Jan Ammann – A Musical Love Story

Jan Ammann – A Musical Love Story

Tourauftakt am 10. Januar 2019 im Admiralspalast Studio Berlin

(c) Andrea Ney
(c) Andrea Ney

Es ist der zweite Donnerstag im Januar, der viele Fans nach Berlin in das Studio des Admiralspalastes zieht, um dort den musikalischen Auftakt des Jahres gemeinsam zu genießen. Sound of Music Concerts setzt auf ein neues Konzertformat – „Jan Ammann – A Musical Love Story“. Der Künstler geht natürlich nicht solo auf Tour und hat als Gäste Lisa Habermann, Jan Rekeszus und Michaela Schober an seiner Seite. Begleitet werden sie von Marina Komissartchik am Flügel, die ihrem Ruf als „One-Women-Orchestra“ wie immer alle Ehre macht.

Vor ausverkauftem Haus gelingt dieser Tourauftakt gewohnt souverän. Die Liebe sei das stärkste aller menschlichen Gefühle, doziert Ammann und im Grunde gehe es doch in jedem Musical immer nur um sie. Sie trete in vielen verschiedenen Formen auf und an diesem Abend werde es einen Querschnitt geben, der viele Arten einmal tangiert.

(c) Andrea Ney
(c) Andrea Ney

Mit dem Oscar prämierten „Can you feel the Love tonight“ von Elton John und Tim Rice rücken alle Beteiligten des Abends  das erste Mal gemeinsam ins Scheinwerferlicht. Auf der spartanischen Bühne wirken sie beinahe ein wenig verloren, steht doch außer dem Konzertflügel heute gar nichts weiter darauf. Dass die Liebe auch in besonderen Situationen bestehen bleibt, teils zur Besessenheit mutiert oder über den Tod hinaus existiert zeigen die ersten beiden Blöcke, die die Höhepunkte aus Frank Wildhorns „Dracula“ und dem Musical „Ghost“ umfassen. Der unumstrittene Höhepunkt des ersten Aktes ist jedoch der Querschnitt durch „Die Päpstin“, bei welchem vor allem Michaela Schober und Jan Rekeszus brillieren und das Publikum begeistern.

(c) Andrea Ney
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Mit dem „Tanz der Vampire“ gibt es einen furiosen Einstieg in den zweiten Teil des Abends. Das Stück wird von einem Liederblock ganz unterschiedlicher Musicals wie „Das Phantom der Oper“ oder „Ludwig²“ abgelöst, bei denen für jeden Geschmack etwas dabei ist und bei dem alle Facetten dieses schönsten Gefühls der Welt aufgezeigt werden. Besonders hervorheben sollte man hier „Freundschaft“, in welchem es die beiden Jans schaffen, das Publikum an ihre Lippen zu fesseln und das Duett „Mehr will ich nicht von Dir“, welches höchstemotional durch Habermann und Rekeszus daherkommt. Von klassisch über humoristisch und leidenschaftlich wird jedes Klischee bedient und es sind die Protagonisten selbst, denen es ohne jedes Requisit, ohne jeden Anker auf der Bühne gelingt eine Stimmung zu erzeugen, die sich auf den kompletten Saal überträgt. Den Abschluss bildet mit „Doktor Schiwago“ ein Liederblock, den man in einem solchen Konzert wohl noch nie zu hören bekommen hat. Mit Jan Ammann und Lisa Habermann, die dieses sowohl große wie auch großartige Stück in Leipzig bereits Seite an Seite gespielt haben, ist es ein sehr stimmgewaltiger Auftritt in diesem Saal, der gebührend gefeiert wird.

(c) Andrea Ney
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Viel zu schnell neigt sich ein Abend, geprägt von charmanter, nicht immer völlig glatt laufender  Moderation dem Ende entgegen. Er schafft eine besondere Nähe zwischen den Menschen auf und vor der Bühne, was im Studio des Admiralspalastes keine Hürde darstellt, da die Darsteller auf Augenhöhe mit dem Publikum agieren. Die Aufregung verfliegt durch spontanen Jubel und ein wenig Wehmut schwingt mit, denn dies wird das letzte Konzert dieser Art an diesem Ort sein – die Location wird zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen. Es ist und bleibt ein besonderer Ort und ein überaus besonderer und emotionaler Moment, der Gedanke an ein letztes Mal lässt beinahe etwas Melancholie aufkommen. So entscheidet Gastgeber Jan Ammann dann auch spontan, dass solch besondere Augenblicke auch sehr besondere Maßnahmen rechtfertigen. In einer letzten Moderation wird eine dritte Zugabe angekündigt, bei der das Publikum dazu angehalten wird, an der Seite der Künstler mit auf der Bühne zu stehen. Nach anfänglicher Verwirrung und Verwunderung wird dieses Angebot angenommen und die Zuschauer stehen Seite an Seite mit ihren Künstlern und feiern mit „True Love“ Abschied von einem gelungenen Konzertabend und einem Ort, der ihnen ans Herz gewachsen ist und wahrscheinlich über die Jahre unzählige schöne Erinnerungen beschert hat.

(c) Andrea Ney
(c) Andrea Ney

Wer dieses überaus sehenswerte und Herzerwärmende Format noch nicht gesehen hat, bekommt noch in Leipzig, Hamburg, Oberhausen, Filderstadt und Wien die Gelegenheit dazu, die vier Ausnahmekünstler gemeinsam zu erleben.

 

 

 


Text und Fotos: Andrea