Andrea G.

© Jonas Fromme

Alles begann mit einem Besuch bei STEX in Bochum. Doch fast hätte es gar nicht begonnen, denn bis zu jenem schicksalhaften Tag damals in den Osterferien, für den meine Mama für die ganze Familie Karten für STARLIGHT EXPRESS besorgt hatte, drehte sich für mich alles ausschließlich um Pferde und Bücher. Ich wusste nicht mal genau, was ein Musical überhaupt ist, meine bisherigen Theatererfahrungen beschränkten sich auf ein paar Weihnachtsmärchen im Stadttheater oder Theaterausflüge mit der Grundschule. Ich wäre viel lieber in den Reitstall verschwunden oder hätte meine Nase in ein Buch gesteckt, als mit der Familie nach Bochum zu gondeln, um mir da in einer großen Halle irgendwelche Leute anzugucken, die auf Rollschuhen herumfahren und dabei auch noch singen und tanzen… Was sollte daran bitte so toll sein? Ich fuhr also eher widerwillig mit.

Kaum saß ich aber etwa fünf Minuten in der Vorstellung, hatte es mich gepackt, ich war hin und weg von „Greaseball“, „Rusty“, „Pearl“ und Co, konnte bald das Programmheft mehr oder weniger auswendig und nervte fortan die gesamte Familie mit lauter „Starlight Express“-Beschallung aus meinem Jugendzimmer… Auf den Besuch bei „Starlight“ folgte in den Sommerferien dann der erste Besuch bei CATS in Hamburg, die singenden und tanzenden Katzen faszinierten mich noch viel mehr als die singenden Züge, und so war mein neues Lieblingshobby geboren. Bis heute ist diese Leidenschaft ungebrochen und ich kann mir ein Leben ohne Musicals / Theater einfach nicht mehr vorstellen. Mein absolutes Lieblingsmusical ist und bleibt Disneys „Der Glöckner von Notre-Dame“, insbesondere die Neuinszenierung von 2017, die bis 2019 in Stuttgart zu sehen war.

Beim bloßen Anschauen blieb es aber nicht, ich wirkte in einer Theater-AG unserer Klassenstufe und später im Literaturkurs in der Oberstufe in verschiedenen Stücken mit und hatte schließlich auch den Wunsch, mal hinter die Kulissen zu schauen, was Dank der angebotenen Backstageführungen inzwischen problemlos möglich war.

Während des Germanistik-Studiums landete ich in einem Bereich, der sich „Seminare zur Medienpraxis“ nannte, ganz zufällig mit dem Schwerpunkt „Theater“. Als in diesem Rahmen eine Dozentin StudentInnen suchte, die Lust darauf hatten, in einem Theater als PraktikantIn zu helfen, war ich sofort Feuer und Flamme… Und ziemlich überrascht, als ich nach dem erfolgreich absolvierten Praktikum vom Intendanten eines anderen Theaters auf Empfehlung der Dozentin sogar eine Stelle als Regieassistentin angeboten bekam, denn die brauchte er gerade dringend… Ob  ich mir das zutrauen würde? Ich sagte ja, einen besseren Studentenjob als einen, der mit dem Lieblingshobby zu tun hat, kann man ja kaum finden, und vermutlich habe ich in dieser Zeit mehr über das Theater gelernt als während des gesamten Studiums…

Zwar bin ich dann doch letztendlich beruflich an der Schule gelandet und versuche heute, meine SchülerInnen für Goethe und Co. zu interessieren und sie wenigstens ab und zu mal ins Theater zu locken, aber missen möchte ich die praktischen Theatererfahrungen auf gar keinen Fall! Man erlebt die Vorstellungen vor diesem Hintergrund nochmal völlig neu und weiß die Arbeit, die die Darstellenden bzw. alle an einer Produktion beteiligten Personen leisten, nochmal anders zu  schätzen.

Zu den Bühnenlichtern bin ich eher zufällig gestoßen: Seit den „Glöckner“-Zeiten betreue ich die FB-Fangruppe eines Darstellers, und in diesem Rahmen hatte ich angefangen, für die Gruppenmitglieder über die Stücke, bei denen er mitwirkt, zu berichten. Irgendwann kam dann der Gedanke auf, dass ich das auch in einem etwas größeren Rahmen tun könnte, zumal ich auch immer die Abo-Heftchen der „musicals“-Zeitschrift verschlungen hatte und selber gerne Texte geschrieben habe. Warum also nicht? Es fing mit einem Gastbeitrag an… Und heute freue ich mich darüber, inzwischen fest zum „Bühnenlichter“-Team zu gehören!

Tätigkeitsfelder: Berichte, Fotografie

Region: NRW (Schwerpunkt: südliches Ruhrgebiet)


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