Pressekonferenz 2017 bei den Schlossfestspielen Zwingenberg

Landrat Dr. Achim Brötel und Intendant Rainer Roos

Landrat Dr. Achim Brötel und Intendant Rainer Roos

Wie alle Jahre wieder öffnen sich auch 2017 die Tore des Schlosses in Zwingenberg für die Dauer der Schlossfestspiele. Um das diesjährige Programm schon ein bisschen vorzustellen, gab es am 11.7.2017 eine informative Pressekonferenz, an der neben den Vertretern der Medien Landrat Dr. Achim Brötel, Jan Egenberger von der Stabsstelle Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit des Landratsamts Neckar-Odenwald-Kreis, Intendant und Chefdirigent der Original Wiener Strauss Capelle Rainer Roos sowie Mitwirkende der Produktionen teilnahmen.

Wie wir erfuhren, ist der Vorverkauf sehr gut gestartet. So waren bis zum vergangenen Wochenende über 53% aller Karten verkauft. Die „Brasilianische Nacht“ am 30.7. ist bereits komplett ausverkauft. Auch der Vorverkauf für die beiden Hauptproduktionen „Der Liebestrank“ und „Rocky Horror Show“ läuft sehr gut, besonders für die Rocky Horror Show sind deutlich mehr Karten verkauft als im vergangenen Jahr für „Jekyll und Hyde“.

Neben den bereits genannten Veranstaltungen gibt es am 23.7. um 14.30 Uhr wieder ein Familienfest, diesmal als Sitzkissenkonzert. Diese Veranstaltung für kleine und große Kinder steht unter dem Motto „Kinder haben Zauberohren“. Durch die gespielten, gesungenen und erzählten Geschichten führen Intendant Rainer Roos sowie Michael Gaedt, bekannt als „Schrotti“ aus SOKO Stuttgart, begleitet von den Musikern und Solisten der Zwingenberger Festspiele.

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Thembi Nkosi (Nemorino) , Regisseurin Angela Brandt und Xenia von Randow (Adina)

„Der Liebestrank“ feiert am 28.7. in Zwingenberg Premiere. Zu sehen war diese komische Oper von Gaetano Donizetti zum ersten Mal in Mailand am 12.5.1832. Das bekannteste Lied dieser Oper ist sicher „Una fortiva lagrima“. Regisseurin Angela Brandt von der Dresdner Semperoper versetzt das Stück jedoch in die heutige Zeit. Neben ihr waren auch die beiden Hauptdarsteller Xenia von Randow (Adina) und Thembi Nkosi (Nemorino) bei der Pressekonferenz anwesend.

Insgesamt werden aber nur 3 Shows gespielt, am 28.7., 29.7. und 30.7. (17 Uhr). Am 30.7. findet nämlich um 21 Uhr auch noch die „Brasilianische Nacht“ statt. Die Choreo-Gruppe „Sai da Frente“ wurde zufällig von Rainer Roos entdeckt und nach Zwingenberg eingeladen. Die Truppe, die kurz vorher in Wien gastieren wird, feiert mit ihrem Auftritt in Zwingenberg Deutschlandpremiere. Mit der „Brasilianischen Nacht“ eröffnet Intendant Rainer Roos eine neue Kategorie Musik in Zwingenberg, die sich „Musik aus aller Welt“ nennt und die für die Zukunft weitere Gastspiele internationaler Gruppen erwarten lässt.

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Gino Emnes wird den Frank N. Furter darstellen

Am 2.8. hat dann Richard O’Brien’s Kultmusical „The Rocky Horror Show“ Premiere. Mit der Verpflichtung von Gino Emnes als Frank N. Furter hat Rainer Roos sicher einen Treffer gelandet. Gino Emnes hat bis vor kurzem noch bei „Sister Act“ den Eddi und zuvor bei „Rocky“ Apollo Creed gespielt. Für ihn, der ja schon die Boxershorts gewöhnt ist, ist die Rolle eine Herausforderung. Besonders auch Highheels gehörten bisher nicht zu seiner Arbeitskleidung.

An seiner Seite als „Riff-Raff“ dürfen wir Michael Gaedt erleben. Er spielte schon vor 2 Jahren in Zwingenberg bei „Jesus Christ Superstar“ den Herodes und führte letztes Jahr bei „Der Freischütz“ Regie. Michael Gaedt ist aber vor allem auch durch „Die Kleine Tierschau“ und „SOKO Stuttgart“ bekannt.

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Intendant Rainer Roos, Ines Hengl-Pirker, Gino Emnes, Michael Gaedt und Markus Brock.

Als „Magenta“ wird in der Zwingenberger „Rocky Horror Show“ Ines Hengl-Pirker zu sehen sein. Die gebürtige Österreicherin stand schon in vielen Musicalproduktionen auf der Bühne. Und die Stimme des „Erzählers“ Markus Brock dürfte vielen SWR-Radio-Hörern noch im Ohr sein.

Mit dem Schweizer Regisseur und Choreograph Simon Eichenberger hat sich Intendant Rainer Roos noch einen besonderen Experten ins Boot geholt. Eichenberger blickt auf viele Erfolge zurück, war über 15 Jahre selbst Musicaldarsteller, arbeitete außerdem als Assistent und Associate  Choreographer für Regisseurin Kim Duddy an mehreren Musicalprojekten und bekam u.a. für die Choreographie für „Das Wunder von Bern“ den ersten deutschen Musicalpreis.

DSC04839Die „Rocky Horror Show“ gehört inzwischen zu den Kultstücken und der „Time Warp“ darf auf keiner Party fehlen. Zum Kult gehört auch, dass das Publikum mitmacht. In Zwingenberg gibt es extra einen FANBAG – Kostenpunkt 7,50 Euro – der neben Seifenblasen auch eine Wasserpistole (hoffentlich geladen), Gummihandschuhe und vieles mehr enthält. BITTE KEINEN REIS, KONFETTI ODER KLOPAPIER mitbringen! Es würde sich nicht vom historischen Schlosshof entfernen lassen und wäre damit ein echtes Problem. Mir wurde versichert, dass der Inhalt des Fanbags durchaus den Wert hat und man sich die „Zutaten“ nicht billiger selbst kaufen kann!

Aber MITMACHEN ist ausdrücklich erwünscht. Übrigens gibt es dieses Jahr zum ersten Mal zwei Shows an einem Tag, nämlich am 5.8. um 18.00 und um 22.00 Uhr.

Schlechtes Wetter haben die Zwingenberger übrigens nicht im Programm. Bisher wurde noch nie eine Show abgebrochen oder abgesagt. Auch wäre es wegen der aufwendigen Technik gar nicht möglich, mit der „Rocky Horror Show“ in eine Halle umzuziehen. Es wird also auch bei Regen tapfer weiter gespielt.

Schloss Zwingenberg liegt wunderschön hoch über dem Neckar. Da die Zufahrt zum Schloss für private PKWs verboten ist und diese am Neckarufer geparkt werden müssen,  gibt es von dort aus einen kostenlosen Shuttleservice. Wie wir aus 2016 wissen, klappt das hervorragend. Dieses Jahr wird allerdings mehr darauf geachtet, dass keine Rettungswege zugeparkt werden.

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Dieses schicke Motorrad gehört Michael Gaedt und wird in der „Rocky Horror Show“ mit auf der Bühne dabei sein

Tickets kann man an vielen Vorverkaufsstellen oder über https://www.schlossfestspiele-zwingenberg.de/vorverkauf/kartenverkaufstellen.html kaufen. Leider gibt es immer noch nicht die Möglichkeit, direkt im Saalplan zu buchen, was in der heutigen Zeit eigentlich technisch möglich sein sollte. Auch Autofahrer ohne Navi sollten nicht verzweifeln. Hinweisschilder Richtung Zwingenberg gibt es so gut wie keine. Aber wenn man ab Heilbronn der B27/B37 entlang dem Neckar folgt und in Richtung Heidelberg unterwegs ist, kommt man unweigerlich an Zwingenberg vorbei. Und bitte nicht verwechseln mit dem Zwingenberg an der Bergstraße.

Wir wünschen den Zwingenberger Festspielen ganz viel Erfolg und vor allem gutes Wetter.


Artikel von Ingrid Kernbach für Bühnenlichter.de