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“Die Päpstin” in Ludwigs Festspielhaus in Füssen 2018

Premiere am 30.11.2018

Produktion der Big Dimension Stuttgart

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Nach den Musicals „Ludwig2“ und „Der Ring“ feierte man in Füssen dieses Jahr mit „Die Päpstin“ bereits die dritte große Musicalpremiere. Das Stück, eine Produktion von Spotlight Musicals aus Fulda feiert dort jedes Jahr große Erfolge und gehört zu den Dauerbrennern in der Musicalszene.

Die Geschichte der „Päpstin“ ist schon oft genug beschrieben worden, weshalb wir an dieser Stelle darauf verzichten wollen (hier geht es zum Inhalt: Die Päpstin – Das Musical). Allerdings gibt es zu der Produktion in Fulda (hier geht es zu unserem Bericht: Hinter hohen Klostermauern…) einige Unterschiede in der Neuinszenierung der Produktionsfirma Big Dimension aus Stuttgart. Besonders auffällig ist das minimalistische Bühnenbild, das eigentlich nur aus einigen Kisten besteht, die vom Ensemble in den einzelnen Szenen hin- und hergeschoben werden. Dafür sorgt die Beleuchtung für teilweise mystische Stimmung. Und, genau wie in Fulda, kann man auf der Bühne viele großartige Darsteller und ein hoch motiviertes Ensemble erleben. Wer die Produktion aus Fulda kennt, wird allerdings die Szene vom „Jahrmarkt in St. Denis“ vermissen, denn diese wurde hier leider gestrichen.

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Auf der Bühne stehen als Päpstin Anna Hofbauer. Hofbauer ist ausgebildete Musicaldarstellerin, auch wenn manche mit ihrem Namen sofort auch die „Bachelorette“ verbinden. Neben der Päpstin spielt Anna Hofbauer in Füssen auch im Musical „Ludwig2“ als Kaiserin Elisabeth mit. Sie kann sowohl stimmlich als auch schauspielerisch überzeugen.

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Als Gerold agiert einer der wohl beliebtesten Darsteller überhaupt: Jan Ammann. Sein schöner Bariton begeistert das Publikum. Besonders reizvoll ist aber auch sein Duett (Duell) mit Anastasius alias Dennis Henschel. Henschel konnte man bereits in Fulda als Gerold oder im Ensemble erleben. Nun darf er einen der Bösen verkörpern.

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Als Aeskulapius, Mentor der Päpstin und gleichzeitig ein bisschen Moderator der Geschichte, konnte Uwe Kröger gewonnen werden. Besonders schauspielerisch ist er überwältigend.

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Kevin Tarte als Rabanus steht ebenfalls auf der Seite der Päpstin. Auch wenn seine Zeit auf der Bühne nicht sehr lange ist, ist sein Lied „Hinter hohen Klostermauern“ doch eines der absoluten Highlights.

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Die Gegenspieler der Päpstin sind ganz klar Anastasius, gespielt von Dennis Henschel und Arsenius, gespielt von Alexander Kerbst. Beide brillieren mit großartigen Stimmen. Dabei schafft es Alexander Kerbst sogar, dass man ihm nicht den „Falco“, den er sonst sehr überzeugend spielt, ansieht.

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Einen schweren Stand hat die Mutter der Päpstin, gespielt von Stefanie Kock, die in der weiteren Geschichte dann noch die „Caesarin von Rom“ spielt – zwei sehr gegensätzliche Rollen.

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Als Vater stand zur Premiere Multitalent Markus G. Kulp auf der Bühne. Im Musical „Der Ring“ war Markus für alle Hauptrollen als Cover eingeplant und auch bei der „Päpstin“ kann man ihn gelegentlich als „Gerold“ oder „Rabanus“ sehen.

Die Kinderdarsteller sind einfach hinreißend und überzeugend. Zur Premiere spielte Kaya Sophie Bode die kleine Johanna, mal ängstlich, wenn ihr der Vater oder die anderen Klosterschüler mit Schlägen drohen, dann wieder selbstbewusst, wenn sie von Anastasius geprüft wird. Selbst die schwierigen Texte in Lateinisch spricht sie ohne jeden Versprecher.  Auch ihr “Bühnenbruder” Felix Bickele als Johannes wirkt überzeugend.

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Erwähnenswert sind in der Füssener Produktion unbedingt auch die beiden Raben, die Johanna beschützen. Die beiden großartigen Artistinnen Stefanie Gröning, die auch die Choreografie gemacht hat, als Munin und Vera Maria Horn als Hugin sind besonders mit ihrer Luftakrobatik großartig. Allerdings fehlt es hier an der richtigen Beleuchtung, um ihre Funktion ins rechte Lichte zu rücken. 

Fazit: “Die Päpstin” ist eine wunderschöne Produktion, die mit der in Fulda durchaus mithalten kann. Auch wenn das Bühnenbild nicht so aufwendig ist, hat Regisseur Benjamin Sahler ein großartiges Werk auf die Bühne gezaubert, dass durch die hervorragenden Darsteller noch sehenswerter wird. “Die Päpstin” wird auch 2019 in Füssen zu sehen sein, ebenso wie “Ludwig 2” und “Der Ring”.

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Die Zukunft von Ludwigs Festspielhaus

Nach zwei Insolvenzverfahren wurde das Festspielhaus 2017 von Manfred Rietzler übernommen und grundlegend renoviert. Frei von Schulden und mit einem neuen Konzept und noch mehr Engagement von allen Mitarbeitern, startet man dort in eine neue Zukunft.

Die ersten Schritte sind getan, es gibt endlich einen Shuttlebus vom Festspielhaus zum Füssener Bahnhof und seit kurzem sogar ein Taxi, das man anrufen kann, wenn man nachts vom Festspielhaus, das etwas außerhalb von Füssen liegt, zurück ins Hotel will. Außerdem wird mit dem Bau eines Hotels direkt neben dem Festspielhaus begonnen werden, so dass man dann seinen Musicalbesuch oder überhaupt seinen Urlaub direkt vor Ort verbringen kann.

Mit Benjamin Sahler als neuem Intendanten und Regisseur kamen 2018 auch die ersten Musicals zurück ins Festspielhaus. Besonders das Musical „Ludwig 2“, das nirgendwo besser hinpasst, wurde wieder aufgenommen und soll, ebenso wie „Die Päpstin“ und „Der Ring“, zum festen Programmteil werden.

Besonders lobenswert ist auch die Förderung des Nachwuchses in “Ludwigs Musical Akademie”, die regelmäßig für Kinder zwischen 7-17 stattfindet.

Man kann allen Beteiligten nur toi toi toi für die Zukunft wünschen. „Die Päpstin“ spielt noch bis zum 16.12.2018. Danach kehrt sie für sechs Vorstellungen in die Gebläsehalle Neunkirchen zurück, wo für sie die Reise im Süden Deutschlands 2017 begonnen hat.

Ab 26.12.2018 beginnt die dritte Staffel „Ludwig 2“. An Silvester gibt es ein „open house“ mit Silvesterbuffet und Feuerwerk.

Weitere Infos, Termine und Tickets sind buchbar unter www.das-festspielhaus.de

Weitere Impressionen der Inszenierung


Artikel von Ingrid K.

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