Rezension zu Disney´s „Die Schöne und das Biest“ als Realverfilmung

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Copyright: Disney Studios

Als  am 26. November 1992 der Disney Zeichentrickfilm „Die Schöne und das Biest“ in die Kinos kam, war dies einer meiner ersten Kinofilme. Ich war damals schon sehr beeindruckt von der ganzen Opulenz, vor allem während der berühmten Tanzszene im Schloss. 25 Jahre später feierte am 16. März 2017 die Realverfilmung ihre  Premiere.

Die Story

Es geht um einen herzlosen jungen Prinzen, der deshalb von einer Zauberin verflucht und in ein abscheuliches Biest verwandelt wird. Seine Bediensteten werden zu verschiedenen Alltagsgegenstände.

Das Biest erhält von der Zauberin eine rote Rose. Diese verwelkt und verliert nach und nach ihre Blütenblätter. Sollte das letzte Blatt gefallen sein, bevor das Biest die wahre Liebe einer Frau gewinnt, werden es und die Schlossbewohner für immer verzaubert bleiben.

Es vergehen Jahre, ohne dass jemand von der Existenz des Biestes erfährt. Unterdessen lebt die junge Belle in einem Dorf. Ihr Vater Maurice, ein erfolgloser Erfinder, will in der nächsten Stadt seine nächste Erfindung vorstellen. Auf dem Weg dorthin wird er von Wölfen angegriffen und findet auf der Flucht das Schloss des Biestes. Das Biest ist jähzornig und wirft den alten Mann in ein Verlies. Als das Pferd von Maurice alleine wieder im Dorf ankommt, macht sich Belle Sorgen und begibt sich auf die Suche nach ihrem Vater.

Sie findet das Schloss und im Verlies ihren Vater. Das Biest stellt Sie vor die Wahl: entweder sie oder ihr Vater soll für immer bei ihm bleiben. Belle entscheidet, dass sie im Verlies bleibt und ihr Vater gehen darf. Mit der Zeit entsteht zwischen dem Biest und Belle eine Freundschaft und das Biest ist nicht mehr so verbittert und zornig.

Maurice, in der Zwischenzeit wieder im Dorf angelangt ist, erzählt in der Taverne Gaston, einem Jäger, der Belle zur Frau haben will, von dem Biest und dem Schloss. Gaston erklärt Maurice daraufhin für verrückt und lässt ihn einsperren.

Belle, die durch einen Zauberspiegel das Geschehen in der Taverne mitbekommen hat, eilt mit Erlaubnis des Biests ihrem Vater zu Hilfe und zeigt Gaston und den Dorfbewohnern durch den Zauberspiegel das Schloss und das Biest. Alle sind erschrocken und wollen das Biest töten. Belle versucht, die aufgebrachte Meute zu beruhigen und ihnen zu erklären, dass das Biest eigentlich eine liebevolle, freundliche Kreatur ist. Vergebens.

Während des Sturmes der Dorfbewohner auf das Schloss des Biestes gelingt es Gaston, das Biest im Schloss aufzuspüren. Während eines Kampfes, den Belle tatenlos mit ansehen muss, wird das Biest von Gaston verletzt. Mit letzter Kraft schafft es das Biest noch, Gaston in den Abgrund zu stürzen. Danach bricht es entkräftet zusammen.

Belle gesteht, dass Sie das Biest liebt. In diesem Augenblick fällt das letzte Blütenblatt der verzauberten Rose.Somit ist der Fluch gebrochen und plötzlich verwandelt sich das leblose Biest zurück in den Prinzen und auch alle Bediensteten im Schloss werden wieder zu Menschen.

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Das Plakat zum Zeichentrickfilm aus dem Jahr 1992 (Copyright Disney Studios)

Das Fazit

Die Verfilmung aus dem Jahr 2017 unterscheidet sich in der Hinsicht von der Verfilmung aus dem Jahr 1992 insofern, dass es 2017 kein Zeichentrickfilm ist, sondern eine Realverfilmung mit echten Schauspielern. Ich habe mir im Kino die deutsche und die englische Fassung angeschaut.

Kommen wir zuerst zur deutschen Fassung. In dieser werden die amerikanischen Schauspieler von deutschen Synchronsprechern gesprochen bzw. gesungen. Im ersten Moment zwar ich etwas überrascht über die deutsche Synchronstimme der Belle (Emma Watson), da ich bisher nur die englischen Trailer kannte. Ich finde es sehr schade, dass man sich dafür entschieden hat, die Dialoge von einer Sprecherin und den Gesang von einer anderen Sprecherin synchronisieren zu lassen. Das fällt vor allem bei Belle sehr stark auf, dass es 2 verschiedene Stimmen sind.

Die deutsche Stimme von Madame Garderobe, im Original gesungen von Audra McDonald, war für meinen Geschmack auch etwas zu schrill und überdreht. Die Stimme erinnert mich sehr stark an die Synchronstimme  von Minnie Driver aus der Verfilmung vom Phantom der Oper aus dem Jahre 2004.

Alle anderen Synchronsprecher passten meines Erachtens sehr gut. Vor allem das Lied „Ich warte hier auf dich/Evermore“ (im Deutschen gesungen/gesprochen von Sascha Rotermund und im englischen von Dan Stevens) klingt sowohl in der deutschen als auch in der originalen englischen Version einfach nur toll. Gänsehaut pur.

Der Film an sich hat mir sehr gut gefallen. Es gab viele kleine, teils versteckte Witze, bei denen der gesamte Kinosaal lachte. Und natürlich konnte der Film vor allem durch seine bildgewaltigen Szenen zum Beispiel der Bücherei des Schlosses oder auch des Ballsaales punkten.

Ich habe mir den Film in 3D angesehen. Fans von 3D-Filmen werden auch diesen Film lieben. Er ist neben dem Film Avatar meiner Meinung nach einer der besten 3D-Filme der letzten Jahre. Ob man sich den Film nun in 3D anschauen muss oder nicht, ist Geschmackssache. Ich würde aber immer wieder zu der 3D-Version tendieren.

Außerdem hat mir die englische Original-Version wesentlich besser gefallen, was vor allem an der Natürlichkeit der Sprache liegt, da es in der englischen Version keine Unterscheidung zwischen Sprach- und Gesangsrolle gibt, sondern  die Schauspieler beide Parts übernehmen, also sprechen und selbst singen.

Mein Fazit: Wer den Film von 1992 geliebt hat/liebt, sollte sich diesen Film unbedingt anschauen. Meine persönliche Empfehlung wäre, sich den Film nach Möglichkeit in der originalen englischen Fassung anzuschauen, da dort einfach alles stimmig ist.

Abschließend noch eine Sache zu der vor allem in den USA vieldiskutierten angeblichen Homosexualität der Figur des Lefou. Ich kann die Aufregung darum nicht verstehen. Ja, Lefou macht in einigen Szenen Anspielungen. Das rechtfertigt in meinen Augen aber nicht die Absetzung des Filmes.

Text: Hagen