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HAIR – Mannheim 2015

Premiere am 18. September 2015

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Hair, ein Musical, zudem man keine vielen Worte mehr benötigt, da es sich auf deutschen Bühnen zu einem Dauerbrenner etabliert und nichts von seiner Aktualität und Glaubwürdigkeit verloren hat.
Da die Geschichte weites gehend bekannt ist, hier nur eine kurze Zusammenfassung.
Wir schreiben die 60er Jahre zu Zeiten des Vietnamkrieges in New York. Ein junger Mann namens Claude Bukowski trifft im Central Park auf eine Gruppe Hippies, die sich gegen den Krieg stellen und die Einberufungsbescheide öffentlich verbrennen. Er freundet sich mit der Gruppe um den Hippie Berger an und beginnt zum ersten Mal an seine Ideale und an den Krieg zu zweifeln. Letztendlich zieht er doch in den Krieg, um nicht mehr zurück zu kehren.

Was bei anderen Inszenierungen mit großem Ensemble auf die Bühne gestellt wird, gelingt der Mannheimer Produktion mit acht Darstellern und sieben Musikern, unter der Leitung von Achim Schneider. Regisseur Georg Veit setzt das Hauptaugenmerk auf die einzelnen Charaktere, die ihre Geschichte erzählen. So wird der Zwiespalt in dem Claude, sehr authentisch von Sascha Kleinophorst, steckt offen in Streitigkeiten zu Hause aufgezeigt. Bergers Gruppe besteht aus Sheila, Hud, Jeanie, Crissy, Dionne und Woof, gespielt von Christian Schöne.

Woof ist neben Berger und Sheila der Sprecher der Gruppe und sorgt für die meisten Lacher am Abend. Ob er jetzt den weißen Mond heraufbeschwört, wobei er sein Hinterteil entblößt oder aber in verschiedene Rollen schlüpft. Christian Schöne darf jedoch neben sein Komödiantisches auch sein Gesangstalent zeigen. Seine hohen Töne saßen perfekt und ließen sicher einige Damen vor Neid erblassen.

Nina Ungerer hat ebenfalls eine Doppelrolle zu spielen. Neben der verrückten Crissy spielt sie den Hund Adolf, welcher von seinem Frauchen (Christian Schöne) ständig ermahnt wird. Ninas Crissy ist überdreht, frech oder einfach ausgedrückt Crazy, man sieht und hört ihr gerne zu.

Der Brasilianer Victor Hugo Barreto spielt in Mannheim den Hud. Auch Victor darf wie Christian und auch Jeanette Friedrich in verschiedene Rollen schlüpfen.

Katja Friedenberg mimt die liebevoll schwangere Jeanie, welche sich in Claude verliebt und eine Heirat vorschlägt, damit er nicht in den Krieg ziehen muss.

Eine unauffälligere Rolle in der Gruppe hat Jeanette Friedrich. Sie nutzt jedoch jede Sekunde auf der Bühne aus und überzeugt mit kraftvoller schöner Stimme.
Wobei erwähnt werden muss, dass es in den Ensemblenummern keine besonders heraus stechenden Figuren gibt. Vielmehr verschmelzen die Darsteller zu eins und nehmen das Publikum mit auf ihre Reise.

Eine ganz besondere Beziehung haben Sheila und Berger, gespielt von Zodwa Selele und Sascha Krebs.
Sascha Krebs spielt einen sehr verzweifelten und verletzbaren Berger, der seine weiche Seite jedoch hinter Sarkasmus und Witz versteckt.

Zodwa sieht nicht nur himmlisch aus, auf der Bühne, sie scheint den Scheinwerfer geradezu magisch anzuziehen. Ihre Sheila ist stark, selbstbewusst sowie mitfühlend zugleich und steht neben Berger ihre Frau. Stimmlich muss man zu Sascha Krebs und Zodwa Selele nicht mehr viel sagen, jeder der diese beiden bereits live gesehen hat, weiß was sie können. Sie transportieren die gespielten Emotionen auch musikalisch nach außen, sodass man als Zuschauer gebannt an ihren Lippen hängt und sich in der Musik, welche mal flott, mal langsam gespielt wird, jedoch immer auf den Punkt, verliert.

Passend zur Musik sorgt Doris Marlis mit ihrer Choreografie für die passende Untermalung, vorwiegend in den schnellen Nummern. Hier zeigt sie, dass man auch mit einem kleinem Ensemble eine Bühne ausfüllen kann.

Das Bühnenbild von Georg Veit, Daniela Werner, Laura Track und Thorsten Baumann ist spartanisch aber Zweck erfüllend. Die vier beweglichen Wände zeigen die Stimmung der Darsteller. Im Drogenrausch sieht man Comicfiguren, nüchtern die New Yorker Skyline.

Der finale Song wird nach Show-Ende noch ein weiteres Mal gesungen, diesmal zusammen mit einem Teil der Cast von 1968. Thorsten Riehle ist es gelungen den damaligen Hud (Ron Williams), Berger (Reiner Schöne) und Sheila (Su Kramer) zur Premiere einzuladen. Alle drei zeigten sich sehr begeistert von der Show und sangen zusammen mit den Capitolern „Let the sunshine in“. Man bekam das Gefühl, dass sie gar nicht mehr von der Bühne runter wollten.

Die nächsten Vorstellungen sind bereits gut gebucht, jeder der sich diese Inszenierung ansehen will, sollte sich beeilen. Jedoch sind für 2016 ebenfalls Termine geplant. Weitere Informationen zu Tickets unter www.capitol-mannheim.de


Rezension von Julia

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