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“Ich kann mit meiner Stimme Menschen berühren und bewegen.”

Ein Interview mit Friedrich Rau

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Friedrich Rau, deutscher Musicaldarsteller und Komponist begeistert seit seiner Teilnahme bei der Sat.1 Castingshow “Ich Tarzan, du Jane” das Publikum. Dort belegte er den 3. Platz und zahlreiche Engagements, wie bei den Gebrüder Grimm Festspiele in Hanau folgten. Ebenfalls spielte er in  THE WHOS TOMMY am Theater Pforzheim. Zuletzt war Rau als Medicus in “Der Medicus” in Fulda zu sehen. Vom 7.-23. Oktober kehrt er in die Rolle des Robert Louis Stevenson im Musical “Die Schatzinsel” am Theater Hameln zurück. 


Wie sind Sie zu Ihrem Berufswunsch Musicaldarsteller zu werden, gekommen?

Bereits als Kind stand ich im Theater Zwickau auf der Bühne, weil mein Vater ebenfalls Sänger ist. Als Teenager träumte ich von einer Bühnenkarriere und das Genre Musical gefiel mir am Besten. Ich zweifelte jedoch zunächst an meinen Fähigkeiten und begann deshalb ein Lehramtsstudium in den Fächern Musik und Informatik, welches ich auch abschloss. Erst als ich mich gegen Ende meines Studiums traute, an der Castingshow „Ich Tarzan, du Jane!“ in Sat.1 teilzunehmen wuchs mein Selbstbewusstsein und ich bekam erste Hauptrollen. Von Jahr zu Jahr lernte ich von Regisseuren und Kollegen und die Rollen wurden größer. Schließlich entschied ich mich endgültig gegen den Lehrerberuf und verwirklichte meinen früheren Berufswunsch, Sänger zu werden, was ich bis heute nicht bereut habe.

Worin liegt für Sie der Reiz an Ihrem Beruf?

Ich kann mit meiner Stimme Menschen berühren und bewegen. Auf der Bühne kann ich in eine Rolle schlüpfen und der oft gefühlsarmen Realität entfliehen und die Zuschauer mitreißen. Das macht mir Spaß, da ich unsere Gesellschaft oft als engstirnig und zu verkopft empfinde. Musik ist mein Leben und was kann es schöneres geben, als sein Geld mit dem zu verdienen, was man am liebsten macht?

Dem interessierten Musical-Publikum sind Sie vor allem durch ihre erfolgreiche Teilnahme an der Sat.1 Castingshow „Ich Tarzan, Du Jane“ (2008) aufgefallen. Welche Erinnerungen haben Sie an dieses Format?

Es war eine tolle Zeit. Ich habe viele interessante Künstler wie Pia Douwes kennengelernt. Ich habe alle Eindrücke aufgesogen wie ein Schwamm und ich habe mich vor dem Publikum wohlgefühlt. Die Sendung hat mir gezeigt, wo ich hingehöre und das war sehr wichtig für mich. Natürlich war nicht alles schön. Vieles im Fernsehen ist nicht echt, ja vielleicht sogar eine glatte Lüge, aber ich habe schnell begriffen, dass ich viel gewinnen kann wenn ich meine Rolle spiele. Viele Zuschauer, Regisseure und Produzenten haben mich gesehen und das war der Grundstein meiner Karriere als Künstler.

2013 haben Sie für die Gebrüder Grimm Festspiele in Hanau das Musical „Schneeweißchen und Rosenrot“ komponiert und waren auch musikalischer Leiter. Wie war es für Sie einmal auf der anderen Seite zu sitzen/ stehen?

Es war neu und aufregend für mich. Ich kenne die Gefühle und Probleme aus Darstellersicht. Das Kreativteam hat andere Probleme und es ist schwer eine Balance aus den eigenen Wünschen und Vorstellungen und den realen Möglichkeiten zu finden. Es war der bisherige Höhepunkt meines künstlerisch kreativen Schaffens und ich schließe nicht aus, etwas Derartiges zu wiederholen. Sehr zugute kam mir meine fundierte Ausbildung als Musiklehrer. Ich kann arrangieren, spiele sämtliche Instrumente, bin ausgebildeter Chorleiter usw. Alles Eigenschaften, die ein musikalischer Leiter braucht. Leider fehlt es in vielen Produktionen an Personal, welches diese Aufgaben erfüllt. Es war schön, einerseits Musik zu schreiben und andererseits diese mit den Darstellern einzustudieren.

Seit letztem Jahr sind Sie Teil der Spotlight Musicals Familie. Wie ist für Sie die Arbeit mit diesem Team?

Ich bewundere die Visionskraft und den Mut von Dennis Martin und Peter Scholz, den Geschäftsführern von Spotlight Musicals. In Deutschland wird sehr wenig im Bereich Musicals produziert. Selbst Stage Entertainment setzt gern auf erprobte Disney Produktionen. Mit Musicals wie der Päpstin, der Schatzinsel oder zuletzt dem Medicus hat Spotlight bewiesen, dass selbst mit einem geringen Budget hervorragende Produktionen entstehen können. Ich bin stolz Teil dieses Erfolgs zu sein und unterstütze die Arbeit an neuen Stoffen. Natürlich bin ich auch froh über die tollen Rollen, in die ich seit meiner Arbeit für die Firma schlüpfen durfte. Es ist schon ein großer Glücksfall wenn man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und das Alter, die Stimme und der Typ zufällig genau zur Rolle passt.

Die Schatzinsel: Kannten Sie den Roman schon vor ihrem Rollen-Engagement?

Natürlich kannte ich die Schatzinsel schon vor meinem Engagement. Ich dachte mir sofort, dass es ein cleverer Schachzug ist nach dem Erfolg von Fluch der Karibik etwas derartiges als Musical zu produzieren. Piraten und Schätze kombiniert mit einer Liebesgeschichte, das ist der Stoff aus dem man Theater machen kann.

Was wird an der „Hamelner Schatzinsel“ anders sein?

Es gibt kaum Veränderungen zur Originalproduktion in Fulda. Hier und da wurde ein wenig gekürzt, einige neue Darsteller wurden verpflichtet, die Bühne ist ein wenig kleiner und daher komplizierter, aber insgesamt erwartet die Zuschauer die gleiche tolle Show wie in Fulda. Speziell bei den Solisten wurden keine Abstriche gemacht. Wieder mit dabei ist Frank Logemann (Wunder von Bern), Andreas Lichtenberger (Tarzan), Norbert Lamla (Rocky), Anna Thorén, alles unglaublich tolle Darsteller, die das Publikum verzaubern werden.

Wir danken Friedrich Rau für dieses Interview und wünschen ihm auch für die Zukunft nur das Beste!


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