La Cage aux Folles

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Anfang April hatte ich einen Besuch des Musicals Catch me if you can in der Staatsoperette Dresden geplant.

Bei meiner Ankunft hatte ich erfahren, dass am gleichen Tag die Lange Nacht der Dresdner Theater stattfindet.

Das nutzte ich als Musical-/Theater-Fan natürlich gleich aus und schaute mir unter anderem in der Staatsoperette Ausschnitte aus dem Musical La Cage aux Folles an. Da mir die Ausschnitte gut gefallen hatten, versuchte ich am nächsten Tag noch spontan, Karten an der Tageskasse zu bekommen. Ich hatte eigentlich gar nicht damit gerechnet, dass ich noch Karten bekommen würde, da an dem Abend Uwe Kröger als Albin/Zaza auf der Bühne stehen würde und er ja doch eine recht große Fangemeinde hat. Ich hatte aber Glück und konnte noch Karten bekommen.

Für alle, die die Geschichte von La Cage aux Folles nicht kennen, hier eine kurze Zusammenfassung:

Georges (Dieter Landuris) betreibt seit vielen Jahren den Club La Cage aux Folles in St. Tropez. Gefeierter Star der frivolen und glitzernden Travestie-Shows ist Georges’ Lebenspartner Albin, der als Zaza das Publikum begeistert. Eines Tages kündigt sich Besuch an: Sohn Jean-Michel, eine „Jugendsünde“ des homosexuellen Georges. Der Sprössling hat die Liebe seines Lebens gefunden: ein Mädchen namens Anne. Das sich ankündigende Familientreffen hat einen Haken: Der Vater der Verlobten, ein Politiker und erzkonservativer Sittenwächter, möchte die Eltern des zukünftigen Schwiegersohnes kennenlernen. Georges muss daher auf die Schnelle ein bürgerlich-konservatives Umfeld für den Besuch schaffen. Nebst dem wenig geeigneten Wohn- und Arbeitsumfeld von Georges muss noch ein grundsätzlicheres Problem gelöst werden: Woher eine „Mutter“ nehmen? Albin, respektive die Bühnenfigur Zaza bietet hilfreich seine/ihre Dienste an. Nach großen Wirren und viel Komik kündigt sich ein Happy-End an.

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Kommen wir nun zum Bühnenbild. Es besteht im Grunde aus einer Drehscheibe, auf der durch die Drehung abwechselnd die Wohnung von Albin/George und die Bühne bzw. die Seitenbühne des La Cage aux Folles zum Vorschein kommen. Zum Ende verwandelt sich die Bühne des La Cage aux Folles auch noch in ein Restaurant.

Dieter Landuris führt in der Rolle des Georges als Moderator durch den Abend und erzählt die Geschichte. Er ist ein hervorragender Schauspieler, der die verschiedenen Facetten von George dem Publikum sehr gut vermitteln kann.

Der Star des Stückes ist natürlich Albin/Zaza. Uwe Kröger verkörpert Albin/Zaza perfekt und hat einige Male auch die Lacher auf seiner Seite. Die Anspielungen auf seine bisherigen Rollen mit dem berühmten weißen Kleid und der Perücke aus Elisabeth und dem Glitzerkleid mit der weißen Perücke aus Besuch der alten Dame dürfte aber sicher nur den eingefleischten Kennern aufgefallen sein. Ein Großteil dachte sicherlich, es gehöre einfach zur Show. Ich fand es aber sehr schön, dass man solche keinen Gimmicks eingebaut hat. Das Highlight der Show ist natürlich das von ihm gesungene Lied „Ich bin was ich bin“.

Jannik Harneit spielt in diesem Musical leider nur eine kleinere Rolle. Er singt das Lied „Mit Anne im Arm“ mit sehr viel Gefühl und man wippt unweigerlich ein wenig mit, wenn man die Musik hört.

Das restliche Ensemble unterstützt die Hauptdarsteller sehr stimmgewaltig, vor allem während „Ich bin was ich bin“.

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Wer Lust hat, sich das Musical in dieser Spielzeit in Staatsoperette Dresden anzuschauen, muss sich beeilen. Es gibt nur noch 3 Termine vom 27.-29.06.2017, wobei es aktuell nur noch für einen Termin Karten im Vorverkauf gibt. In der kommenden Spielzeit 2017/ 2018 feiert das Musical seine Wiederaufnahme am 09. Mai 2018.


Artikel von Hagen