ABBA Gold-Dancing Queen am Hotdog- Stand

Goldene Zeiten im ABBAHUS

ABBAHUS Kammertheater Karlsruhe – Premiere 30.01.2026 – rezensierte Vorstellung 31.01.2026

(c) Kammertheater Karlsruhe

Ein neuer goldener Musical-Stern am Theaterhimmel in Karlsruhe ist aufgegangen. Mit „ABBA Gold- Dancing Queen am Hotdog- Stand“ hat am 30.01.26 eine neue, goldene Runde, der vom Publikum so ins Herz geschlossenen ABBAtare begonnen.

Die Fortsetzung vom Erfolgsmusical „ABBA Waterloo im Bällebad“ wurde schon sehnlichst erwartet. Bei Fortsetzungen stellt sich natürlich immer die Frage, ob es an das Vorgängerstück heran reichen kann und so waren die Erwartungen sehr hoch. Doch so viel sei schon verraten, sie wurden übertroffen.

Handlung

Nach ihrem großen Erfolg als ABBAtare beim 50jährigen Jubiläum von IKEA, gingen Inka, Klaus, Erwin und Anke jeweils ihren eigenen Weg. Inka wurde zur Luxus – IKEA- Filialleiterin, Erwin schmiss seinen Job als Buchhalter hin um als Beischlaf- Coach zu arbeiten, Anke wurde endlich aus dem Bällebad befördert und führt nun ihren heißgeliebten Hotdog- Stand bei IKEA und Klaus zog es zurück in die Musicalwelt, auch wenn er dort mehr oder weniger erfolgreich war.

Als es Klaus nun zurück zur IKEA- Filiale zieht, da er dringend einen Job benötigt, trifft er auf seine alten Weggefährten und das Dream- Team ist wieder vereint.

Bei all der Freude, auch über den vergangenen Erfolg und die daraus resultierende Verbesserung von einer normalen IKEA- Filiale zur IKEA- Luxusfiliale in Gold , sieht sich Inka mit neuen Problemen konfrontiert, denn ihre Wahl zur Leiterin von IKEA Europe ist in Gefahr.

Stückfotos: Markus Breig

Wieder einmal versucht ihr Ex Manuel Kubitschek ihr den Posten streitig zu machen. Um dies zu verhindern kann Inka die anderen drei davon überzeugen, ein Comeback als ABBAtare zu starten.

Kaum haben sie diesen Entschluss gefasst, flattert die nächste Hiobsbotschaft, direkt aus dem schwedischen Königshaus ein. Königin Silvia sieht durch den Auftritt der ABBAtare das Kulturgut Schwedens und der Band ABBA in Verruf gezogen und verbietet den Vier ihren Auftritt. Sollten sie dennoch auftreten, drohen Konsequenzen.

Inka, Klaus, Erwin und Anke müssen gemeinsam entscheiden, wie sie weiter vorgehen wollen. Sollen sie auftreten und Ärger sowie ihre Jobs und Inkas Beförderung riskieren oder können sie gemeinsam Königin Silvia überzeugen, dass sie das schwedische Kulturgut nicht in Verruf bringen sondern würdevoll vertreten können.

Alles wird für den königlichen Besuch vorbereitet, doch können die Vier Königin Silvia wirklich überzeugen? Mit „ABBA Gold- Dancing Queen am Hotdog- Stand“ ist dem Kammertheater Karlsruhe wieder ein goldiges, super witziges , dynamisches und abbatastisches Musical gelungen.

Fortsetzungen sind immer eine Herausforderung, vor allem, wenn das erste Stück ein so großer Erfolg wie „ABBA Waterloo im Bällebad“ war. Diese Herausforderung wurde mit Bravour gemeistert und die Fortsetzung steht dem Vorgänger in nichts nach.

Immer wieder ist es begeisternd und fantastisch mit wie vielen kleinen und großen Details die Stücke des Kammertheaters gespickt sind. Diese Details sind genau die Feinheiten, die einen Unterschied machen und mit dem Spaß und der Freude des Publikums belohnt werden.

Stückfotos: Markus Breig

Ob Anspielungen von vorherigen Engagements der Darsteller, Brettspielumbenennungen, Handpuppen in Hotdog- Form, eine besondere Königin Silvia und so viel mehr lustige Details und Requisiten sorgen für die Brillianz des Stückes.

Die bekannten ABBA- Songs wurden wieder perfekt in die Geschichte eingebaut. Es war sehr schön , dass neben den ganz großen ABBA- Hits auch, nicht ganz so große aber wundervolle Songs wie z.B. „Our last summer“ oder „Andante, andante“ ihren Platz im Musical gefunden haben.

Das Bühnenbild, die Requisiten und die Kostüme, hierbei seien vor allem die finalen Kostüme hervorgehoben, sind an Kreativität sowie Originalität nicht zu übertreffen.

Eine grandiose Cast vervollständigt diese absolut sehenswerte, abba-gold-tastische Show.

Ein absolutes Highlight für das Publikum sind außer Frage die Fan-Pakete, welche es immer Freitags und Samstags gibt. Schon vor Beginn der Vorstellung lief ein Großteil des Publikums mit goldenen Kronen und Schwedenfähnchen in der Hand durch das Foyer. Der Inhalt dieser Tüten ist super durchdacht, unfassbar witzig und schafft eine tolle Verbindung zwischen Darstellenden und Publikum während der Vorstellung. Zuhause sorgt es für eine schöne Erinnerung mit Werbeeffekt. Des weiteren gibt es an diesen Tagen ein Glas Sekt sowie einen Hotdog gratis dazu.

Auch das ABBAHUS wurde etwas umdekoriert und erstrahlt nun in goldenem Gewand, passend zum Stück mit etwas mehr goldenen Deko-Elementen, sowie einem Bild von Königin Silvia.

Stückfotos: Markus Breig https://kammertheater-karlsruhe.de/abba-gold

Die glückliche Hotdog- Stand Mitarbeiterin Anke wurde von der unvergleichlichen Sina Schulz verkörpert. Schon im Vorgängerstück schlüpfte sie in diese Rolle und führt nun „ihre“ Anke in diesem Stück auf fantastische Weise fort. Sina Schulz ist das Goldstück dieses Stückes. Sie spielt nicht nur ihre Rolle , sie lebt sie und dies in allen Facetten. Ob gesanglich oder schauspielerisch überzeugt sie in jeder Szene und jedem Lied mit Leidenschaft und Freude. Mit den anderen Darstellenden harmoniert sie hervorragend. Man schließt ihre Rolle und somit auch Sina Schulz selbst, sofort ins Herz. Es macht jedes Mal absolute Freude sie auf der Bühne zu sehen und es ist ein großes Glück, dass dies im Kammertheater Karlsruhe möglich ist.

Die resolute Filialleiterin Inka wurde von der wundervollen Martina Lechner gespielt. Mit viel Witz, Charme und Können hauchte sie ihrer Rolle Leben ein. Von resolut bis sehr sensibel zeigte sie alle Facetten von Inka in Perfektion. Mit sehr viel Gefühl sang sie mit ihrer warmen und klaren Stimme „ Slipping through my fingers“ und sorgte damit für einen der wenigen sehr stillen und berührenden Momente im Stück. Der Spaß und Freude auf der Bühne und an ihrer Rolle waren ihr ob hüpfend wie ein Duracellhase oder als Strenge Karrierefrau, anzumerken. Sie zog das Publikum mit ihrer großen Bandbreite an schauspielerischem Können in den Bann.

Stückfotos: Markus Breig

Wieder zurück am Kammertheater in der Rolle des Klaus, durfte man William Baugh bewundern. Es machte wirklich Freude ihn wieder als Klaus erleben zu dürfen und die kleinen Anspielungen auf andere Engagements seinerseits waren absolut witzig. Baugh ist Darsteller durch und durch und überzeugte auf allen Ebenen. Gesanglich , tänzerisch und darstellerisch zeigte er in jeder Szene was in ihm steckt. Mit einer Rolle, welche er im Stück noch übernimmt, die hier aber nicht verraten wird, sorgte er für lautstarke Lacher des Publikums. Er hat diesen Charakter weiterentwickelt und es ist sehr schön, dass er zu den ABBAtaren zurück gekehrt ist.

Christian Bindert hauchte dem ehemaligen Muttersöhnchen Erwin Leben ein. Mit Leidenschaft und Hingabe zelebrierte er alle Eigenschaften, welche Erwin ausmachen. Er erweckte aus dem schüchternen , etwas unbeholfenen Erwin den „wilden Tiger“, was absolut sehenswert ist. Er nahm sich selbst nicht zu ernst und genau das macht seine Darstellung so authentisch. Er zeigte sein Können gesanglich wie darstellerisch und agierte mit den andern Darstellenden hervorragend. Ohne große Mühe brachte er das Publikum zum Lachen und den Saal zum Beben.

© Markus Breig

Fazit

Eine Empfehlung, welche von Herzen kommt, für dieses wundervolle Stück. Ob man den Vorgänger gesehen hat oder nicht, spielt keine große Rolle. Jeder der Spaß und Freude an und mit ABBA- Songs hat, das Leben auch mit einem zwinkernden Auge betrachten kann und einfach einen ausgelassenen, lustigen Abend erleben möchte, dem kann man nur empfehlen ins Kammertheater Karlsruhe zu gehen.

Kleine Erwähnung, „ABBA Waterloo im Bällebad“ ist mittlerweile nicht mehr nur in Karlsruhe bekannt, sondern zieht durch verschiedene Städte in Deutschland. In Karlsruhe hat der Hotdog- Stand unserer Dancing Queen noch bis 19.04.2026 geöffnet.

Cast & Kreative

  • Inka: Martina Lechner
  • Klaus: William Baugh
  • Erwin: Christian Bindert
  • Anke : Sina Schulz
  • Buch und Inszenierung : William Danne
  • Musikalische Leitung : Jörg Andreas Hilger
  • Choreografie : Patrick Stauf
  • Bühnenbild : Florian Angerer
  • Kostümbild : Mihaela Schönfelder
  • Arrangements und Playbacks: Stephan Ohm
  • Regieassistenz : Philine Spanger
  • Lichtdesign : Christoph Pöschko
  • Toneinrichtung : Johannes Kulz
  • Technische Leitung : Thomas Oßwald
  • Technik : Jakob Graf zu Dohna, Liam Hanke, Negin Mozafari, Ramon Schönfelder
  • Stückfotos: Markus Breig

Wir bedanken uns beim Kammertheater Karlsruhe für die Einladung.


Bericht: Rebecca G