Interview mit Fynn Duer-Koch

…anlässlich der Premiere zum Abschlussprojekt „Fame

(Abschlussjahrgang 2018 der Stage School Hamburg)

„Ich habe diesen Schritt bisher nicht eine einzige Sekunde bereut.“

Fynn Duer-Koch

Bereits bei der letztjährigen Weihnachtsshow die die Schüler des Abschlussjahrganges 2018 der Stage School in Hamburg ausgerichtet haben, standen einige der jungen Leute auf der Bühne des First Stage Theaters, die sich nun auch unter der vielköpfigen Cast des Sommerprojektes „Fame – Das Musical“ wiederfinden. Unter ihnen Fynn Duer-Koch, der mir von damals noch gut in Erinnerung geblieben ist und über den ich in Erfahrung bringen konnte, dass für ihn keinesfalls der jetzt eingeschlagene Weg bereits nach Beendigung der Schulzeit feststand. Da er zunächst als Flugbegleiter die Lüfte für sich erobern wollte, stellt sich mir die Frage, wie es sich nun für ihn anfühlt die Abschlussprüfung im Bühnenfach mit Auszeichnung bestanden zu haben. Tatsächlich sei das eine gar nicht so leichte Entscheidung, wohl aber eine sich lange anbahnende, wohl überlegte gewesen, erzählt er mir frei von der Leber weg. „Mit 18 war ich beim Phantom der Oper am Broadway und eigentlich wusste ich da schon, dass ich das beruflich machen möchte.“ Es habe dann aber noch zwei Jahre gedauert, bis er wirklich den Mut dazu fand. „Dann habe ich mich einfach mal bei einem Workshop hier an der Stage School angemeldet und diesen als Aufnahmeprüfung werten lassen – es hat funktioniert.“ Innerhalb von nur vier Monaten habe er dann seine Wohnung und seinen Job aufgegeben und sei nach Hamburg gezogen, um mit der Ausbildung zu beginnen. „Ich habe diesen Schritt bisher nicht eine einzige Sekunde bereut, es war einfach die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt.“

Er gehört in diesem Jahr zu den besten 10 Absolventen, den „Best of 2018“, und mich interessiert, wie es nun für ihn weiter gehen wird, wohin ihn sein Weg nun weg von der Schule führt. „Aktuell laufen natürlich viele Bewerbungen auf alles, was verheißungsvoll ist und mit dem ich mich identifizieren könnte“, erläutert er relaxt, aktuell sei aber noch nichts in Sicht. „Bis Ende September spielen wir jetzt noch Fame und danach werden wir sehen was kommt.“ Er sei sich sicher, dann schnell einen Job zu finden, um sein gestecktes Ziel zu erreichen – nämlich mit Schauspiel und Musik seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können.

Nach Traumrollen befragt antwortet er fest: „Ja, sicher – auf jeden Fall – aber der abergläubische Mensch spricht nicht so gerne darüber.“ Dennoch outet er sich als Fan der Rocky Horror Show, in welcher er gerne einmal in die Figur des Riff Raff schlüpfen würde und gesteht, dass es ein weiterer Traum von ihm sei, einmal das Phantom zu verkörpern: „Also so in 10 oder 20 Jahren, wenn es dann noch einmal kommen sollte.“, grinst er verschmitzt.

Mit der Premieren-Show am heutigen Abend sei er sehr zufrieden. Sie hätten jetzt nach Beendigung ihrer Abschlussprüfungen in den letzten fünf Wochen mitunter jeden Tag 10 Stunden „durchgeackert“. „Ich fand das, was wir heute gemacht haben, ziemlich gut. Es ist immer unheimlich spannend, ob man, wenn was schief geht, in der Rolle bleiben kann und wie man selber darauf reagiert. Natürlich geht hier und da schon mal was schief – dass ist eben Live-Entertainment.“ Premieren seien immer besonders und auch aufregend, weil dort viele Zuschauer, die man kenne, eben auch extra für einen selber herkämen. Da stünde man noch mehr unter Druck. „Natürlich möchte man gerade dann einen guten Eindruck hinterlassen, wenn Menschen da sind, die einem wichtig sind. Aber ich finde in Großen und Ganzen ist uns das heute ganz gut gelungen.“

Ich bedanke mich bei Fynn für das nette Gespräch sowie seine geschenkte Zeit und wünsche ihm alles Gute und viel Erfolg für die Zukunft. Man darf gespannt sein, wann und wo uns sein Name wieder begegnen wird.


Text: Astrid

Foto: (c) Felix Rabas