Bücherwelt: Love is like a Tsunami von Ronja Madeleine

© Viktoria Emily Klein

Nach unserem spannenden Interview mit Ronja Madeleine zum Auftakt ihrer Trilogie im März, haben wir natürlich sehnsüchtig auf die Fortsetzung gewartet. Am 15. Juli war es endlich so weit! Wir durften schon vorab in die Geschichte reinlesen und verraten, ob Band 2 mit dem starken Auftakt mithalten kann.

Achtung!

Die Rezension konzentriert sich auf den zweiten Teil einer zusammenhängenden Buchreihe und beinhaltet Spoiler zur Handlung des ersten Bands. Wer sich vorab über die Themen der Reihe informieren möchte, kann gern unser Interview lesen: Bücherwelt: Interview mit Ronja Madeleine – Bühnenlichter.de

Rezension

Einstieg in die Geschichte

Was ich besonders praktisch finde und mir bei viel mehr Büchern wünschen würde: Vorab gibt es ein „Was bisher geschah …”.

Durch den miteinander verwobenen Spannungsanteil aller drei Bände, sind diese wenigen Sätze Gold wert, um wieder in die Handlung eintauchen zu können. Dementsprechend ist mir der Einstieg besonders leichtgefallen.

Die Widmung

Für alle, die nicht vergessen können.
Erinnerungen, die in unseren Herzen gespeichert sind,
verlassen uns nicht.
Genauso wenig wie der mit ihnen verbundene Schmerz.
Die Zeit heilt nicht alle Wunden.
Doch eines Tages werdet ihr jemanden treffen,
der euer Leid versteht. Das wird den Schmerz lindern.

Die Widmung hat mich zutiefst berührt. So viel Wahrheit in so wenigen Worten! Selbst, wenn nur ein Bruchteil dessen der Prämisse dieser Geschichte entspricht, ist sie unglaublich kostbar. Selbstverständlich möchte ich an dieser Stelle keinesfalls spoilern. Nur so viel vorab: Die Widmung trägt die Handlung und bringt die Verbindung der Charaktere auf den Punkt.

Klappentext

© Penguin Random House

Normalerweise hat das Schwimmteam des Miravalle Memorial College nichts mit dem Cheerleadingteam zu tun. Aber Piper und Alaric verbindet ihr Kunststudium, und bei der Ausschreibung eines Praktikumsplatzes einer international bekannten Künstlerin geraten sie aneinander. Beide kommen in die finale Runde, und es gilt, den anderen auszustechen – dabei ist jedes Mittel recht. Weil ihre Rivalität zunehmend Funken schlägt, gehen sie einen Deal ein: Waffenruhe bis zum Abgabetag, und wer den anderen zuerst küsst, verliert. Was als Konkurrenzkampf beginnt, zieht die beiden unaufhaltsam in einen Zwiespalt aus Verlangen und Widerstand. Doch was entwickelt sich aus einem kleinen Wettkampf, wenn es plötzlich um mehr als Sieg oder Niederlage geht? Und was, wenn dann auch noch eine Wahrheit ans Licht kommt, die alles zerstören könnte?

Schreibstil

Ronja Madeleine begeistert erneut mit einer bildhaften und atmosphärischen Schreibweise.

Alaric Abrahem ist die Reinkarnation des Teufels höchstpersönlich.

(aus Love is like a Tsunami)

Die fetzigen Schlagabtausche zwischen Piper und Alaric gehören zu den absoluten Highlights – ihre gegenseitige Anziehung ist durchweg spürbar.

Charaktere

Die Handlung wird zunehmend komplexer. Neben Pipers und Alarics Perspektiven kommen zwischendurch immer wieder andere Charaktere, wie Amabelle, Elanor, Weston, Magnolia oder Clover, als Perspektivgebende zu Wort.

Wird es dadurch unübersichtlich? Nein – trotz der zahlreichen Perspektiven hatte ich durchweg eine gute Orientierung. Aber woran liegt das?

Zum einen zeichnet die Autorin greifbare, dreidimensionale Charaktere, die allesamt ihre eigene Stimme haben. Das erleichtert es, sie voneinander zu unterscheiden. Zum anderen sind sämtliche Perspektivwechsel innerhalb eines Kapitels deutlich durch eine Absatzmarke und die Nennung des jeweiligen Namens gekennzeichnet. Neue Kapitel werden zudem mit einem zum jeweiligen Charakter passenden Bild versehen: Bei Piper ist es ein Cheerleading-Pompon, bei Alaric ein Schwimmersymbol.

Piper

Aber wirklich glücklich wird nur der, der aus den richtigen Gründen mit ethischen Mitteln sein Ziel verfolgt und erreicht.

(aus Love is like a Tsunami)

Alaric

Er ist Teil des Schwimmteams und studiert – wie Piper – Kunst. Seine Motivation ist jedoch eine andere: Alaric möchte seinen verstorbenen Vater stolz machen. Piper möchte unbedingt herausfinden, weshalb Alaric Angst im Dunkeln hat. Piper hingegen fürchtet sich vor dem Meer, was Alaric wiederum nutzt, um sie anfangs aufzuziehen.

Sie rennt mit Anlauf und erhobenen Fäusten auf mich zu, um mir mit ihrer unerschrockenen Art eine Eisdusche zu verpassen, die meine Einzelgängerblase zerplatzen lässt.

(Alarics Gedanken zu Piper)

Weitere Charaktere

Doch auch die anderen Charaktere entwickeln sich weiter: Elli setzt sich weiterhin für Gerechtigkeit ein und wir erhalten tiefere Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt sämtlicher Hauptfiguren.

Dynamik

Die „Cheering for Love“-Reihe steht unter der Trope Found Family (übersetzt: „Gefundene Familie“). Das Band zwischen den Charakteren und ihr damit einhergehender Zusammenhalt sind schlichtweg traumhaft und tragen die Handlung.

Da in Love is like a Tsunami der Fokus auf Piper und Alaric liegt, werde ich im Folgenden ausführlicher auf die beiden eingehen.

Eigentlich sind sie Konkurrenten – was aber, wenn sie sich gegenseitig stärken? Beide konkurrieren um DEN heißbegehrten Praktikumsplatz bei einer bekannten Künstlerin. Doch dann werden sie als Teampartner ausgelost und müssen zusammenarbeiten.

Piper hat das Gefühl, Alaric betrachte das Cheerleading als minderwertig, und rebelliert gegen ihn. Alaric ist der Erste von beiden, der die gegenseitige Anziehung nicht mehr leugnen kann. Also schließen sie einen Pakt: Waffenruhe bis zum Abgabetag ihres gemeinsamen Projekts – wer den anderen zuerst küsst, verliert.

Die gemeinsame Leidenschaft für die Kunst ist somit das Bindeglied zwischen beiden. Ich habe mich gefreut, dass der Schwimmsport aufgegriffen wird. Letztendlich kommt die Sportart zwar seltener als erhofft vor, was angesichts der Tatsache, dass die Kunst bei Alaric einen höheren Stellenwert hat, aber Sinn ergibt.

Spice? Ja, das Spice-Level ist hier deutlich höher als in Love is like a Thunderbolt. Aber nicht so übertrieben, dass es störend wirkt.

© Penguin Random House

Spannung

Und wie spannend es ist! Die vielen Geheimnisse der Familiengeschichte konnten mich hier sogar noch mehr packen und haben für reichlich Spannung und Nervenkitzel gesorgt. Der Cliffhanger ist auch dieses Mal wieder extrem fies.

Das Gute: „Love is like a Typhoon” – das große Finale – erscheint bereits am 11. November 2026.

Fazit

Love is like a Tsunami begeistert mit authentischen Charakteren sowie geschickt miteinander verwobenen Geheimnissen, die mich von Anfang an gefesselt haben. Dank des atmosphärischen und bildhaften Schreibstils der Autorin gewinnt die Geschichte eine beeindruckende Tiefe.

Alle Bände der Reihe

  • Love is like a Thunderbolt ist am 11. März 2026 erschienen
  • Love is like a Tsunami folgte am 15. Juli 2026
  • Love is like a Typhoon erscheint am 11. November 2026

Herzlichen Dank an den HEYNE Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars.


Artikel von Sandra