Uwe Kröger & Pia Douwes – das Traumpaar des Musicals – 25 Jahre seit Elisabeth

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Traumpaar des Musicals: Uwe Kröger & Pia Douwes / Foto: Sabine Hauswirth

Schon der Titel der diesjährigen Tournee durch zehn Städte lässt Großes vermuten. 25 Jahre sind vergangen, seit der King of Pop – Michael Jackson – seine „Dangerous World“ Tour in München begann, seit Whitney Houston für Bodyguard vor der Kamera stand und seit Bayern München mit dem nur zehnten Platz das schlechteste Ergebnis seit 1977 ablieferte und auch hinterher nie wieder so weit unten in der Tabelle stand.

Es soll uns allerdings nicht darum gehen, dass in jenem Jahr Michael Schumacher auf Rang drei seine Rennen beendete und auch nicht um Modesünden wie Leggins und lange Wickelröcke, die zu jener Zeit genauso modern waren, wie knielange Mäntel, sondern darum, dass im Herbst 1992, genauer gesagt am 2. September, die Welturaufführung des Musicals Elisabeth im Theater an der Wien, mit Pia Douwes als „Kaiserin Elisabeth“ und Uwe Kröger als „Der Tod“ in den Hauptrollen gefeiert wurde. Seitdem bricht das Musical beinahe alle Rekorde, entwickelte sich zum weltweit erfolgreichsten Musical der Vereinigten Bühnen Wien und hat sich allen Kritiken zum Trotz durchgesetzt. Wie am Anfang des Abends zu hören, gaben erste, zwar durchaus begeisterte Stimmen, dem Stück lediglich drei oder vier Jahre Bestand. Jegliche Unkerei Lügen strafend haben inzwischen mehr als zehn Millionen Zuschauer das Werk in über zwölf Ländern auf der Bühne gesehen und können nicht genug von der epischen Liebesgeschichte bekommen, die mit der Frage beginnt, warum Luigi Lucheni die Kaiserin ermordet habe.

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Elisabeth und der Tod 1992 / Foto: Vereinigte Bühnen Wien

Mit der Uraufführung des Musicals entwickelte sich auch die bis heute bestehende innige Freundschaft zwischen den beiden Hauptdarstellern, die mit dieser Tour ihr ganz persönliches Jubiläum feiern. Unterstützt von Semmel Concerts bringen Uwe Kröger und Pia Douwes ihr selbst moderiertes Programm auf die große Bühne. Dass die beiden Gastgeber über ein immenses Talent verfügen ist hinlänglich bekannt, und an jenen Abenden stellen sie auch ihr Geschick als unterhaltsame Moderatoren unter Beweis. Gerade Uwe Kröger unterhält das Publikum gekonnt mit witzigen Anekdoten und sein Mienenspiel dazu fordert auf unbeschreibliche Weise die Lachmuskeln des Publikums.

Der erste Teil des Abends stützt sich voll und ganz auf Elisabeth, jene Show, die sie so lange gemeinsam auf diversen Bühnen gespielt haben. Zu Anfang wird auf eine Leinwand im Hintergrund ein kurzweiliger Film projiziert, der Einblicke in den Premierenabend von 1992 gibt und den Zuschauer in diese, ihre Welt vor 25 Jahren entführt, ehe das Intro des Musicals im Hier und jetzt beginnt. Gemeinsam führt das Bühnenpaar durch die elf Titel und erzählt dem Publikum auf charmante Weise, wie sie das Casting seinerzeit erlebt haben, und welche Impulse es gab, die Interpretation der Figuren auf die ihnen so eigene Weise anzulegen. Unterstützt werden sie dabei von acht Livemusikern, und einer Gruppe von vier Sängern (Gudrun), welche dem großen Ganzen eine sehr angenehme Fülle verleihen, ohne es überladen wirken zu lassen.

Sehr emotional erläutert Pia, wie die Szene im Irrenhaus und der Titel „Gar Nichts“ – den sie anschließend zum Besten gibt – den Weg als Gegenstück zu „Ich gehör nur mir“ in das Musical gefunden haben. Auch Uwe hat sichtlich Freude an seiner Moderation und führt auf sehr lustige und anschauliche Weise vor, wie wiederum er sich damals „Der letzte Tanz“ nur angesichts der Noten vorgestellt hat. Wir erfahren auf recht heitere Weise, dass aller Anfang – gerade in einer Uraufführung – sehr schwer sein kann.

ELISABETH Musical Theater des Westens Berlin Premiere 20.04.2008

2008 im Theater des Westens in Berlin / Foto: Brinkenhoff-Moegenburg

Den ersten Teil des Abends beschließen die beiden mit der berühmten Schlusssequenz aus „Elisabeth“, „Der Schleier fällt“, und alle warten gespannt auf den Todeskuss und die Szene, in welcher der Tod seine Liebe auf Armen trägt. Ein verdienter extra Applaus ist ihnen gewiss.

Nach der Pause geht es erneut mit einem Einspielfilm weiter, der die Zuschauer auf witzige Weise durch weitere Jahre Bühnengeschichte der beiden Protagonisten – nun abseits ihrer größten gemeinsamen Produktion – leitet. Angelehnt an „The Addams Family“, in welcher Uwe zuletzt als Familienoberhaupt brillierte und Pia in der holländischen Version demnächst zu sehen sein wird, gehen beide gemeinsam mit ihren Gästen parodiert auf ihr Alter ein. „Bist du erst 50…“, mutet gewollt komisch an und reizt das Publikum zum Lachen.

Durch diverse Stationen ihrer gespielten Engagements führt dieser zweite Teil wobei besonders hervorzuheben ist, dass im Hintergrund stets Original-Szenenfotos aus den jeweiligen Stücken eingeblendet werden. Ob allein oder gemeinsam, der Abend ist durchweg unterhaltsam, auch wenn man deutlich merkt, dass sich Uwe Kröger leider nicht mehr so ganz auf dem Höhepunkt seiner gesanglichen Möglichkeiten befindet. Jedoch macht er seine stimmlichen Probleme durch sein gelungenes Schauspiel und die passend inszenierten Moderationen, sowie die überaus innige Beziehung zu seiner Bühnenpartnerin wett.

Ein Highlight im zweiten Akt ist der Auftritt von „Gudrun“. Bei der Formation handelt es sich um vier Vokalkünstler, die mit ihren Stimmen Erstaunliches zu leisten vermögen. Durch ein interessantes technisches Detail vervielfachen sie ihre Stimmen, so dass sie den kompletten Saal mühelos füllen und in ihren Bann ziehen, ohne sich weiterer Instrumente bedienen zu müssen. Ein sympathischer Auftritt mit „Sweet Transvestite“, der den Zuschauern sicher im Gedächtnis bleiben wird.

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Foto: Rolf Bock

Besonders gefühlvoll ist der Moment, in welchem Uwe für seine gute Freundin „Immer wenn du“ aus „Dr. Dolittle“ anstimmt und sich sowohl in ihre als auch seine Augen Tränen der Rührung schleichen. Pia brilliert vor allem mit dem Titelsong aus „Rebecca“ und „I miss the Mountains“ aus „Next to Normal“, und liefert damit die beiden absoluten gesanglichen Höhepunkte dieses Teils.

Gut gelaunt verabschieden sich die Künstler mit „Monty Pythons – Always Look On The Bright Side Of Life“ aus Spamalot – welches zufällig auch 1992 in den Charts war – von ihrem Publikum, womit sich der anfangs begonnene Kreis der 25 Jahre wieder schließt.

Bei der nun folgenden Autogrammstunde zeigen sich die Künstler von einer sympathisch lockeren Seite und offerieren ihre Solo-CDs, die dem geneigten Zuschauer die Möglichkeit eröffnen, einige Impressionen des Abends noch länger in Herz und Ohren zu tragen.

Text: Andrea und Astrid