The 12 Tenors – Best of Tour

English version: The 12 Tenors – Best of Tour

12 TENÖRE, 22 WELTHITS, EINE SHOW

am 25. Februar 2019 im Eurogress, Aachen

(c) Astrid Mohren
(c) Astrid Mohren

 

Es ist vorfrühlingshaft warm, an diesem späten Februarabend in Aachen. Im Stadtgarten, einem großen Parkgelände am Rande der Innenstadt zwischen einem Hotel der gehobenen Klasse und dem historischen Kurhaus liegt das Eurogress, die in den 70er Jahren als Kongresszentrum errichtete Stadthalle der Kaiserstadt. Ruhig und gesittet geht es ob der zu erwartenden klassisch angehauchten Veranstaltung im Foyer zu, wo sich kurz vor dem Konzert der zwölf Tenöre bis zu 1700 Menschen sammeln, die der Europasaal, der am heutigen Abend nahezu ausverkauft ist, fasst.

(c) Astrid Mohren
(c) Astrid Mohren

„The 12 Tenors“, die bereits seit elf Jahren in immer wieder wechselnder Besetzung durch viele Städte Europas und Asiens reisen, binden die im Westen Deutschlands liegende Großstadt das erste Mal auf einer ihrer Touren ein und nehmen sogar eine kleine Anekdote in Form eines neuen Trockners, den sie eigenhändig durch die Straßen schleppen mussten, als Erinnerung an die Stadt mit. Die anwesenden Besucher umtreibt die Frage, was von den zwölf internationalen Top-Sängern, die sich aus den unterschiedlichsten Ländern zusammengefunden haben, zu erwarten ist. In der derzeitigen Besetzung stehen die meisten Protagonisten aus Großbritannien (Jordan Ramroop, Aran Macrae, Matt Hayden, Shane Barragan, Michael Lynch und Jamie Pritchard), unterstützt von Julian Quijano aus Columbien, Andy Conaghan aus Australien, Daniele Alan Carter und Julian Dionne aus Italien, sowie Alexander Herzog und Martin Turner van Holtgreven aus Deutschland auf der Bühne.

(c) Astrid Mohren
(c) Astrid Mohren

Schnell breitet sich Stille im Saal aus, nachdem der Gong den nahenden Showbeginn ankündigt. Die große Bühne bietet nicht nur den zwölf Herren ausreichend Platz, sondern beheimatet im Hintergrund zwischen sechs unterschiedlich hoch aufragenden weißen Säulen ebenso die hochkarätige, dreiköpfige Band. Unter der musikalischen Leitung von James Harrison, der selbst am Piano sitzt, begleiten auch Stephan Coetzee am Schlagzeug und Matt Henderson am Keyboard ihre Frontsänger fulminant durch den Abend. Der Lautsprecher imitiert knarzend eine alte Langspielplatte und gibt bereits einen kleinen Einblick in das Repertoire, während sich die zwölf Sänger auf der Bühne sammeln. Mit gediegenen italienischen Tönen zu „Funiculi Funicula“ und „La Donna e mobile“ starten sie zunächst relativ unspektakulär, bevor sich erste Eindrücke eines womöglich etwas anderen als rein klassischen Verlaufes mit „Mein kleiner grüner Kaktus“ von den Comedian Harmonists einen Weg bahnen. Die Zuschauer nehmen die ihnen gebotenen lustigen Töne, sowie Aufforderungen mitzuklatschen, mitzusingen oder gar mitzutanzen sofort zum Anlass, mehr aus sich herauszugehen. Spätestens mit der Ankündigung eines Medleys der „vier Herren aus Liverpool“ –  der Beatles –  ist klar, dass man keineswegs einem nur konservativ-klassischen Konzert, sondern eher einem Besonderen der Extraklasse beiwohnt.

(c) Astrid Mohren
(c) Astrid Mohren

Eingebettet in eine außergewöhnliche Lichtshow singen und tanzen sich die zwölf Tenöre stimmgewaltig, sowie mit ihrer in der Gesamtheit grandiosen Show, in die Herzen ihrer Besucher und zeigen gerade den Damen im Saal ihren unwiderstehlichen Charme mit einem verführerischem Augenzwinkern nicht erst gipfelnd im großen Finale. Bis dahin aber nehmen sie ihr Publikum durch die für zwölf unterschiedliche Stimmen aufwändig arrangierten, allen bekannten Songs mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die in einem Moment Lachtränen fordert, bevor die Töne wieder sanft und emotional werdend nach Taschentüchern greifen lassen. Es ist schwer besondere Highlights herauszustellen – Daniele Alan Carter brennt sich beispielsweise bereits nach wenigen Minuten mit leichten, aber extrem hohen Tönen im Song „My love“ unvergesslich in die Köpfe der Anwesenden und zu Tränen rühren nur wenig später Matt Hayden und seine beiden Kollegen mit „Gira con me questa notte“. In klassischeren Stücken wie „Nessum Dorma“ oder „Granada“ versteht nicht nur Alexander Herzog, sondern auch Julian Dionne und Andy Conaghan mit ihren kraftvollen Stimmen gekonnt zu faszinieren. Zu den zahlreichen Höhepunkten gesellt sich auch „Perhaps Love“ im Original von Placido Domingo und John Denver, sowie ein emotional an Grenzen führendes „Angels“, im Original von Robbie Williams, hier dargeboten von Daniele Alan Carter und Michael Lynch. Dieser Song wurde ursprünglich von einem Iren geschrieben, der ihn das erste Mal in einem Krankenhaus sang, als seine Tochter bei der Geburt starb – „I’m loving an angel instead“. Entsprechend widmen die Sänger ihre ergreifende Version dieses einfühlsamen Liedes dem Charity-Projekt „Deutsche Kinderhospiz und Familienstiftung“, welches sie bereits seit dem letzten Jahr erfolgreich unterstützen.

(c) Astrid Mohren
(c) Astrid Mohren

Das allen zwölf Tenören ihre Leidenschaft zur Musik aus den unterschiedlichsten Genres gemein ist, zeigt die enorme Vielfalt der vorgetragenen Stücke – ob klassische Arien, verzaubernde Musicalhits, emotionale Liebesballaden oder große Pop- und Rock-Hymen, ob von Bryan Adams bis Michael Jackson, von Pucchini bis Frank Sinatra oder von Leonard Cohen bis Queen und Meat Loaf – überall sind die jungen Männer zuhause. Die Setlist ihres Konzertes gestalten sie abwechslungsreich und vielfältig und bieten damit ein grandioses Crossover durch die größten Hits aller Zeiten. Ihre Interpretationen reißen mit, faszinieren und wecken große Emotionen – ein Programm, welches sich zu Recht „Best of“ nennen darf – vorgetragen von zwölf grandiosen Künstlern.

(c) Astrid Mohren
(c) Astrid Mohren

Die diesjährige Tour der “The 12 Tenors” führt sie noch durch viele weitere Städte und eine fürs nächste Jahr – auch mit erneutem Stopp in Aachen – ist bereits angekündigt. Karten und weitere Informationen erhält man über alle bekannten Buchungsportale sowie auf der Homepage des Ensembles www.12-tenors.com.


Text und Fotos: Astrid