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On the town – Musikalische Komödie Leipzig 2019

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Premiere & rezensierte Vorstellung: 26. Januar 2019

24 Stunden haben die drei Matrosen Gabey, Ozzie und Chip Zeit, um New York kennen zu lernen. Natürlich möchten sie so viel wie möglich sehen und erleben, doch schon während der Fahrt mit der Metro verliebt sich Gabey in „Miss U-Bahn“ im Juni. Spontan hängt er das Plakat ab, was einer älteren Dame gar nicht passt. Sie hetzt ihm die Polizei auf den Hals. Die daraus entstehende Verfolgungsjagd wird zum „running gag“.

Doch zunächst einmal entwischen die drei Matrosen. Um „Miss U-Bahn“, die mit richtigem Namen Ivy Smith heißt und Gesang und Malerei studiert, zu finden, beschließen sie, sich zu trennen.

Doch die Suche gestaltet sich schwieriger als geplant. Chip begegnet bei seiner Suche der Taxifahrerin Hildy Esterhazy, die sich auf Anhieb in den Matrosen verliebt und eigentlich nur eines von ihm will: mit ihm schlafen.

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Der draufgängerische Ozzie wird im Museum Opfer der stürmischen Anthropologin Claire, die in ihm das Urbild des Mannes sieht. Ihr langjähriger Verlobter, Richter Brigework, hat selbst für die eindeutigsten Situationen immer volles Verständnis.

Gabey alleine schafft es, Ivy bei der seltsamen Gesangslehrerin Madame Dilley zu finden. Nachdem Gabey Ivy erklärt, dass er sich auf den ersten Blick in ihr Bild verliebt hat und sie einem Mädchen aus seiner Vergangenheit ähnlich sehen würde, stimmt sie einer Verabredung zu. Sie wollen sich abends auf dem Empire State Building treffen, wo Gabey sich auch mit seinen Freunden verabredet hat.

Dort treffen Chip mit Hildy und Ozzie mit Claire ein, doch Gabey ist zunächst alleine. Um ihn nicht so traurig zu sehen, stellen Chip und Ozzie ihre Begleiterinnen als Ivy vor. Doch Gabey erklärt den Beiden, dass er Ivy getroffen hat und nun auf sie wartet. Doch Ivy kommt nicht. Sie wird von ihrer zwielichtigen Gesangslehrerin gezwungen, in einem schäbigen Nachtclub auf Coney Island aufzutreten.

Um Gabey aufzuheitern, beschließt die Truppe in einen Nachtclub zu gehen. Hildy versucht auch, Gabey mit ihrer schwer erkälteten Mitbewohnerin Lucy zu verkuppeln, doch Gabey wird immer trauriger.

Es folgt eine Tour durch diverse, immer übler werdender Nachtclubs. Jedes Mal beim Verlassen der Clubs trifft Claires verständnisvoller Verlobter Richter Bridgework ein und jedes Mal bittet Claire ihn, die Rechnung zu zahlen. Als sich Lucy und der Richter begegnen, verlieben sich die Beiden auch sofort ineinander. Beim nächsten Versuch Claires, Verständnis zu haben und die Rechnung zu bezahlen, sagt der Richter plötzlich „Nein“.

In einem der Nachtclubs trifft das Trüppchen zufällig auf Ivys angetrunkene Gesangslehrerin, die ihnen sagt, dass Ivy in Coney Island auftritt. Auf dem Weg dahin schläft Gabey ein und hat einen wunderschönen Traum, in dem ihm Ivy als Engel erscheint.

Doch als alle in Coney Island eintreffen, entdeckt Gabey Ivy unter den Tänzerinnen. Endlich sind alle glücklich vereint: Gabey mit Ivy, die, wie sich herausstellt, tatsächlich seine Jugendliebe ist, Hildy und Chris sowie Ozzie und Claire. Auch die ständig niesende Lucy hat ihr Glück mit Richter Bridgework gefunden.

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Doch schon sind die 24 Stunden Landgang um und Gabey, Ozzie und Chris müssen zurück aufs Schiff. Ihre drei Mädels stehen am Ufer und winken ihnen zu, während drei neue Matrosen voller Tatendrang an Land gehen.

„On the Town“ war das erste Musical, das der berühmte Dirigent und Komponist Leonhard Bernstein schrieb. Premiere war am 28. Dezember 1944 im Adelphi Theatre in New York. Buch und Songtexte stammen von Betty Comden und Adolph Green. Für die Produktion in Leipzig wurden die Texte von Claus H. Henneberg und John Neumeier ins Deutsche übersetzt.

Überraschend für ein Stück aus den vierziger Jahren sind die freizügigen Dialoge und das sexuelle Verhalten der Frauen. Die Rolle der temperamentvollen Taxifahrerin Hildy Esterhazy wird in Leipzig von der bekannten und beliebten Musicaldarstellerin Zodwa Selele gespielt. An ihrer Seite ist Nora Lentner als stürmische Anthropologin Claire de Loone, die in ihrer Rolle ebenso überzeugt wie Patricia Klages als die eher schüchterne Ivy Smith.

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Auch Sabine Töpfer als die immerzu trinkende Madame Dilly mit einem selbst entwickelnden Akzent und Melissa Jung als stets niesende Lucy Schmeeler spielen die Rollen überzeugend.

Nicht nur singend und schauspielerisch, sondern auch tanzend sind die drei Matrosen Gabey (Jeffery Krueger), Ozzie (Benjamin Sommerfeld) und Chip (Andreas Rainer) hinreißend. Michael Raschle als stets verständnisvoller Richter Pitkin W. Bridgework singt leider nur ein Lied und überrascht dabei mit einer wundervollen Baritonstimme.

Insgesamt besteht das Ensemble aus mehr als 40 Mitwirkenden, die singend und tanzend über die Bühne schweben. Dabei sind die Choreografien von Natalie Holtom schwungvoll umgesetzt.

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Beeindruckend ist auch das Bühnenbild, das mit wenigen Mitteln doch immer wieder neu daher kommt. Viel trägt dazu auch die Videoleinwand bei, auf der man die fröhliche Jagd durch New York verfolgen kann. Während der Fahrt mit der U-Bahn zeigt ein Schriftzug die einzelnen Stationen, man sieht die Brooklyn Bridge und das Empire State Building u.v.m.

Der „running gag“ ist die immer größer werdende Gruppe Verfolger, die von rechts nach links und umgekehrt über die Bühne rennen, um Gabey, Ozzie und Chris zu fangen, denn im Laufe der Geschichte machen sie sich immer mehr „Verbrechen“ schuldig.

Ein besonders schöner Gag ist auch die Szene im Museum, bei der sich Ozzie und Claire kennen lernen und an deren Ende ein mühsam zusammengesetzter Dinosaurier kaputt geht.

Das ganze Stück begeistert unter der Regie von Cusch Jung mit lustigen Dialogen und bunten Bühnenbildern. Auch der Umbau im zweiten Akt von einem Nachtclub zum anderen ist beeindruckend gelöst.

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Neben den vielen Darstellern auf der Bühne findet man auch im Orchestergraben ein großes Orchester mit über 50 Personen unter der Leitung von Stefan Klingele. Es gibt die Musik, die ein bisschen jazzig ist und teilweise an die „West Side Story“ – Bernsteins wohl bekanntestes Werk – erinnert, großartig wieder.

1949 wurde “On the Town” verfilmt. Regie führten Gene Kelly und Stankey Donen. Die Hauptrolle spielte Frank Sinatra, der auch den Titelsong “New York, New York” sang. Allerdings ist das Lied aus “On the Town” nicht das “New York, New York”, komponiert von John Kander und Fred Ebb, das Sinatra in Marzin Scorseses Film “New York, New York” sang.

Geschichtlich spielt „On the Town“ in einer Zeit, in der sich der zweite Weltkrieg dem Ende näherte. Amerikanische Frauen standen nicht nur am Herd, sondern arbeiteten u.a. auch in Krankenhäusern und in den Flugzeugfabriken, um die Bomber wieder startklar zu machen. Deshalb gibt es „On the Town“ auch diese emanzipierten Frauen wie Hildy und Claire, die auch sehr gut in unsere Zeit passen würden.

„On the Town“ in der „Musikalischen Komödie“ Leipzig anzuschauen macht Spaß und garantiert einen vergnügten Abend.

Artikel von Ingrid Kernbach


On the Town

Leonard Bernstein

Vorstellung 16.02.2019  |  Musical in zwei Akten | Buch von Betty Comden und Adolph Green nach einer Konzeption von Jerome Robbins’ Ballett »Fancy Free« (1944)  |  Songtexte von Betty Comden und Adolph Green | Deutsch von Claus C. Henneberg und John Neumeier | Spieldauer ca. 3 Stunden | Eine Pause

Genau vierundzwanzig Stunden Zeit haben die drei Matrosen Gabey, Chip und Ozzie, um sich bei ­einem Landgang in das pralle Leben der amerikanischen Metropole New York zu stürzen. Natürlich saßen die drei Matrosen in Sachen Frauen lange Zeit auf dem Trockenen und natürlich hoffen sie auf das schnelle Abenteuer. Chip wird von der draufgängerischen Taxi­fahrerin Hildy abgeschleppt, Frauenheld Ozzie landet ausgerechnet bei Claire, Studentin der Anthropologie. Und zu allem Überfluss verguckt sich Gabey in die Werbeschönheit Ivy, die ihm als »Miss U-Bahn des Juni« von einem Plakat aus zulächelt. Vierundzwanzig Stunden können verdammt kurz sein! Und so heißt es auch schon bald wieder Abschied ­nehmen von den drei Eroberungen. Doch der Abschiedsschmerz hält nicht lange an, denn auf die ­Ladies warten bereits die nächsten abenteuerlustigen Matrosen …

Das Leben im Hier und Jetzt zu genießen, das ist die große Botschaft von Leonard Bernsteins Hommage an New York. Lange vor dem Zeitalter der ­sexuellen Revolution schreibt er ein Musical über die Unbeschwertheit der Jugend und stellt dabei zugleich überkommene Rollenmuster in Frage. Da geht nicht nur musikalisch die Post ab!

Premiere 26. Jan. 2019, Musikalische Komödie
Aufführungen 27. Jan. / 01., 02., 03., 16., 17. & 19. Feb. / 16. & 17. Mär. / 06., 07., 24. & 26. Apr. / 18. & 19. Mai 2019

Leitung

Besetzung

  • Hildy Esterhazy Zodwa Selele
  • Claire de Loone Nora Lentner
  • Ivy Smith Patricia Klages
  • Madame Dilly Sabine Töpfer
  • Diana Dream / Dolo Dolores / Dolly Dollar Angela Mehling
  • Lucy Schmeeler Melissa Jung
  • Flossie Jana-Maria Eberhardt
  • Tippsie Antonia Schneider
  • Kleine alte Dame Christa Paarsch
  • Gabey Jeffery Krueger
  • Ozzie Benjamin Sommerfeld
  • Chip Andreas Rainer
  • Pitkin W. Bridgework Michael Raschle
  • 1. Arbeiter / Plakatkleber / Conferencier / Figment Justus Seeger
  • Mr. S. Uperman / Francesco / Franchito / Franky Roland Otto
  • Kowalski / Andy / Matrose Peter Waelsch
  • Simkin / Tom / Matrose Tobias Latte
  • 1. Mann / Kellner Uwe Kronberg
  • Rajah Bimmy Georg Führer
  • Ballett Musikalische Komödie
  • Chor Musikalische Komödie
  • Komparserie
  • Orchester Musikalische Komödie
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