Musical meets Pop – 2015

Text: Alexa

Um kurz nach sechs kamen die Band und die Backgroundsänger auf die Bühne. Die lilafarbenen Scheinwerfer leuchteten und mit dem Song “Yes” aus DIRTY DANCING eröffneten die Künstler die Gala. Man spürte, dass alle wahnsinnig Lust auf diesen Abend hatten und mit viel Freude dabei waren.

Der Plan: Jeder Künstler sollte einmal solo mit einem Song auf die Bühne kommen – im ersten Teil mit bekannten und unbekannten Musicalsongs. Im Grunde eine tolle Idee, auch die nicht so bekannten Musicals zu präsentieren und damit Neugier auf diese Stücke zu erwecken, die Titelauswahl war allerdings eher eintönig. Hier wurde hauptsächlich auf sanftere Töne und Klänge gesetzt, somit hatte das Publikum wenige Möglichkeiten, mit zu agieren und in gute Stimmung zu kommen. Das war im vergangenen Jahr deutlich anders.

2015 begann Patricia Meeden im dunkelblauen Abendkleid mit Maybe this time aus CABARET. Da kann man nur eines sagen: „Was für eine unglaublich tolle Stimme!“. Kasper Holmboe im schwarzen Anzug mit “Morning in Atlantis” aus ATLANTIS folgte direkt danach. Maxine Kazis präsentierte den Song “Vergiss mich nie” aus ROMEO & JULIA. Sie überzeugte ebenfalls mit diesem ruhigen Song. Hier konnte man mal wieder sehen, wie wunderschön die deutsche Sprache ist. Gino Emnes, ebenfalls im schwarzen Anzug, hatte sich für den Song “Circle of Life” aus DER KÖNIG DER LÖWEN entschieden. Er berichtete vorher noch, dass es ein absoluter Lieblingssong von ihm sei und er diesen besonders gerne singen würde. Leider fehlte hier jedoch an der einen oder anderen Stelle ein wenig Gefühl, so dass der Zauber, den dieses Lied sonst besitzt, einfach nur schwer rüber kam.

Sascha Krebs begrüßte Tecklenburg auf seine typische Art und Weise: Im rockigen, dunklen Anzug – breit lächelnd und erinnerte direkt noch mal an den nach Nutella schmeckenden Haselnussschnaps , ), der nebenan im Edel und Weiß serviert wird. Das Publikum feierte Sascha für 15 Jahre Musical meets Pop. Der Gastgeber sang “Corner of the sky” aus PIPPIN. Drew Sarich, der sich in einer Jeanskombi mit Krawatte präsentierte, verzauberte die Zuschauer mit dem weltbekannten Song “Bring him home” aus LES MISERABLES. Unglaublich, was er alles mit seiner Stimme machen kann! Sehr gefühlvoll bot er dem Publikum etwas ganz Besonderes.

Armin Kahl, strahlend im roten Sakko, entschied sich für “Allmächtig” aus GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN. Auch dieser Auftritt war absolut toll und mit viel Power und Emotion gepaart. Ein kleines bleibendes Highlight in der Riege der, wie schon erwähnt, ruhigen Songauswahl. Kevin Tarte, elegant im dunklen Anzug, beeindruckte mit “Bis du wieder singst” aus LIEBE STIRBT NIE. Auf einmal wusste man genau, dass er perfekt wäre für die Rolle des Phantoms in Love never dies in Hamburg“. Wir sind gespannt, wer es am Ende werden wird. Eine tolle Interpretation des Liedes, auch wenn man bei dem Klang seiner Stimme und durch seine Gesten immer wieder den Grafen aus Tanz der Vampire im Hinterkopf hat.

Im Anschluss daran wurde die erkrankte Pia Douwes gegrüßt und mit einem herzlichen Applaus Roberta Valentini im langen, schwarzen Kleid begrüßt. Sie war sehr kurzfristig und spontan für Pia eingesprungen und sang “One night only” aus DREAMGIRLS. Roberta war eine wirklich mehr als berechtigte Ersatzkünstlerin. Sie hat eine unglaubliche, kraftvolle Stimme und begeisterte ganz Tecklenburg. “Eye of the tiger” aus ROCKY wurde von Alexander Klaws präsentiert, der sich für einen schwarz-weiß gestreiften Anzug entschieden hatte. Er betrat die Bühne und animierte die Zuschauer sofort zum Mitklatschen und endlich kam „Gute-Laune-Stimmung“ auf. Gar nicht so einfach, die Zuschauer zu animieren, da sie bisher eher mit andächtigem Lauschen beschäftigt waren.

Nun wurde durch den Moderator, Herrn Beuleke, noch einmal auf die nächsten Stücke der Freilichtbühne Tecklenburg, Zorro und Cats, aufmerksam gemacht. Um dies zu untermalen, präsentierten Armin Kahl und Maxine Kazis den Song “A love we’ll never live” aus ZORRO. Das letzte Duett im ersten Teil lieferten Sascha Krebs und Roberta Valentini, die sich kurzfristig die rockige Jacke von Sascha Krebs auslieh und mit “I want it all” aus WE WILL ROCK YOU Lust auf den weiteren Abend machte. Auf diesen Auftritt folgte eine Performance aller Künstler mit dem Song “All night long” aus MOTOWN, mit welchem die Pause eingeläutet wurde. Ein erster Teil der ganz in Ordnung war, aber leider nicht ganz so viele Highlights enthielt wie erwartet. Die Songauswahl hätte für den ersten Akt abwechslungsreicher sein können, da es dem Publikum sehr spät die Möglichkeit bot, wirklich mit zu agieren. Da hatten wir uns von einer Jubiläumsshow etwas mehr gewünscht und erwartet.

Die Pause war um und wir hofften, dass nun die Gala wie in den vergangenen Jahren ordentlich in Schwung kommen würde und wir endlich mitmachen konnten. Der Special Guest, Michael Voss, betrat die Bühne. Er rockte mit dem Song “Whatever you want” von Status Quo die Bühne. Das Publikum war begeistert, tanzte und sang lauthals mit. Hier wurde deutlich, wie sehr die Zuschauer es genossen, mitgehen zu können. Es war ein toller Start in den zweiten Teil. Die Zuschauer standen, die Stimmung war gut und Michael Voss hatte das Lied wirklich super gesungen.

Direkt im Anschluss kam Kasper Holmboe mit “Meine Lady” von Tom Jones auf die Bühne. Die Zuschauer konnten sich wieder etwas vom Klatschen und Mitrocken erholen. Armin Kahl nahm auf der Bühne Platz und wurde von Klaus Hillebrecht an der Gitarre beim Song “Amoi seg’ ma uns wieder” von Andreas Gabalier begleitet. Sehr gefühlvoll und mit leisen Tönen konnte Armin Kahl mit dem Lied zwar überzeugen, jedoch wollte es aus unserer Sicht leider nicht so ganz zur Gala passen. Nichts desto trotz hat er eine tolle Stimme und hat das Lied sehr gut interpretiert.

Damit das Publikum jetzt wieder aus dem Schönheitsschlaf erwachen konnte, folgte ein absolutes, wenn nicht sogar das Highlight des Abends: Ein Gesangsduell zwischen Gino Emnes und Drew Sarich. Mit “Another way to die” von Jack White & Alicia Keys begeisterten die beiden die Zuschauer. Mal wieder konnte man bei diesem Stück erkennen, wie viel Leidenschaft ein Künstler bei einem Auftritt einbringen kann. Drew Sarich gab nicht nur viel Leidenschaft, sondern auch seine letzte Hose. Seine Tanzkünste haben die Jeans zum Platzen gebracht. Am Ende trug er einen recht großen Riss am Hinterteil als Erinnerung an die Gala mit sich herum. Zudem kann man eindeutig sagen: dieses Duell hat Drew Sarich eindeutig für sich entschieden.

Im Anschluss folgten weitere Einzelauftritte: Maxine Kazis kam mit sanften Tönen wieder zurück und entzückte die Zuschauer mit “Auf anderen Wegen” von Andreas Bourani. Im Anschluss konnten wir Gino Emnes noch einmal mit “Sir Duke” von Stevie Wonder erleben. Drew Sarich schloss die ruhigen Klänge mit “Oh Darling” von The Beatles grandios ab und übergab direkt an den Special Guest Michael Voss, der mit “Purple Rain” von Prince noch mal alles gab und das Publikum erneut aufforderte, die Sitze zu verlassen und mit zu machen. Es funktionierte und die Stimmung war wieder sehr gut. Nach langem, umjubeltem Applaus kam Kevin Tarte in Chucks auf die Bühne gestürmt und schrie lachend ins Mikro “Ich will diese Mauer da einreißen!” Das Publlikum blieben stehen und er legte mit “I’ve been looking for freedom” von David Hasselhoff los. Es wurde laut mitgesungen und getanzt. Ein sehr stimmungsaufhellender Auftritt. Hier standen Spaß und Freude ganz klar an erster Stelle.

Roberta Valentini bewies mit “America” von Gianna Nannini, dass italienisches Blut in ihren Adern fließt. Wirklich ein toller Auftritt! Im Anschluss kam Patricia Meeden erneut auf die Bühne. Im knappen Hosenanzug und begleitet von klasse Tanzeinlagen schmetterte sie “Happy” von Pharell Williams. Auch hier riss sie das Publikum mit und animierte dazu, lautstark mitzusingen. Alexander Klaws versuchte sich erneut an einem rockigen Song. Mit “Beautiful Day” von U2 gab er noch mal alles und nahm die Zuschauer mit.

Sascha Krebs läutete dann mit “Come on Eileen” von Dexys Midnight Runners die Schlussphase ein. Für den „letzten“ Song kamen alle noch einmal auf die Bühne: “Auf uns” von Andreas Bourani. Leider wusste der eine oder andere nicht mehr genau, welchen Part er nun eigentlich singen sollte. Dies machte hier aber überhaupt nichts, da der Song beim Publikum durch die letztjährige Fußball-WM mehr als bekannt war. Wir sangen einfach alle zusammen und ließen den Abend ausklingen. Selbstverständlich war das noch nicht alles, denn eine Zugabe hatte Sascha Krebs noch vorbereitet. Es sangen alle zusammen “Heroes” von David Bowie. Sascha Krebs bedankten sich für 15 Jahre Tecklenburg und wünschte allen eine gute Heimfahrt.

Fazit zum Schluss:
Es gab schon bessere Pfingstgalas, aber es war ein toller Abend. Man hat Musicals kennen gelernt, die nicht ganz so bekannt sind, Künstler erlebt, die mit Leidenschaft und Freude einfach alles singen können, und vor allem viel Spaß gehabt. Für die nächste Gala sollten sich die Künstler vielleicht ein wenig mehr auf der Bühne und dem Publikum an den Seiten zuwenden, nicht nur bei schnelleren Songs, um einen besseren Blick auf sie zu bieten . Die Musicalwelt ist eben alles andere als langweilig – sie hat Power, Emotionen, Leidenschaft und ist eine ganz besondere Welt, die man einfach selber erleben muss.