Eine Freilichtbühne für Hameln

“Sie liegt im Hamelner Klütwalde und ist von der Höhe des Felsenkellerweges in knappem Aufstieg zu erreichen.” (Dewezet, 13.06.1938)

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Quelle: Dewezet

Kurz vor dem 2. Weltkrieg wurde eine Freilichtbühne im Hamelner Klütwald, oberhalb des Felsenkellerweges, eingerichtet. Initiiert von der nationalsozialistischen Heimatkulturgemeinschaft Bückeberg und gebaut von der Stadt Hameln. Die Bühne hatte für 1.200 Zuschauer Platz und wurde am 23. Juni 1938 eröffnet.

Die umliegenden Bäume dienten sowohl als Kulisse und rahmten den Zuschauerraum ein. Von allen Sitzplätzen hatte man eine gute Sicht und auf der Bühne wurde auf zwei Ebenen gespielt. Einen festen Bühnenrahmen bildeten Bruchsteine, die heute noch an der Stelle zu finden sind. Die Wege, die zur Bühne führten, wurden mit Treppen befestigt und mit Laternen versehen, sodass auch in den Abendstunden Veranstaltungen dort stattfinden konnten. Auch davon sind heute noch Überreste zu finden.

Während des Zweiten Weltkrieges fanden kaum noch Veranstaltungen auf der Freilichtbühne statt und die Bühne fiel sprichwörtlich in einen Dornröschenschlaf. Aus diesem ist sie bis heute nicht wieder aufgewacht und ein Großteil der damaligen Bühne ist nicht mehr vorhanden. Viele Materialien dienten in Notjahren als Heizutensilien.

Neue Bühne – neuer Standort?

Die Idee, in Hameln das Tourismusangebot weiter auszubauen, ist nicht neu. Erste Versuche, aus Hameln eine Musicalstadt zu machen, sind mit den mittlerweile vier Spielzeiten der Spotlight Musicals (Fulda) im Hamelner Theater bestens gelungen. Es kamen nicht nur Besucher aus dem Weserbergland, sonder aus der gesamten Bundesrepublik und den angrenzenden Nachbarländern. Infolgedessen kamen wieder mehr Touristen in die Rattenfängerstadt.

Der Hamelner Klütwald gilt als Erholungsgebiet und wartet aktuell mit einem Kletterwald, einem großen Kinderspielplatz, einer Jugendherberge und einem Restaurant (Finkenborn) auf. Das Hotel und Restaurant neben dem Klütturm (Fort George) steht seit einigen Jahren leer.

Genau an diesem Fort George könnte eine neue Bühne entstehen, so die Idee der Grenzbezieher und Heimatpfleger. Der historische Torbogen könnte als Eingangsbereich dienen und an den Hängen, die einen einstigen Brunnenplatz eingrenzten, könnten Sitzplätze entstehen. Die Bühne würde mittig platziert.

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Quelle: Google Bilder

Für diese Idee müssen aber nun Unterstützer gefunden werden. Sollte die Idee bei der Stadt Hameln, dem Weserbergland Tourismus, dem Theater, der Hamelner Marketing- und Tourismus GmbH und dem Denkmalschutz positiven Anklang finden, muss es zwangsläufig in eine weitere Runde gehen. Dann müssen Sponsoren und Gelder aktiviert werden, denn eine zweite Hobby-Bühne braucht die Stadt nicht.

“Chance für den Klüt” (Dewezet, 13.01.2017)

Wie die Dewezet am 13. Januar 2017 berichtet, sieht die Geschäftsführerin des Landesverbandes Ute Fehn, in diesem Projekt eine Chance den Klüt kulturell und touristisch weiterzuentwickeln. Für Fehn sei nun ein “ausgereiftes Gesamtkonzept” nötig, welches auch den Klütturm und die Restauration beinhalte. Desweiteren kann sich Ute Fehn durchaus vorstellen das Projekt nicht nur beratend sondern auch finanziell zu unterstützen. Ebenso merkt sie an, dass aufgrund der Tatsache das es sich hier um ein Bodendenkmal handelt, noch andere finanzielle Kanäle angezapft werden könnten.

Die Stadt Hameln steht dem Projekt ebenfalls aufgeschlossen gegenüber. Ihr sind allerdings finanziell die Hände gebunden. Theaterleiter Wolfgang Heandeler ist von der Idee einer Freilichtbühne auch angetan. Ein Gespräch mit der HMT steht noch aus.


Zusammengestellt von Anna-Virginia

Quellen: Dewezet, hameln-geschichte.de

Dieser Beitrag wird regelmäßig aktualisiert und ergänzt! Letzte Aktualisierung 16.01.17 14:40 Uhr