Bücherwelt: Es weihnachtet 2025 – Von Bilderbuch bis Roman
Spätestens nach Totensonntag ist es nicht mehr zu leugnen: Die Weihnachtszeit steht vor der Tür.
In jedem Jahr bekomme ich von allen möglichen Seiten dasselbe zu hören: „Ich bin noch gar nicht in Weihnachtsstimmung.” Unsere weihnachtlichen Buchempfehlungen bieten in solchen Fällen die perfekte Starthilfe, um in weihnachtliche Stimmung zu gelangen.
Was erwartet euch? Ein Bilderbuch mit zauberhaften Illustrationen und eine nicht ganz konfliktfreie Liebesgeschichte, eingebettet in ein ansprechendes Weihnachtsambiente voller Traditionen.
Den Anfang möchte ich jedoch mit einem Interview zu Anna Uanos Buch O Holy Night machen. Ich hatte die tolle Gelegenheit, der Autorin ein paar Fragen zu ihrer Geschichte, den Charakteren und der Stimmung zu stellen. Ein Detail kann ich bereits vorab verraten: Nicht nur optisch ist das Buch dank des wunderschönen Farbschnitts und rosafarbenen Covers ein Hingucker.

O Holy Night hört sich zunächst einmal weihnachtlich an. Würdest du deinen Roman eher als Weihnachts- oder Winterroman bezeichnen?
Ich würde sagen, er ist eine gute Mischung aus beidem. Die Feiertage spielen natürlich eine zentrale Rolle, aber die Rahmenhandlung findet innerhalb des Winters ihren Platz. Den Titel „O Holy Night“ habe ich gewählt, weil er zum Weihnachtsthema passt, aber auch perfekt die schicksalshafte erste Begegnung von Romy und Chris einfängt.
Das Cover ist rosig und blumig – spiegelt das sich auch in deiner Geschichte wider? Oder wie würdest du die Stimmung beschreiben?
Ja! Es ist eine absolut cozy Story, die zum Wohlfühlen einlädt. Natürlich gibt es schon den einen oder anderen Tiefgang und besonders Chris hat eine tragische Vergangenheit. Trotzdem würde ich sagen (und da stimmen mir meine Blogger bestimmt zu), dass sich keine plötzlichen Abgründe auftun. Man vermutet bereits von Anfang an, wie es ausgehen wird und doch sorgt der Slow Burn dafür, dass sich die Leser gedulden müssen und mit den beiden Protagonisten mit fiebern.
Was bedeutet die Winterzeit für dich?
Ich muss gestehen, ich bin ein Sommermensch und mag es am liebsten schön warm – aber es gibt auch ein paar Dinge, dich im am Winter liebe. Schnee auf jeden Fall, Skifahren, Schlittschuhlaufen, auf jeden Fall Plätzchen backen und essen und natürlich die vielen Lichter – sei es durch Lichterketten oder Kerzenschein. „O Holy Night“ wäre meine perfekte Winterlektüre für einen Abend auf dem Sofa mit heißer Schokolade und Kerzenschein.
Wie würdest du Romy beschreiben?
Romy ist eine stille Romantikerin – was sie aber mit ihrer kontrollierten und ordentlichen Art zu verbergen versucht, da sie bereits von der Liebe enttäuscht wurde. Sie stellt sich nicht in den Mittelpunkt und würde in einer Menge vermutlich nicht auffallen, obwohl sie durchaus standhaft ihre Ziele und Pläne verfolgen kann. Was ihr fehlt, ist ein Hauch Chaos und eine Prise Mut … und genau das bringt Chris mit.
Was macht die Geschichte deiner Meinung nach aus? Was ist besonders gut gelungen?
Hm, ich glaube, diese Antwort habe ich mehr als zehnmal angefangen und wieder abgebrochen. Denn ich denke es gibt nicht diesen einen Aspekt oder diese eine Szene, die diese Geschichte ausmacht. O Holy Night kann im Gesamten beim Lesen für dieses wohlige Gefühl im Herzen sorgen. Besonders gut gelungen finde ich allerdings den Slow Burn zwischen Romy und Chris – also dieses Warten auf das Unvermeidliche. Das hat mich im Nachhinein tatsächlich selbst überrascht, denn eigentlich bin ich nicht unbedingt die Geduldigste. Eine meiner Bloggerinnen hat das so wunderschön zusammengefasst, dass ich es gerne wiedergeben würde:
„Slowburn ist, wenn jede zufällige Berührung die Luft zum Flimmern bringt. Wenn man Seite für Seite hofft: Vielleicht diesmal! Und genau das liefert O Holy Night: Herzklopfen, leises Feuer, Liebe, die wächst – nicht über Nacht, sondern Wort für Wort.“
Besser könnte ich es absolut nicht formulieren.
Aber worum geht es in der Geschichte überhaupt? (Klappentext)
Es war nur ein Kuss. Einer von diesen Küssen, die einen kilometerweit in den Himmel katapultieren.
Einer, der von den Lippen bis in die Zehenspitzen rauscht.
Der wie ein Feuerwerk im Herzen explodiert- in tausend Funken aus Hoffnung, Freiheit und Unendlichkeit. Und trotzdem die Vergangenheit nicht ungeschehen macht.
Kurz vor einem wichtigen Open-Air-Winterevent steht Romy ihrem neuen Chef gegenüber. Und der ist kein anderer als Chris. Der Fremde, den Romy vergangenes Jahr in der Silvesternacht geküsst hat. Der Mann, den sie nie vergessen konnte.
Und der nun wie ein Wirbelsturm durch ihr perfekt geplantes Winterfestival fegt.
Persönlicher Leseeindruck
Den Ausführungen von Anna Uano können wir nicht viel hinzufügen. Ihre Geschichte lädt zum Wohlfühlen und Einkuscheln ein. Es braucht nichts weiter als eine kuschelige Wolldecke, etwas Warmes zu trinken und warme Socken, schon ist der Leseabend perfekt. Ein besonderes Augenmerk verdient die klare Struktur der Geschichte. Zwar gibt es Rückblicke und Perspektivwechsel innerhalb eines Kapitels, durch klare Überschriften wie „Romy Jetzt”, „Romy – ein Jahr zuvor” oder „Chris Jetzt” ist aber jederzeit erkennbar, in welchem zeitlichen Kontext die Handlung spielt. Durch diese klare Abgrenzung konnte ich mich beim Lesen voll und ganz auf die Geschichte einlassen und die Emotionen intensiv miterleben.
Eine wunderbare Winterromance mit viel Herz und Gefühl.
Ein Freund zu Weihnachten – ein Bilderbuch voller Witz, Abenteuer und Freundschaft
Sind es nicht vor allem die Augen der Kinder, die uns Erwachsene in der Weihnachtszeit an den Zauber der Weihnacht erinnern? Mit dem Bilderbuch „Ein Freund zu Weihnachten” haben die Autorin Anke Girod und die Illustratorin Åsa Gilland, die für die wunderschönen Bilder verantwortlich ist, etwas ganz Besonderes für Groß und Klein kreiert.

Welche Geschichte steckt hinter dem Titel? (Klappentext)
Der kleine Wichtel Zippelzu hat dieses Jahr nur einen einzigen Weihnachtswunsch: Er will einen richtig guten Freund! Doch den kann man nicht einfach so verschenken, oder? Als er merkt, dass ihm seine Eltern diesen Wunsch nicht erfüllen können, läuft Zippelzu traurig in den Glühwürmchen-Wald. Dann muss er sich wohl selbst darum kümmern! Stets an seiner Seite ist das Eichhörnchen Nussnuss – doch die Suche gestaltet sich ganz schön abenteuerlich. Die beiden lernen zwar allerlei lustige und kuriose Waldbewohner kennen, ein richtiger Freund scheint aber nicht dabei zu sein. Schaffen sie es, dass sich Zippelzus Herzenswunsch doch noch erfüllt?
Ein wichteliges Weihnachtsbilderbuch voller Witz, Abenteuer und Freundschaft für Kinder ab 4 Jahren
Persönlicher Eindruck
Den ersten Anreiz, dieses Bilderbuch näher vorzustellen, lieferten – oh Wunder – die Bilder. Mit ihrer Farbenpracht wirken die Seiten lebendig und strahlen Lebensfreude aus. Durch die Seiten mit ihren vielen Details zu blättern, bereitet einfach Freude. Der Altersempfehlung entsprechend hat jede Seite relativ wenig Text – dennoch habe ich gerne länger auf den einzelnen Seiten verweilt, um all die Feinheiten in Ruhe betrachten und die zahlreichen Details entdecken zu können.
Die Geschichte besticht durch ihre grandiose Erzählweise. Mit viel Witz wird eine gewisse Spannung aufgebaut, sodass die kleinen Mäuse mit fiebern können. Die Botschaft ist klar: Manchmal sind unsere wahren Freunde ganz in unserer Nähe.
Ein Bilderbuch für alle – nun ja – etwa zwischen 4 und 99 Jahren.
Wreck My Plans – eine Weihnachtsromance für alle, die es etwas spicy mögen
Nach der eher cozy Liebesgeschichte und dem Bilderbuch, habe ich noch eine Geschichte in der es – na ja, etwas heißer hergeht. Bei meiner Recherche bin ich auf folgende Übersicht gestoßen:
Enthaltene Tropes: Age Gap, Brother’s Best Friend , Forbidden Love/Romance, Forced Proximity, Found Family
Spice-Level: 3 von 5
Was bedeutet das?
Wir haben auf jeden Fall schon einmal eine Liebe, die „verboten” scheint. Jedenfalls ist ein Charakter davon überzeugt. Zudem sind beide gezwungen, Zeit miteinander zu verbringen. Einer der Charaktere hat keine Familie mehr oder kennt zumindest nicht das Gefühl, eine richtige Familie zu haben. Das Spice-Level zeigt an, dass es schon ein paar „spicy” Szenen gibt – aber keine Sorge: Die Geschichte bleibt trotzdem eine schöne Lovestory, die Gemütlichkeit und Weihnachtsstimmung verströmt und zwei sympathische Charaktere vorzuweisen hat.

Inhalt (Klappentext)
Lenas Pläne sind einfach: Ihre Familie zu Weihnachten überraschen, ihnen verheimlichen, dass sie ihren Job verloren hat, und die Woche mit den Menschen verbringen, die sie liebt. Doch sie ist nicht der einzige unerwartete Gast. Gavin, der beste Freund ihres älteren Bruders, ist wieder da. Bereits sein halbes Leben lang verbringt er Weihnachten mit der Familie Santos. Nur hat er damit vor drei Jahren aufgehört, als er eines Abends ohne ein Wort verschwunden ist. Als Architekt hat Gavin stets einen Plan für alles – aber er hatte keinen dafür, wieder auf Lena zu treffen. Obwohl er sie seit dem Tag, an dem er sie verlassen hat, vermisst, kann er nicht riskieren, seinen Gefühlen nachzugeben, denn sie könnten das einzige Zuhause, das er je gekannt hat, zunichtemachen. Seine neue Strategie: versuchen, wieder Freunde zu sein. Nur Freunde! Doch all ihre Pläne, die sie geschmiedet haben, stehen kurz davor, in die Brüche zu gehen …
Fazit
Es ist eine zauberhafte Liebesgeschichte, die dank des lockeren Schreibstils und des stimmungsvollen winterlich und weihnachtlichen Settings begeistert.
Lena als Protagonistin konnte auf Anhieb mein Herz gewinnen und Gavin ist ein wahrer Traum-Bookboyfriend. Ein Mann, der kochen kann, Humor hat und doch eine bewegende Vergangenheit mitbringt. Die Handlung kommt ohne viel Drama daher, wirkt aber gerade deshalb noch emotionaler. Warum ist sie empfehlenswert? Die Charaktere backen Plätzchen, schmücken den Weihnachtsbaum, genießen das leckere Essen und zelebrieren viele weitere Traditionen. Wer noch nicht in Weihnachtsstimmung ist, wird es spätestens danach sein.
Artikel von Sandra