Where do I go? Ebertbad Oberhausen 2017

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„Where do I go…?“ fragte Mark Seibert am 13.05.2017 im Ebertbad in Oberhausen und seine Fans folgten seinem Ruf nur zu gerne. Als Special Guests waren Maximilian Mann (z. Zt. ‚Der Glöckner von Notre Dame‘ in Berlin) und Sabrina Weckerlin (z.Zt. ‚Tarzan‘ in Oberhausen) geladen. Des Weiteren holte sich Mark Seibert an jedem seiner Tournee-Orte noch die Unterstützung eines weiteren Gastes. Für Oberhausen war dies Anna Hofbauer, vielen bekannt aus der Fernseh-Doku-Soap ‚Bachelorette‘.

Gespannt folgte auch ich seinem Ruf, ein gutes Jahr nach meiner ersten Mark-Seibert-Solokonzert-Erfahrung, ebenfalls beim „Where do I go…?“ in Oberhausen. War mein Eindruck nach diesem ersten Konzert noch zwiegespalten, weil mir Mark Seibert damals sehr melancholisch und nachdenklich vorkam, ich ihn jedoch gerne auch aktiongeladen gesehen hätte, war ich dieses Mal sehr beeindruckt.

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Mark Seibert war von Anfang an der Spaß und die Freude an seinem Programm anzumerken. Diese Stimmung übertrug sich pfeilschnell auf das Publikum. Bereits am Anfang stellte er klar, dass er mit dem -wie er selber gestand- doch sehr merkwürdigen Programmnamen, nicht seinen Weg in die Zukunft, sondern seinen bisher zurückgelegten Weg inklusive einiger Titel, die er persönlich sehr gerne mag, aufzeigen wollte.

So gab es neben dem Konzerttitel-Song aus Hair „Where do I go…?“ auch Lieder aus seinen Stationen bei Wicked, Elisabeth, Mozart, Schikaneder, Jesus Christ Superstar und aus Tanz der Vampire zu erleben. Hierbei begrenzte er seine Setlist nicht nur auf die von ihm auch in den Produktionen gesungenen Lieder, sondern nahm sich auch solche vor, die er persönlich gern mochte, aber noch nicht spielen durfte. Hier seien „Frei und schwerelos“ (Wicked), „Ein Traum ohne Anfang und Ende“ (Die Päpstin), „Bing him home“ (Les Miserables) und „With you“ (Ghost) beispielhaft genannt.

Die Wahl seiner Special Guests hätte besser nicht sein können. Immer wenn es zu melancholisch auf der Bühne wurde, kam Maximilian Mann auf den Plan. Dieser konnte mit Witz und Charme das Publikum bereits mit dem ersten Satz wieder aus der ruhigen Stimmung ziehen. Anschließend setzte er seine kraftvolle, melodische Stimme gekonnt in Szene und riss das Publikum begeisternd mit. Besonders möchte ich hier „Evermore“ aus dem Kinofilm ‚Die Schöne und das Biest‘ hervorheben. Auch Sabrina Weckerlin (z. B. „Let it go“, „Frei und Schwerelos“) und Anna Hofbauer (z. B. „Halleluja“, „Irgendwo wird immer getanzt“) waren den ganzen Abend sehr bühnenpräsent. Es wurden nicht nur Solostücke zum besten gegeben, sondern auch teils witzige, teils sehr gefühlsbetonte Duette vorgetragen sowie einige lebensnahe Geschichten erzählt. Dabei hielten Mark Seibert und seine Gäste die Stimmung gekonnt in der Waage.

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Mark Seibert konnte das Publikum mit seiner Songauswahl und seiner gefühlvollen, einzigartigen Stimme von der ersten Minute an in seinen Bann ziehen. Hierbei überzeugten auch vor allem die Lieder, die man eben nicht alle Tage von ihm hört. Eine positive Überraschung war ebenfalls sein Graf von Krolock aus dem „Tanz der Vampire“. Diese Rolle polarisiert bekannter Maßen ungemein. Mit einer auf der einen Seite derartig stimmgewaltigen, aggressiven Art und auf der anderen Seite schmerzverzerrten, verzweifelten Interpretation, konnte er selbst die letzten Zweifler im Publikum überzeugen.

Mark Seibert holte sein Publikum mit seinen absolut ehrlichen und ungeschönten in die Songs gelegten Emotionen für ein paar Stunden aus dem Alltag ab und konnte uns kurzzeitig in eine andere Welt entführen.


Artikel und Bilder von Astrid