Bücherwelt: „In her own League“ – Das Spin-Off zur Windy City Reihe ist da!

Es gibt Entscheidungen, die das gesamte Leben verändern. Ein Beispiel dafür ist Liz Tomforde: Während der Pandemie nutzte die ehemalige Flugbegleiterin eines NHL-Teams ihre Job-Erfahrungen als Inspiration und schrieb ihren ersten Roman. Kurz darauf entstand die vollständige »Windy City«-Reihe und wurde zu einem weltweiten Erfolg. Sämtliche Bände landeten auf Anhieb auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Inzwischen sickerte übrigens auch schon durch, dass Amazon an einer Serie zu der Buchreihe arbeitet.
Der Autorin liegt es am Herzen, in ihren Geschichten gesunde Beziehungen dazustellen und Männer zu entwickeln, in die man sich einfach verlieben muss. Darüber haben wir bereits im letzten Jahr berichtet:
Bücherwelt: »Windy City«-Reihe von Liz Tomforde – eine Sports-Romance-Reihe – Bühnenlichter.de
Und jetzt ist es ENDLICH so weit: das Spin-off-Buch zur Erfolgsreihe ist da!
Emmett Montgomery, den wir alle als Cheftrainer Monty kennen, bekommt seine eigene Geschichte. Schon gleich nach der Bekanntgabe des sechsten Bands wusste ich, dass die Reihe diesen abschließenden Band braucht, um wirklich vollständig zu sein. Und obwohl mir alle bisherigen Geschichten sehr gut gefallen haben, ist die Geschichte von Monty und Reese etwas ganz Besonderes. Reese Remington kennen wir bereits aus Play Along, wo sie sich aktiv für mehr Chancengleichheit von Frauen eingesetzt hat.
Inhalt
Als erste weibliche Teambesitzerin einer Profi-Baseballmannschaft darf Reese Remington sich keine Fehler erlauben. Die Öffentlichkeit – vor allem ihre männliche Konkurrenz – beäugt sie ohnehin schon kritisch. Auch Cheftrainer Emmett Montgomery ist nicht begeistert von der Neubesetzung. Er hat das Team jahrelang auf seine Weise geführt. Doch auf langen Busfahrten, in Hotelbars und im Schein des Flutlichts weichen die anfänglichen Machtkämpfe der beiden bald tiefen, vielsagenden Blicken. Es knistert heftig – und plötzlich steht viel mehr auf dem Spiel als eine perfekte Saison …
Das große Spin-Off zur beliebten SPIEGEL-Bestsellerreihe: Rückkehr in die Windy City – der Ort, der sich wie ein Zuhause anfühlt und in dem man sein Herz verliert!
Was macht die Geschichte so besonders?

Ein wichtiger Punkt ist zunächst das Alter der beiden zentralen Charaktere. Monty ist in den Vierzigern, Reese in den Dreißigern – beide stehen mitten im Leben, und haben viel erlebt. Montys letzte Beziehung liegt über 20 Jahre zurück und auch Reese konnte bereits einiges an Lebenserfahrung sammeln. Es handelt sich also um keine New-Adult-Sports-Romance.
Reese trägt in ihrer Position als erste weibliche Teambesitzerin einer Profi-Baseballmannschaft nicht nur die Verantwortung für das gesamte Team, sondern repräsentiert zugleich eine Vorreiterrolle für alle Frauen die eine Führungspositionen im Profisport anstreben. Eine immense Verantwortung. Und allein schon deshalb ist Monty als Cheftrainer für sie absolut tabu! Anfangs fechten beide noch ihre Machtkämpfe aus, bis sie erkennen, dass sie einander näherstehen, als ihnen lieb ist.
Doch darf Reese ihr eigenes Liebesglück in den Fokus rücken, wenn sie zugleich für alle Frauen eine Vorreiterin ist und ihnen den beruflichen Aufstieg ebnen möchte?
Und kann Monty mit dem Wissen leben, sie um diese Chance gebracht zu haben?
Sind Gefühle wichtiger als die große Verantwortung?
Die Charaktere
Reese ist eine toughe Frau, die genau weiß, was sie will, und das auch klar kommuniziert.
»Ich gehe alle zwei Wochen zur Maniküre. Ich lasse mir alle sechs Wochen die Haare nachschneiden und färben. Und ja, ich brauche pro Nacht meine acht Stunden Schlaf. Wenn mich das anspruchsvoll macht, dann scheiß drauf. Ich bin gern anspruchsvoll.«
Doch ganz egal, wie stark jemand ist: Wir alle brauchen einen Ort oder einen Menschen, bei dem wir uns fallen lassen und unsere Fragilität zeigen können. Wie herausfordernd das für jemanden sein kann, der sich immer allein durchgeboxt hat, wird hier wunderbar dargestellt.
Reese ist, ähnlich wie im Auftakt der Reihe bei Mile High, eine Frau mit Kurven. Diesmal erleben wir allerdings eine erwachsene Frau, die keine Probleme mit ihren Rundungen hat – und einen Mann, der genau das an ihr begehrt.
Monty gehörte schon in den vorherigen Bänden zu meinen absoluten Lieblingen – jetzt sogar noch ein bisschen mehr. Er setzt sich unermüdlich für das Wohl des Teams, seiner Tochter und jetzt auch für Reese ein. Aber was ist mit ihm? Sich selbst vergisst er bei all dem völlig.
»Ich bin schon so lange allein, dass ich gar nicht mehr weiß, wie es sich überhaupt anfühlt, mit jemandem das Leben zu teilen. Es gibt niemanden, der bei allem dabei ist – in meinem Alltag oder auch bei meinen größten Erfolgen. Ich habe nur mich selbst.«
Erstmals wird dank der Perspektivwechsel und Reese‘ neuer Sicht auf Monty deutlich, wie attraktiv er doch eigentlich ist. In diesem Band schlüpft er aus der Vater- und Trainerrolle heraus und tritt als attraktiver Mann auf – und das ist einfach großartig!
Fazit
In Her Own League ist ein wahres Meisterwerk, das eindrucksvoll verdeutlicht, wie schwer Frauen es noch immer haben, in einer männerdominierten Welt in einer Führungsposition ernst genommen zu werden. Dass sie viel kritischer betrachtet und belächelt werden. Ob Reese sich davon ihr Liebesglück nehmen lässt oder lernt, sich nicht von der Meinung der Öffentlichkeit einschränken zu lassen, verraten wir an dieser Stelle natürlich nicht.
Eine riesengroße Leseempfehlung!
Das gesamte »Windy City«-Universum:
1: Mile High
2: The Right Move
3: Caught Up
4: Play Along
5: Rewind It Back
6: In Her Own League (Spin-Off)
Alle Romane sind unabhängig voneinander lesbar.
Ein herzliches Dankeschön gilt der Penguin Random House Verlagsgruppe, die uns das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
Artikel von Sandra