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Artus – Tecklenburg

Der Premierenabend stand bei Petrus unter keinem guten Stern. Bereits im Vorfeld ergoss sich der Regen immer wieder und man bangte als Besucher bereits, ob das eine trockene Premiere werden sollte. Einige Sitzplätze in der Burgruine waren folglich auch keine Sitzplätze mehr, wenn man zu seinen Füßen einen reißenden Fluss hatte. Aber pünktlich um 20:00 Uhr riss die Wolkendecke auf, blauer Himmel und Sonnenschein kamen (vorerst) zum Vorschein.

Der Inhalt

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Das Ensemble der Freilichtspiele Tecklenburg betritt mit „Das Feld der Ehre“ die Bühne und die erste Gänsehaut ist an diesem Abend vorprogrammiert. Das Musical „Artus-Excalibur“ braucht kein großes Bühnenbild. Eine Burgruine mit ein paar erweiterten Elementen, sowie ein passendes Kostüm reichen vollkommen aus, um das Publikum ins Britannien des 6. Jahrhunderts zu entführen.

Das Theater St. Gallen hatte die Latte bereits deutlich hoch gesetzt mit Sabrina Weckerlin, Thomas Borchert, Mark Seibert und vielen anderen in den Hauptrollen. Aber die Tecklenburger Hauptdarsteller spielen mit diesen in einer Liga und können somit alle ab der ersten Sekunde überzeugen.

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Es spielen Armin Kahl als Artus, Milicia Jovanovic als Guinevere, Kevin Tarte als Merlin, Roberta Valentini als Morgana und Dominik Hees als Lancelot in den fünf groß angelegten Rollen. In den kleineren Rollen spielen Thomas Schirano als Ector, Sebastian Brandmeir als Priester, Christian Schöne als Loth von Orkney, Thomas Hohler als Sir Gareth, Anne Welte als Mutter und Oberin, sowie Andrea Luca Cotti als Lucan.

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Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, zu schreiben. Jeder Darsteller ist in diesem Stück auf seine Art fantastisch und verzaubert einen.

Ich beginne einmal mit Roberta Valentini, da sie bereits bei der Pfingstgala „Sünden der Väter“ performte. Damals hatte ich das Gefühl, dass sie noch nicht wirklich in dieser Rolle angekommen ist und so ist es auch. Jetzt, nach 4 harten Probenwochen, ist sie voll und ganz Morgana, rachsüchtig und intrigant, welche die Männer um ihren Finger wickelt, Merlin verfällt und am Ende den Bühnentod sterben muss.

Genauso wie Dominik Hees als Lancelot. Der beste Freund von Artus, der immer zur rechten Zeit am rechten Ort ist und sich schließlich genauso unsterblich in Guinevere verliebt. Als Lancelot hat er zwar nur ein Solostück mit „Nur sie allein“, aber dieses ist umso schöner.

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Auch Armin Kahl und Milicia Jovanovic können ab der ersten Sekunde überzeugen. Sie sind ein tolles Paar auf der Bühne, auch wenn das Musical an einigen Stellen zum Kitschigen neigt, was voll und ganz dem Mythos um König Artus zu schulden ist.

Für mich am überraschendsten die Leistung von Christian Schöne als Loth von Orkney. Bereits im Vorfeld hörte man aus dem Publikum verschiedene Stimmen, welche ein eher negatives Bild hatten. Herr Schönes Ausflug zu „Deutschland sucht den Superstar“ und der anschließende Schlager-Ausflug haben vielleicht ein wenig seinem Image als Musical-Darsteller geschadet, aber wenn man dieses Wissen einfach mal ausblendet und ihn einmal auf einen Wirken lässt, dann stellt man fest, dass Herr Schöne ein verdammt guter Bösewicht oder Gegner sein kann. Schmierig-eklig passt da als Beschreibung eigentlich am besten.

Den meisten Applaus am Ende bekam allerdings Kevin Tarte als Merlin. Er inszeniert einen ganz anderen Typen als es Thomas Borchert in St. Gallen getan hat, aber das macht seinen umso interessanter. Am Anfang mimt er den Heiler für alle, ist Artus´ direkter Ansprechpartner und am Ende verfällt er doch Morgana.

Alles in Allem ist die Inszenierung der Freilichtspiele Tecklenburg unbedingt sehenswert. Wer es verpasst, hat selber Schuld! Gespielt wird noch bis zum 28. August. Tickets gibt es an allen bekannten VVK-Stellen.

Bilder der Premiere


Text und Bilder der Premiere von Anna-Virginia

 

 

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