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My fair Lady am Gärtnerplatztheater 2018

Premiere: 13.02.2018 / Rezensierte Vorstellung: 06.04.2018

Nadine Zeintl als Eliza Doolittle

Nadine Zeintl als Eliza Doolittle ©Marie-Laure Briane

Das neue Stück von Joseph E. Köpplinger, das am 13.02.2018 am Gärtnerplatztheater Premiere feierte, ist eine wundervoll humorige Inszenierung des Klassikers aus dem London um 1900, welches 1956 in New York am Broadway uraufgeführt wurde.

Nadine Zeintl (Eliza Doolittle), Stefan Bischoff, Christian Schleinzer, Frank Berg, Patrick A. Stamme (Cockneys) © Marie-Laure Briane

Nadine Zeintl (Eliza Doolittle), Stefan Bischoff, Christian Schleinzer, Frank Berg, Patrick A. Stamme (Cockneys)
© Marie-Laure Briane

Die Geschichte, in der Phonetik-Professor Higgins (Michael Dangl) mit seinem Kollegen Oberst Pickering (Friedrich von Thun) eine Wette eingeht, ob er es schaffe aus dem im Rinnsal der Straße sitzenden Blumenmädchen Eliza Doolittle (Nadine Zeintl) eine feine Dame zu machen und ihr den derben Cockney-Slang auszutreiben, mutet zuerst etwas abgegriffen an. Doch die phänomenale Umsetzung durch das gesamte Team und die Übertragung des Oxford-Englischen ins Hochdeutsche und den Cockney-Slang ins Oberbayrische, kommt im Herzen Münchens am Gärtnerplatz besonders gut an. Die nicht-bayrischen Zuschauer müssen zeitweilig erahnen, was gesungen wird, umso authentischer und liebenswürdiger wirken die Figuren auf der Bühne.

Friedrich von Thun (Oberst Pickering), Nadine Zeintl (Eliza Doolittle), Michael Dangl (Professor Henry Higgins) © Marie-Laure Briane

Friedrich von Thun (Oberst Pickering), Nadine Zeintl (Eliza Doolittle), Michael Dangl (Professor Henry Higgins)
© Marie-Laure Briane

Es ist ein großer Spaß zuzusehen, wie sich Professor Higgins an Eliza Doolittle die Zähne ausbeißt. Von Szene zu Szene kommt das Publikum aus dem Lachen über die Verrenkungen der Phonetikübungen, das Gehabe des Adels beim Pferderennen oder Elizas Vater (Robert Meyer), der seine Tochter für fünf Pfund verkaufen würde, nicht heraus. Mit erfolgreichem Erreichen des Wettzieles ändert sich das Beziehungsverhältnis zwischen Higgins und Eliza. Durch die harte Schule erstarkt, bietet sie ihm im aufkeimenden Liebesverhältnis Paroli.

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Maximilian Mayer (Freddy Eynsford-Hill), Cornelia Froboess (Mrs. Higgins), Michael Dangl (Professor Henry Higgins), Nadine Zeintl (Eliza Doolittle), Friedrich von Thun (Oberst Pickering), Ensemble, Chor und Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz © Marie-Laure Briane

Nadine Zeitl spielt eine äußerst aufgeweckte, pfiffige und energiegeladene Eliza, was dem Stück ein sehr spritziges und hohes Tempo verleiht. Auch die anderen Darsteller, teils bekannte Gesichter aus dem Fernsehen, überzeugen in ihren Rollen.

Die erstklassige Unterstützung des Orchesters unter der Leitung von Andreas Kowalewitz brachte von der ersten Minute einen fröhlichen Schwung in das Stück. Mit Schlagern, Biergartenmusik, aber auch zeitlich um 1900 passende Musik zeigte das Orchester seine Vielseitigkeit, die unterhaltsamer kaum ausfallen könnte.

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Nadine Zeintl (Eliza Doolittle), Michael Dangl (Professor Henry Higgins) © Marie-Laure Briane

Auch das Bühnenbild zeigte seine Wandelbarkeit. In Sekunden wurde aus dem Platz vor dem Pub der feine Salon des Professors Higgins und aus diesem die Orangerie der Mutter Higgins (Cornelia Froboess), um dann wieder zum Marktplatz zu werden.

Lachend, staunend und mit wippend vergingen so drei Stunden voll gelungener Unterhaltung. Noch auf dem Nachhauseweg rätselt man, ob Eliza und Higgins als Liebespaar zueinander finden oder nicht, da die Handlung am Ende des Stücks schlagartig abbricht und offen gelassen wird, wie die Geschichte zwischen den beiden weitergeht.

Cast & Crew

Musikalische Leitung: Andreas Kowalewitz
Regie: Josef E. Köpplinger
Choreografie: Karl Alfred Schreiner
Bühne: Rainer Sinell
Kostüme: Marie-Luise Walek
Licht: Michael Heidinger
Video: Meike Ebert
Choreinstudierung: Felix Meybier
Dramaturgie: Michael Alexander Rinz
Eliza Doolittle: Nadine Zeintl
Professor Henry Higgins: Michael Dangl
Oberst Pickering: Friedrich von Thun
Alfred P. Doolittle: Robert Meyer
Freddy Eynsford-Hill: Maximilian Mayer / Liviu Holender /Alexandros Tsilogiannis
Mrs. Higgins: Cornelia Froboess / Gisela Ehrensperger
Mrs. Pearce: Dagmar Hellberg / Gisela Ehrensperger
Harry u.a.: Stefan Bischoff
Jamie u.a.: Christian Schleinzer
Mrs. Eynsford Hill: Ulrike Dostal
Lord Boxington / Cockney u.a.: Frank Berg
Lady Boxington: Frances Lucey
Cockney / Butler u.a.: Patrick A. Stamme
Stubenmädchen: Jasmin Eberl, Susanne Seimel, Katharina Wollmann
Nachbarin u.a.: Florine Schnitzel
Nachbar / Chauffeur / Polizist u.a.: Maximilian Berling
Wirt u.a.: Martin Emmerling / Christian Weindl
in weiteren Rollen: Rudolf Haslauer, Alexander Bambach, Corinna Klimek, Christian Weindl

Chor, Ballett und Statisterie des Staatstheaters am Gärtnerplatz
Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz


Artikel von Sabine

 
 
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