Die schlechteste Sängerin der Welt – Glorious!

Schaubühne Magdeburg e.V. zeigt Glorious!

Tanz

„Die Leute mögen sagen, ich kann nicht singen, aber niemand wird sagen können, dass ich nicht gesungen habe.“ (Florence Foster Jenkins)

Als „Diva der falschen Töne“ und „Königin der Dissonanzen“ wurde sie belächelt, sie galt als „schlechteste Sängerin der Welt“: Florence Foster Jenkins war eine der schillerndsten Persönlichkeiten im New York der 1940er Jahre. Sie träumt von einer großen Karriere als Sängerin und einem Auftritt in der Carnegie Hall. Ihr Gesangstalent jedoch hält sich in Grenzen, sie verfehlt mit traumwandlerischer Sicherheit den richtigen Ton. Und trotzdem füllt Foster Jenkins die Konzertsäle, denn ihre Leidenschaft zur Musik ist beispiellos und mitreißend.

Sessel 2

Die Geschichte der Florence Foster Jenkins war Stoff für etliche Filme und Theaterstücke. Nun wagt sich die Schaubühne Magdeburg e.V., ein Amateurtheater, an den Stoff. Am 7. April feiern die Theaterenthusiasten mit Peter Quilters „Glorious!“ Premiere und versprechen einen berührenden und umwerfend komischen Abend.

Unfall

Dass sie damit Recht behalten sollen, beweisen die Protagonisten beim Pressetermin im Magdeburger Moritzhof. Dort, in einem alten Vierseitenhof, der seit vielen Jahren ein kultureller Treffpunkt der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt ist, werden sie ihre Vorstellungen spielen. Vier sind vorerst geplant. Beim Pressetermin, knapp sechs Wochen vor der Premiere am 7. April, zeigen sie bereits einen kleinen szenischen Ausschnitt aus der Komödie. Schon in diesen wenigen Minuten sind ihnen der Spaß und der Enthusiasmus, mit dem sie auf die Premiere hinarbeiten, anzumerken. Von beidem brauchen sie viel, schließlich ist für sie alle die Schaubühne ihr Hobby, nicht ihr „Brötchenjob“. „Das macht die Logistik der Proben ziemlich schwierig, schließlich müssen alle mit ihren beruflichen Verpflichtungen unter einen Hut gebracht werden“, erzählen sie. An „Glorious!“ geprobt wird seit September letzten Jahres, immer an zwei Wochenenden im Monat. „Jetzt, so kurz vor der Premiere, proben wir natürlich an jedem Wochenende, oft auch in kleineren Gruppen in der Woche“, sagt Julia Jantos, die Regisseurin und Darstellerin der Titelrolle in Personalunion ist. Für die studierte Theaterwissenschaftlerin ist diese Doppelrolle eine besondere Herausforderung, „Glorious!“ ist ihr Regiedebüt. Mit der Person Florence Foster Jenkins habe sie ob deren überbordender Extrovertiertheit anfangs etwas gehadert, verrät Jantos: „Sie ist einfach nicht von dieser Welt!“. Doch schließlich habe die Vehemenz, die Ernsthaftigkeit und nicht zuletzt die Liebe zur Musik der Titelheldin sie überzeugt.

Streit

Wieso nun gerade dieses Stück? „Vera Feldmann (Schauspielerin, ehemalige Regisseurin der Schaubühne, Anm.d.R.) hatte uns das Stück vorgestellt und wir waren begeistert“, erzählen die Laiendarsteller. Das Stück sei eine Hommage an all jene, die einen Traum haben und wagen, diesen Traum zu leben. Zudem sei das Stück optimal für kleinere Theaterensembles, schließlich besteht es lediglich aus sechs Rollen. Und: „es ist mal etwas Anderes.“ Hauptsächlich ist die Schaubühne Magdeburg in der Stadt bekannt für ihre jährlichen erfolgreichen Weihnachtsmärchen. „Wir wollen aber nicht nur auf Märchen beschränkt werden, doch mehr als ein Stück pro Jahr ist für eine Laientheatertruppe ein ungeheurer Aufwand, sowohl personell, als auch finanziell und organisatorisch“, erklärt Ulrich Baster. Er ist seit 2012 dabei und neben seiner Tätigkeit auf der Bühne auch der Schatzmeister des Vereins. In „Glorious!“ übernimmt er die Rolle des Pianisten Cosme McMoon. Weiterhin auf der Bühne zu sehen sein werden Heiko Herfurth als St. Clair Bayfield, als Dorothy Martina Behnisch, als Hausmädchen Maria Jana Dorsch, Knut Eicke als Mr. Gedge und als Radiosprecher (aus dem Off) Schauspieler Christian Friedel.

Gespielt wird am 7. April (20 Uhr), am 8. April (16 Uhr), am 28. April (20 Uhr) und am 29. April (16 Uhr). Karten gibt es unter: www.moritzhof-magdeburg.de/glorious

 


Artikel von Karina