Männer 2 – Das Warten hat ein Ende

K2 vom Kammertheater Karlsruhe 08. Oktober 2016 20:00 Uhr

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Es spielten:

Christian Schöne – Der Schönling
Oliver Fobe – Der Vater
Hans Rüdiger Kucich – Der Altrocker
Manuel Krstanovic – Der Macho
Matthias Zeeb – Das Muttersöhnchen

 Im K2 in Karlsruhe gibt es immer nette kleine Revues und Komödien zu sehen.

Noch bis zum 31. Oktober 2016 habt ihr die Gelegenheit, Männer 2 zu erleben. Der Vorgänger (Männer 1) war ein großer Erfolg und bei Männer 2 sieht es nicht anders aus. Die Stimmung beim Publikum sowie bei den Männern war ausgelassen und voller Spielfreude. Doch kommen wir nun zu den Männern.

Es treffen wieder die altbekannten Charaktere, der Altrocker, der Macho, der Familienvater, das Muttersöhnchen und der Schönling, aufeinander. Im ersten Teil noch in einem Fußballstadion, gibt es nun ein unverhofftes Wiedersehen in einem Reisebüro, welches dem Schönling Christian gehört. Aber wie es der Zufall will, ist die Leidenschaft, der Fußball, natürlich nicht ganz unschuldig am Wiedersehen, denn der Heimatverein, der Karlsruher SC, spielt in der Champions League gegen Real Madrid. Jetzt will selbstverständlich jeder ein Ticket nach Spanien. Doch Christian hat nur noch eines und dies ist natürlich für ihn.

Wie sich herausstellt, sind mittlerweile alle in festen Händen, jedoch hat jeder so seine Probleme mit der Angebeteten. Daher wird das Treffen zur kleinen „Therapiestunde“, in der jeder über seine Beziehungsprobleme erzählt und sich Rat erhofft. Dabei erfahren wir, dass Christians Frau nebenan einen Schönheitssalon betreibt, in der sich die Frauen befinden. Im Laufe des Beisammenseins wechselt das Ticket immer wieder seinen Besitzer, um denjenigen aufzumuntern.

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(c) Philipp Mönckert

In der Pause erfolgt die einzige Umbauphase und wir befinden uns im zweiten Akt im
bereits erwähnten Schönheitssalon. Selbstverständlich mit den dazugehörigen Frauen, welche jeweils von ihren männlichen Gegenparts gespielt werden.

Die Frauen lernen sich kennen und glauben, dass die Männer sie mit Hintergedanken im Salon abgeschoben haben. Während der Beautybehandlungen setzen bei der Ehefrau des Familienvaters die Wehen ein. Da keine Zeit für einen Krankenwagen bleibt, wird der Salon kurzerhand zur Entbindungsstation, musikalisch untermalt mit Abbas Song SOS (…steh nicht daneben, rette ihr das Leben SOS…). Nach und nach erscheinen die Männer im Salon und nach einem kurzen Streit zwischen dem Muttersöhnchen und dem Altrocker ist auch bei den Männern wieder Frieden eingekehrt und der Altrocker hat sogar noch eine Überraschung parat.

Was, wird jedoch nicht verraten, dass solltet ihr euch selber ansehen.

Begleitet werden die fünf Darsteller von Uli Kofler am Piano, er schrieb auch alle Arrangements des Stückes.

Gesungen werden Songs aus den unterschiedlichsten Musikrichtungen. Wir starten mit Pharell Williams‘ „Happy“ und Jürgen Marcus‘ „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“. Weiter geht es mit „Engel“ von Rammstein und „Du“ von Peter Maffay. Songs wie „Lasse reden“, „Love hurts“, und „SOS“ treffen auf einen Disneyblock mit Songs aus Arielle, Der König der Löwen und Die Schöne und das Biest. Neues wie „Lass uns gehen“ und „Skyfall“ sowie Klassiker wie „So leb dein Leben“ (My Way) oder „Lady Marmelade“ runden den musikalischen Abend ab.

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v.l.n.r.: Matthias Zeeb, Manuel Krstanovic, Christian Schöne, Hans Rüdiger Kucich und Oliver Fobe (c) Philipp Mönckert

Die fünf Darsteller spielen zwar unter ihren richtigen Namen im Stück, die Handlung ist jedoch fiktiv.

Allen sind die Freude und der Enthusiasmus anzusehen, was sich auf das Publikum überträgt. Dies feuert wiederum die Darsteller an. Ein solches Stück lebt von den Reaktionen des Publikums und so ist es ein Nehmen und Geben auf beiden Seiten. Wie wir jedoch erleben konnten, hatten alle ersichtlich Spaß daran.

Gesanglich und Schauspielerisch waren die fünf in ihren Rollen und füllten diese sehr gut aus. Der Altrocker rau und ruppig, das Muttersöhnchen hoch und schüchtern, der Macho und der Schönling mit voller Stimmpower, Selbstbewusstsein und Gefühl und der Vater solide und herzlich.

Wer die Chance hat, sollte die letzten Vorstellungen nutzen und sich in das Gefühlschaos der verschiedenen Männer stürzen. Ein sehr unterhaltsamer und spannender Abend ist garantiert.


Text von Julia