BODYGUARD – ATG Touring 2025/2026

© Paul Coltas

Zürich-Premiere & rezensierte Vorstellung: 26. November 2025

Eine weitere Gastspiel-Premiere im Theater 11 Zürich. Das erfolgreiche Screen-to-Stage-Musicals „The Bodyguard” machte in der Tourversion Halt in der Schweiz. Es basiert auf dem gleichnamigen Hollywood-Film mit Whitney Houston und Kevin Costner in den Hauptrollen. Die Uraufführung fand im Dezember 1992 im Londoner West End statt. Produziert wurde es von Michael Harrison und David Lan.

Der Hollywood-Filmemacher Lawrence Kasdan berichtete damals, dass der Film um ein Haar nicht in die Kinos gekommen wäre. Dann hätte es dieses Musical wohl auch nicht gegeben. Bis heute hat „The Bodyguard – The Musical” vor über 3,9 Millionen Menschen in 15 Ländern und 45 Städten der USA gespielt. Zu den Ländern gehören unter anderem die Niederlande, Deutschland, Südkorea, Kanada, Italien, Australien, Spanien, Frankreich, die USA, Österreich und Japan sowie aktuell die Schweiz (Zürich). 

Die Handlung

Die weltberühmte Sängerin Rachel Marron (Sidonie Smith) wird von einem Stalker (James-Lee Harris) verfolgt. Zu Beginn verschickt er Briefe direkt an den Star.  Zunächst hatte Rachel die Briefe noch vor ihrem Manager (John Macaulay) verheimlicht, doch als die Nachrichten immer bedrohlicher wurden und auch in ihrer Garderobe auftauchten, engagierte er einen Bodyguard.

Die exzentrische Diva, die für zwei Oscars nominiert wird, würde den Bodyguard Frank Farmer (Adam Garcia) am liebsten wieder loswerden. Doch als er sie bei einem Konzert aus einer gefährlichen Situation rettet, wird ihr klar, dass sie und ihr Sohn Fletcher (Rio Chigwedere) Schutz benötigen.

Der Bodyguard und seine Klientin kommen sich näher. Wie ernst der Bodyguard seinen Job nimmt, sieht das Publikum bei der Oscarverleihung, die auch der Stalker als Höhepunkt seines Wirkens sieht.

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Ich durfte Bodyguard bereits bei der Deutschlandpremiere in Köln im Jahr 2015 sehen. Wie gut mir das Musical gefällt, habe ich erst in Zürich festgestellt. Obwohl ich sonst ein Fan von aufwendigen Bühnenbildern bin, hat mir das schlichte und klare Bühnenbild dieses Musicals sehr gut gefallen. Es wurde viel mit Licht und Vorhängen gearbeitet.

Mir hat eine Szene besonders gut gefallen, in der Rachel ein Konzert gab. Die erhöhte Bühne mit Treppe, auf der die Darstellerin stand, wurde mehrfach gedreht, sodass die Zuschauer die Szene aus verschiedenen Perspektiven sahen. Auch die Gefährlichkeit der Situation wurde perfekt vermittelt. Die Sängerin hielt kurz inne und die Fans bewegten sich in Zeitlupe.

Sehr eindrücklich fand ich die Szene, in der sich der Bodyguard mit Rachel, ihrer Schwester Nicki (Sasha Mônique) und Fletcher in einer Waldhütte versteckten. Das Bühnenbild war eindrucksvoll und aufwändig gestaltet. Man fand sich direkt in der gemütlichen Waldhütte wieder.

In dieser Hütte zeigte sich der Stalker den Zuschauern am Fenster der Haustür. Mit blitzähnlichen Lichteffekten wurde eine unheimliche Stimmung erzeugt und ich sah, wie einige Personen in den Reihen vor mir zusammenzuckten.

Der Stalker, der immer wieder in verschiedenen Situationen auftauchte, war auch in der Menschenmenge immer gut erkennbar. Er trug unter seiner Jacke einen roten Hoodie. Dank der roten Kapuze war er immer gut und schnell identifizierbar. James-Lee Harris verkörperte die Rolle des Stalkers perfekt. Er wirkte einerseits unauffällig, andererseits aber auch abgebrüht.

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„The Bodyguard“ ist eine gelungene Mischung aus Spannung, weltbekannter Musik und dramatischer Handlung. Die Zuschauer waren vom ersten Augenblick an von diesem Stück gefesselt. Als der erste Akt vorbei war und das Licht zur Pause anging, hörte ich unter den Zuschauern den Kommentar: „So schnell war in einem Musical noch nie Pause.“ Das empfand ich genauso, denn man wurde von der ersten Minute an mitgerissen.

Sidonie Smith verkörperte ihre Rolle als Rachel perfekt. Einerseits war sie der etwas distanziert wirkende Weltstar, andererseits die fürsorgliche und besorgte Mutter. Sidonie Smith als Rachel verkörperte ihrer Rolle perfekt. Einerseits war sie der etwas distanziert wirkende Weltstar, andererseits war sie die fürsorgliche und besorgte Mutter.

Ihr Sohn Fletcher (in dieser Aufführung gespielt von Rio Chigwedere) verkörperte den herzlichen und unbekümmerten Sohn des Stars. Er war die Verbindung zwischen dem harten Musikgeschäft und der liebevollen Mutter-Kind-Beziehung. Fletcher spielte seine Rolle so überzeugend, dass man meinen könnte, er spiele sich selbst.

Adam Garcia verkörperte den korrekten und engagierten Bodyguard Frank. Ich musste mehrmals genau hinschauen, um sicherzugehen, dass nicht Kevin Costner persönlich mitwirkte.

Nicki, die Schwester des Stars, gefiel mir sowohl schauspielerisch als auch gesanglich sehr gut. Ich hätte gerne mehr von ihr gehört. Auch das Ensemble trug mit seiner beeindruckenden Leistung maßgeblich zum Gelingen des Musicals bei.

Die Songs von Whitney Houston wie „How Will I Know”, „Queen of the Night”, „All at Once”, „I Wanna Dance with Somebody” und „I Will Always Love You” waren bekannt bzw. wurden schon mindestens einmal gehört. Dadurch entstand irgendwie auch ein vertrauter Rahmen.

© Paul Coltas

Die Orchestrierung erfolgte durch den Musikdirektor Richard Beadle, der mit einem Keyboard auf dem Dirigentenbildschirm zu sehen war. Die Instrumente schienen somit eine Mischung aus Live- und Digitalsteuerung zu sein. So entstand ein voller orchestraler Sound, obwohl kein Orchester sichtbar war.

Ich kann „The Bodyguard” nur empfehlen. Das Musical ist fesselnd und mit wunderschöner Musik untermalt, zudem ist die englische Sprache leicht verständlich. Die relativ einfach aufgebauten Bühnenbilder schaffen eine Klarheit, die es den Zuschauern ermöglicht, sich zurückzulehnen und die Aufführung zu genießen.

Cast & Crew

  • Rachel Marron: Sidonie Smith
  • Frank Farmer: Adam Garcia
  • Nicki Marron: Sasha Mônique
  • Sy Spector: Matt Milburn
  • Bill Devaney:  John Macaulay
  • Tony Scibelli: Jonathan Alden
  • The Stalker: James-Lee Harris
  • Ray Court: Ryan Bennett
  • Ensemble: Mireia Mambo (Zweitbesetzung Rachel Marron), Taylor Bridges, Alice Readie, Kayne Gordon, Theo Uk Rose, Ohaana Greaves, Emma-Jane Smith, Yiota Theo, Luke Walsh, Luke Woollaston, Zirihi Zadi
  • Kinder-Darsteller (Fletcher): Rio Chigwedere, Cale Cole, Prince Conteh, Mason Dyett
  • Buch Alexander Dinelaris
  • Drehbuch Lawrence Kasden
  • Orchestrierungen & Zusätzliche Musik Chris Egan
  • Musikalische Leitung Richard Beadle
  • Regie-Assistenz Tracy Lane
  • Casting-Direktoren Beth Eden & Debbie O’Brien
  • Haare, Perücken & Make-up Campbell Young
  • Lichtdesign Mark Henderson
  • Videodesign Duncan McLean
  • Sounddesign Richard Brooker

The Bodyguard ist noch bis 14.12.2025 im Theater 11 in Zürich zu sehen. Tickets gibt es an allen bekannten VVK-Stellen! Außerdem ist BODYGUARD 2026 weiter auf Tournee in:

  • München (17. Dezember 2025 bis 04. Januar 2026)
  • Berlin (11. bis 29. März 2026)
  • Frankfurt (1. bis 12. April 2026

Vielen Dank an FBM Management für die Einladung!


Bericht von Susanne


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