Bücherwelt: Lucinda Riley
Eine Autorin, deren Werke auch über ihren Tod hinaus in Erinnerung bleiben

Die in Irland geborene Autorin Lucinda Riley gilt als eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen überhaupt. Seit dem gefeierten Roman „Das Orchideenhaus” landete jedes ihrer Werke an der Spitze der internationalen Bestsellerlisten. Ihre Bücher wurden in 37 Sprachen übersetzt. Mit den Romanen ihrer „Sieben Schwestern”-Reihe gelang ihr ein gigantischer Erfolg: Weltweit wurden über 30 Millionen Exemplare verkauft.
Riley verbrachte ihr Leben gemeinsam mit ihrem Mann und vier Kindern im englischen Norfolk und in der irischen Region West Cork. Im Juni 2021 verstarb sie infolge ihrer Krebserkrankung.
Für gewöhnlich enthalten Berichte anfangs objektiv dargestellte Informationen und fassen die Meinung der Autorin erst im abschließenden Fazit kompakt zusammen. Bei Lucinda Riley ist es mir allerdings unmöglich, daran festzuhalten. Angefangen bei „Das Orchideenhaus“ über „Der Lavendelgarten“ und „Das Schmetterlingszimmer“ bis hin zu den Büchern der „Sieben-Schwestern“-Reihe habe ich nahezu all ihre Bücher gelesen.
Deshalb ist es nicht nur eine Freude, sondern auch große Ehre, in Gedanken noch einmal durch all die schönen Geschichten zu reisen und einen Beitrag über Lucinda Riley schreiben zu dürfen. Eine Autorin, deren Geschichten mich seit mehr als zehn Jahren begleiten und in den Bann ziehen.
Die Autorin sagte einst:
Die Moral, die all meinen Geschichten zugrunde liegt, ist wohl, dass wir nur dann im Hier und Jetzt glücklich sein und uns auf Zukünftiges freuen können, wenn wir die Vergangenheit verstehen und uns mit ihr versöhnen.
(Lucinda Riley)
Genau das ist es, was ihre Geschichten so besonders macht.

Neuer Lesestoff? Wie ist das möglich?
Harry Whittaker, Lucinda Rileys Sohn, überarbeitete sowohl „Das Mädchen aus Yorkshire” als auch „Atlas – Die Geschichte von Pa Salt”. Letzteres finalisierte er auch. Dank Lucinda Rileys ausführlicher Notizen zu ihrem angekündigten finalen achten Band der „Sieben Schwestern“-Reihe gelang es ihrem ältesten Sohn, dem Wunsch seiner Mutter zu entsprechen und der Reihe ein würdiges Finale zu verleihen.
Die Frauen von Ballymore
„Die Frauen von Ballymore“ ist erstmals 1997 in England erschienen. Bei dem Roman handelt es sich um ein früheres Werk Lucinda Rileys, das am 12. November 2025 erstmals in deutscher Übersetzung im Goldmann Verlag herauskam.
Auch hier wurde die Geschichte von Harry Whittaker aktualisiert.
Inhalt

Sorcha O’Donovan wächst behütet in Ballymore an der Südküste Irlands heran. Als sie 16 Jahre alt ist, verliebt sie sich unsterblich in den Musiker Con Daly, einen Einzelgänger, der in einer Hütte am Strand lebt. Es beginnt eine heimliche Beziehung zwischen den beiden, die aber zu einem Eklat führt: Sie werden von der der ebenso vermögenden wie missgünstigen Helen McCarthy aus dem Dorf verraten, und in seinem Zorn verbannt Sorchas Vater seine Tochter. Die beiden verlassen über Nacht ihre irische Heimat, um im London der 1980er Jahre ein neues Leben zu beginnen. Und dort, in der brodelnden Metropole, wird für Con ein Traum wahr: der Aufstieg vom mittellosen Straßenmusiker zum Leader einer der erfolgreichsten Bands seiner Zeit. Aber als Helen in London auftaucht, sind die Weichen gestellt für ein Drama, das unerbittlich seinen Lauf nimmt.
Was macht die Geschichte besonders lesenswert?
Ein persönliches Vorwort Whittackers zum Einstieg macht deutlich, was dieses Werk ausmacht. Seine Worte spiegeln die Essenz des Buches perfekt wider, weshalb ich ihn an dieser Stelle zitieren möchte.
Nun also erwartet Mum Sie, die sie bereits kennen und schätzen, wie eine alte Freundin, bereit, Sie in die Vergangenheit zu entführen. Und den neuen Leserinnen und Lesern: ein herzliches Willkommen! Ich freue mich sehr, dass Sie Zeit mit Lucinda verbringen möchten.
(Harry Whittaker, 2025)
Allen, die bisher noch kein Werk der Autorin gelesen haben, kann ich nur nahelegen, sich ebenfalls von ihrer Geschichte mitreißen zu lassen. Es ist die Geschichte einer leidenschaftlichen Liebe, schmerzhafter Verluste und eines großen Geheimnisses, das die Zukunft bedroht.
Wir bedanken uns beim Goldmann Verlag für die Bereitstellung eines Exemplars von „Die Frauen aus Ballymore”.
Artikel von Sandra