusammengefasst:

Das Klassentreffen eines Elite-Internats in einem Luxuszug. Eine Protagonistin, die ihren einstigen Mitschülern am liebsten aus dem Weg gehen würde, dann aber überwindet, um die Agentur INFLUENCED zu retten. Doch dann wird klar: Ein Mörder befindet sich ebenfalls im Zug. Sie verbündet sich mit ihrem einstigen Rivalen und eine fesselnde Geschichte voller Wendungen nimmt ihren Lauf.

Wie ist der Einstieg in die Geschichte?

Es geht direkt im Prolog mit einer Radiomeldung, die bestätigt, dass der vermisste Schüler des Luxus-Internats Rosenberg tot aufgefunden wurde, los.
Das erste Kapitel wird aus der Perspektive der 27-jährigen Lara erzählt. Schnell wird klar: Ihr Leben ist anders verlaufen, als sie es sich damals mit ihrer Freundin Tatjana ausgemalt hat. Doch dann trudelt eine E-Mail in ihrem Agentur-Postfach ein: Eine Einladung zum Klassentreffen 10 Jahre Rosenberg. Instinktiv reagiert sie mit Ablehnung. Nachdem allerdings plötzlich auch noch ein großes Modelabel seinen Agenturvertrag mit ihr kündigt, sieht sie ihre einzige Chance darin, das „Vitamin B” ihrer einstigen, wohlhabenden Mitschüler auszunutzen – und die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Das zweite Kapitel beginnt mit einem Perspektivwechsel zu Aarón. Zwei Stunden vor einem seiner wichtigsten Meetings wird er – nach einer Party in Barcelona – aus dem Bett geklingelt. Im Luxushotel Le Méridien hat er ein dauerhaft reserviertes Zimmer. Kein Drama? Doch, denn das Meeting um den Posten des nächsten CEO findet in Madrid statt.
Nachdem Aarón sich das gesamte Jahr hindurch gegen seine Konkurrenten hat durchsetzen können und in letzter Sekunde pünktlich zum Termin erscheint, eskaliert die Situation: Er lässt sich von seinem größten Kontrahenten, Jorge, provozieren und schlägt auf ihn ein – wieder und wieder. Ausgerechnet vor der amtierenden CEO der Firma Gente Importante. Damit scheinen seine Träume zu platzen.

Was mir dabei besonders positiv aufgefallen ist:

Einerseits wird deutlich, welch unfassbares Vermögen seine Familie besitzt, ein Aspekt, der für die Handlung von großer Bedeutung ist. Zum anderen vermitteln die verwendeten spanischen Formulierungen unmittelbar das Gefühl, in Spanien zu sein. Einige Beispiele sind „Abuela” (spanischer Ausdruck für „Großmutter”) oder die kurzen Umgangsformen „De nada” und „Gracias”.

Klappentext

Das Klassentreffen des Elite-Internats Rosenberg findet im Luxuszug Mireille statt, doch Lara Thomas ist nur ungern da: Nicht nur weil sie den Schlafwagen ausgerechnet mit ihrem ehemaligen Schul-Rivalen Aarón Juez teilen muss, sondern auch weil auf der Fahrt alte Streitereien hochkochen. Und Erinnerungen. Und Gefühle. Doch dann wird das Event durch eine schockierende anonyme Beichte unterbrochen: »Ich habe getötet«. Ein Mörder ist im Zug! Lara und Aarón tun sich zusammen, um der Wahrheit auf den Grund zu kommen. Doch sie wissen nicht einmal, ob sie einander trauen können …

  • Erscheinungstermin: 21. Januar 2026 bei Blanvalet

Fazit

Auch wenn ich das Buch noch nicht vollständig gelesen habe, möchte ich es in diesem Rahmen unbedingt empfehlen. In welchem Buch ich direkt weiterlesen werde, dürfte nach meinem Enthusiasmus wohl klar sein.

Hinweis: Am 23. Februar erscheint mit „My Darkest Revenge“ außerdem der erste Teil der neuen Urban-Romantasy-Dilogie der Autorin (Ars Edition Verlag). Passend dazu wird es im März eine Lesereise mit Terminen in Ulm, Darmstadt, Dortmund und Lübeck geben.


Love, Mom – Iliana Xander

Kaum ein Buch wurde mir so häufig empfohlen wie dieses. In den letzten Monaten dürfte vermutlich kaum ein Thriller-Fan um „Love Mom“ herumgekommen sein.

Was erwartet die Lesefans – kurz und knapp zusammengefasst:

Eine tote Thriller-Autorin, eine Tochter, die nicht an einen Unfalltod glaubt, mysteriöse Briefe und eine goldene Regel: Vertraue niemandem – am wenigsten deiner Familie!

© Penguin Random House

Ist der Hype gerechtfertigt?

Ja, das stand für mich direkt beim Lesen der ersten Seiten fest. Doch was lässt diesen Thriller eigentlich zu einem so herausragenden Exemplar werden? Zunächst überzeugt er von der ersten bis zur letzten Seite durch seine spannungsgeladene Handlung. Die Story hat mich vollkommen in ihren Bann gezogen und all meine zahlreichen Theorien entpuppten sich als falsch – ich hatte ständig neue. Spätestens im zweiten Teil, der Rückblenden in die Vergangenheit gewährt, war ich schließlich so in der Geschichte gefangen, dass selbst Essen und Trinken zur Nebensache wurden. Es zählte nur noch eines: Wer steckt dahinter? Mit jeder neuen Enthüllung zieht sich das Netz aus Geheimnissen enger zusammen, bis irgendwann alle unter Verdacht stehen. Die einzelnen Kapitel sind angenehm kurzgehalten, zudem wechselt die Ich-Perspektive mehrfach – und genau das macht die Handlung so besonders. Mit der Zeit konnte ich nicht mehr klar erkennen, was wahr und was Lüge ist. Wer sagt die Wahrheit? Die rätselhaften Briefe steigern die Spannung kontinuierlich.
Darüber hinaus überzeugen die perfekt ausgearbeiteten Nebencharaktere, wodurch die Story eine zusätzliche Tiefe gewinnt. Den gut lesbaren, modernen Schreibstil empfand ich insgesamt als stimmig. Zwischendurch empfand ich persönlich die Sprache als etwas zu juvenile, was meiner Begeisterung für die grandiose Story insgesamt jedoch keinen Dämpfer verpasste. Alle Handlungsstränge werden schlüssig aufgelöst – ein gelungener Abschluss.

Kritik?

Nicht wirklich. Zwar kommt der Schreibstil an einigen Stellen etwas umgangssprachlich daher und manche Wendungen lassen sich vielleicht vorhersehen – allerdings waren die unerwarteten Twists definitiv in der Überzahl, sodass ich es insgesamt nicht als störend empfunden habe.

Inhalt

Mackenzies Mutter, eine der weltweit bekanntesten Thriller-Autorinnen, ist tot. Doch sie hat Zweifel am Unfalltod ihrer Mutter – damit ist sie nicht allein. Während der Trauerfeier erhält sie zunächst einen mysteriösen Brief, in dem sich Seiten aus dem Tagebuch ihrer Mutter befinden – weitere folgen. Welche Geheimnisse hatte ihre Mutter? Haben diese ihr das Leben gekostet? Um das herauszufinden, stellt Mackenzie auf eigene Faust Nachforschungen an. Dabei darf sie niemandem trauen – am wenigsten ihrer Familie.

Leserstimmen: Ein packender und twistreicher Pageturner mit Freida McFadden-Feeling.
Das Buch ist im Heyne Verlag erschienen.


Der Freund – Ist er dein Traumpartner oder dein Killer?

In Anlehnung an die Leserstimmen der letztgenannten Empfehlung möchten wir abschließend eines der Werke von Freida McFadden vorstellen. Als Bestsellerautorin besticht sie vor allem mit ihrem Talent, überraschende Twists zu integrieren und packende psychologische Spannung aufzubauen. So gelang ihr in kürzester Zeit der internationale Durchbruch – ihre Bücher wurden in über 40 Sprachen übersetzt.

© Penguin Random House

Klappentext

Sydney Shaw hatte immer Pech mit ihren Dates. Bis sie Tom traf. Tom scheint perfekt: Er ist charmant, attraktiv und arbeitet als Arzt in einem Krankenhaus. Dann erschüttert der brutale Mord an einer Frau die Stadt. Die Polizei tippt auf einen Serientäter, der sich mit seinen Opfern zu einem Date verabredet, bevor er zuschlägt. Sydney sollte sich sicher fühlen. Schließlich hat sie Tom. Warum hat sie nur das Gefühl, dass mit ihm etwas nicht stimmt? Jemand beobachtet sie auf Schritt und Tritt. Sie muss der Wahrheit schnell auf die Spur kommen – sonst könnte sie das nächste Opfer sein …

Stärken

Spannende Twists und Zeitwechsel sorgen für Spannung. Abwechselnd erfahren wir Details aus Sydneys Gegenwart oder Toms Vergangenheit. Der Schreibstil ist großartig und die Handlung konnte mich schnell packen.

Kritik?

Einige Wendungen waren vorhersehbar. Stellenweise empfand ich ihre Naivität der Protagonistin etwas nervig. Da es mein erster Thriller der Autorin war, kann ich nicht sagen, ob solche Verhaltensweisen in all ihren Werken zu finden sind. Phasenweise wirkt Sydney unsicher – was okay ist –, permanente Selbstzweifel können auf Dauer allerdings anstrengend und nervig wirken. Meiner Meinung nach hätte die Handlungsentwicklung es in diesem Ausmaß nicht gebraucht.

Fazit

Trotz kleinerer Schwächen – hier sei angemerkt, dass dies natürlich meine subjektive Wahrnehmung ist und jeder seine eigene Sichtweise hat – handelt es sich um einen grandiosen Thriller. Die Wendung am Ende habe ich nicht vorhergesehen. Die kleineren Schwächen werden durch den starken Schreibstil wieder aufgewogen. Über den Epilog am Ende lässt sich sicherlich streiten. Das Lesevergnügen des gesamten Thrillers sollte jedoch nicht durch die letzten Seiten getrübt werden. Es war ein recht „unübliches” Ende – zumindest für meine Erwartungen.
Das Buch ist im Heyne Verlag erschienen.

Wir bedanken uns bei der Penguin Random House Verlagsgruppe für die Bereitstellung der Leseexemplare.


Artikel von Sandra