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Send in the clowns – Konzertabend in München
© Oliver Seimel

© Oliver Seimel

Am 10.04.2019 fand der Liederabend des Gärtnerplatztheaters unter dem Titel „Send in the Clowns“ statt. Susanne Seimel, die seit 2017 Ensemblemitglied des Gärtnerplatztheaters ist, präsentierte verschiedenste Stücke der Broadway-Legende Stephen Sondheim. Begleitet wurde sie am Klavier von Anke Schwabe, die bereits seit 1996 als Solorepetitorin für das Staatstheater tätig ist.

Location war zum ersten Mal der Salon Pitzelberger, die Bar unterhalb des Gärtnerplatztheaters. So ging es nicht die große Haupttreppe nach oben, sondern hinunter ins Kellergewölbe. Dies führte die Besucher bereits in eine besondere Atmosphäre ein. Unten um eine kleine runde Bühne, umgeben von vier breiten Säulen, waren lose circa 60 Stühle und alte Polstersessel aufgestellt. Dies gab dem Abend ein locker-intimes Ambiente, unterstrichen von den am Boden stehenden gut gefüllten Weingläsern, die sich die Gäste zuvor an der rot beleuchteten Bar geholt hatten. Downtown New York und Stephen Sondheims Broadway waren nicht allzu weit entfernt.

© All New Arts

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Als sich das Licht dimmte und die Gäste still wurden, begann Susanne Seimels Auftritt. In braunem Samt-Jumpsuit mit hohen knallroten Pumps und hochgesteckten lockig-roten Haaren begann sie noch während des Gangs zur Bühne ihr erstes Stück „Another Hundred People“ aus „Company“ zu singen. Anke Schwabe, in Schwarz gekleidet, blieb während des Liederabends eher im Hintergrund am Piano, leistete aber gut abgestimmt und spontan auf die Sängerin reagierend beste Arbeit.

Eine Überraschung war der rote Faden, der sich durch den Abend webte. So war das dominierende Thema Dating, Partnersuche und verschiedenste Erfahrungen mit Männern und Partnerschaft, was in kurzen Monologen zwischen den Liedern zur Überleitung wurde. Mal tragisch und einsam, dann wieder lustig und selbstironisch waren die Anekdoten, die Susanne Seimel zum Besten gab. So bewies sie, dass sie neben dem Gesang auch das Zeug zur Stand-up-Komödiantin hat, als sie spontan auf Lacher aus dem Publikum einging und zynisch über Männer herzog. Von Bitterkeit gezeichnet sagte sie sogar, dass sie, je besser sie die Männer kennen lerne, Hunde umso lieber habe, worauf ein Mann aus dem Publikum lachend „Unverschämtheit!“ rief. Sie lief durch das Publikum, bot reihum Chips an (passend zu der Stelle, wenn man frustriert aus Kummer anfängt zu essen) und sie bot sogar auch kleine Tanzeinlagen dar. Zu jeder beschriebenen Szene wurde passend ein Lied von Stephen Sondheim vorgetragen, sodass Stücke wie „There Won’t Be Trumpets“, „Losing My Mind“ und „Could I Leave You“ eine ganz neue Bedeutung bekamen. Nach und nach wurde klar, wer im Titel des Abends mit „Clowns“ gemeint war. Was Susanne Seimel aber nicht zu verdenken wäre, wenn die Geschichten stimmten, die sie erzählte. So habe einmal ein Mann zu ihr gemeint: „Es gibt nichts Schöneres als Frauen beim Sammeln von Erfahrungen behilflich zu sein.“

Ob Schauspielerei oder tatsächliche Erlebnisse, nach gut einer Stunde ging ein unterhaltsamer Abend mit einer liebenswürdigen Darstellerin zu Ende. Die originelle Darbietung untermalte sie mit ihrer kräftigen, gut ausgebildeten Stimme. Mit Witz, Schönheit und österreichischem Dialekt strahlte Susanne Seimel einen besonderen Charme aus.

Leider war der Liederabend in dieser Konstellation einmalig, allerdings findet am 22. Mai 2019 der nächste Liederabend unter dem Titel „Vive l’amitié – es lebe die Freundschaft!“ mit Valentina Stadler und Daniel Heide statt. Man kann gespannt sein.


Artikel von Caroline

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